Das geschah 1795

Das Jahr 1795 ist hingegen gekennzeichnet von Friedensverträgen.
Der Friede von Basel zwischen Preußen und Frankreich sorgt dafür, dass Frankreich das linke Rheinufer behält und durch diesen Beschluss scheidet auch Spanien aus dem Koalitionskrieg gegen Frankreich aus. Außerdem wird in Frankreich das Revolutionstribunal, der Gerichtshof für politische Prozesse, abgeschafft. Weiterhin kommt es in diesem Jahr zur dritten Teilung Polens, wodurch der Staat Polen aufhört, zu existieren.
Weiterhin veröffentlicht Immanuel kant seine Schrift "Zum ewigen Frieden".
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Ereignisse & Schlagzeilen 1795

  • 5000 Garifuna wurden von den Engländern von St. Vincent nach Honduras deportiert.
  • Im zweiten Naturalization Act wurde bestätigt, dass nur „freie Weiße“ die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten konnten. Das im Januar 1795 verabschiedete Gesetz blieb in Kraft bis 1868 der 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ratifiziert wurde.
  • Im Frühjahr bereiteten Sklaven in Pointe Coupée in Louisiana einen Aufstand vor, der einer der größten Sklavenaufstände in der Geschichte der Südstaaten geworden wären. Er wurde jedoch am 10. April entdeckt.
  • Nach dem Einmarsch Frankreichs in den Niederlanden, landeten britische Truppen unter General James Henry Craig in Kapstadt, um die Siedlung für Wilhelm V. von Oranien zu sichern. Der Gouverneur von Kapstadt übergab nach anfänglichem Widerstand am 16. September die Kapkolonie den Briten. Dazu war er umso mehr bereit, als die Khoi Khoi die instabile Lage nutzten und sich den Briten anschlossen.
  • Kameharneha I. begann mithilfe europäischer Feuerwaffen mit der Einigung der Hawaii-Inseln. Er eroberte die Inseln O’ahu und Moloka’i in blutigen Kämpfen und gründete das Königreich Hawaii.
  • James Hutten veröffentlichte das Buch in zwei Bänden „Theory of the Earth“. Darin betonte er die Bedeutung langsamer, aber beständiger geologischer Prozesse, die die Oberfläche der Erde formen. Außerdem entwickelte er da Konzept des Aktualismus.
  • Immanuel Kant verfasste die Schrift „Zum ewigen Frieden“.
  • Friedrich August Wolf veröffentlichte sein Werk „Prolegomena ad Homerum“ und stieß damit die Homerische Frage an.
  • In Teilen Europas, insbesondere in Frankreich, herrschte eine Hungersnot.
  • Der Bodensee war komplett zugefroren.

Januar 1795

3. Januar
Die dritte Teilung Polens wurde in einem Vertrag zwischen Russland, Preußen und Österreich geregelt. Die erste Teilung Polens war 1772 und die zweite 1793.
18. Januar
Vor den anrückenden französischen Revolutionstruppen floh der niederländische Statthalter Wilhelm V. (Oranien) nach England.
19. Januar
Die bei Texel im Eis eingefrorene niederländische Flotte wurde einer Abteilung französischer Kavallerie übergeben.

Februar 1795

Die Engländer besetzten die niederländische Kolonie Ceylon.
6. Februar
Durch eine Rebellion der Buren gegen die Niederländische Ostindien-Kompanie wurde in Graaff-Reinet mit der Republik Graaff-Reinet die erste Burenrepublik gegründet.
18. Februar
England und Russland schlossen einen Bündnisvertrag.

März 1795

2. März
Die Uraufführung von Joseph Haydns vorletzter Sinfonie „die mit dem Paukenwirbel“ fand in London statt.
18. März
Auf Beschluss des kurländischen Landtags begab sich das Herzogtum Kurland und Semgallen unter russische Regentschaft. Der Herzog wurde mit einer Pension abgefunden, das Gebiet als Gouvernement Kurland ins Zarenreich integriert.
29. März
In Wien wurde das Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op 19 von Ludwig van Beethoven mit dem Komponisten als Solisten uraufgeführt. Beethoven arbeitete das Werk in der Folge noch öfter um.

April 1795

Ende April wurde Kurland ins russische Reich eingegliedert.
1. April
Während der französischen Revolution kam es In Paris infolge einer Hungersnot zu einem Aufstand der Sanscoulottes, dem Germinal-Aufstand. Dieser wurde ohne Blutvergießen niedergeschlagen.
5. April
Zwischen Preußen und Frankreich wurde der Friede von Basel geschlossen, nach dem Frankreich das linke Rheinufer behielt.
7. April
Der Franc wurde als nationale Währung als Nachfolger des Livre eingesetzt. Er war dezimal unterteilt und galt bis zum 31. Dezember 2001.
8. April
In London heiratet der Prince of Wales und spätere britische König Georg IV. Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel. Es wurde eine unglückliche Ehe.

Mai 1795

7. Mai
Napoleon Bonaparte empfand den Befehl, sich als General der Infanterie in die Vendée zu begeben als eine Degradierung und verweigerte diesen Befehl. Als Konsequenz daraus wurde er im späten Sommer von der Liste der aktiven Generäle gestrichen.
16. Mai
In den Niederlanden wurde in Den Haag zwischen der neuen Batavischen Republik und Frankreich ein Friedensvertrag geschlossen.
20. Mai
In dem sogenannten Prairial Aufstand der Sanscoulotten In Paris, der nach drei Tagen beendet wurde, forderte die hungernde französische Bevölkerung „Brot und die Verfassung von 1793“.
22. Mai
Von Portsmouth aus brach Mungo Park mit dem Handelsschiff „Endeavor“ zu seiner ersten Afrika-Expedition auf. Er wollte den Lauf des Nigers erkunden. Nach einem Monat landete er in Jillifree in Gambia. Er begab sich ins Innere des Landes und kam am 5. Juli in Pisania an. Dieses liegte nahe am heutigen Karantaba Tenda. Er hielt sich hier fünf Monate lang bei dem Sklavenhändler Dr. Laidley in einer englischen Faktorei auf. Er wollte die Regenzeit abwarten, sich an das Klima gewöhnen und in der Zeit Mandingo lernen. Ende Juli bekam er Malaria. Ende November reiste er dann mit zwei Dienern weiter ins Landesinnere. Er reiste durch das Reich Wuli und kam am 13. Dezember nach Tallika in Bondu. Am 21. Dezember kam er nach Fatteconda, der Hauptstandt Bondus. Damals gab es einen Krieg zwischen den Kaarta und den Bambara. Weil Mungo Park auf seiner Reise vielen Flüchtlingen begegnete, nahm er den nordöstlichen Weg über Ludamar nac Bambara, weil er nicht zwischen die Fronten des Krieges geraten wollte.
31. Mai
In Frankreich wurde das Revolutionstribunal, ein Gerichtshof für politische Prozesse, abgeschafft.

Juni 1795

Kopenhagen wurde durch einen Brand zerstört.
6. Juni
Im ersten Koalitionskrieg kapitulierte Luxemburg, das sieben Monate lang belagert worden war, vor den französischen Revolutionstruppen.
8. Juni
Der gefangen gehaltene zehnjährige Kronprinz Louis Charles de Bourbon, dauphin de Viennois, starb in einem Turm des ehemaligen Templerpalastes.
25. Juni
In Frankreich entstand as Bureau des Longitudes, um das Längenproblem der Schifffahrt auf See mit Längengraden zu lösen.

Juli 1795

14. Juli
Die Marseillaise wurde zur französischen Nationalhymne.
22. Juli
Spanien schied mit dem Frieden von Basel aus dem Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich aus. Frankreich erhielt ein Drittel der Insel Hispaniola (Haiti).
22. Juli
Auf der bretonischen Halbinsel Quiberon schloss der General Lazare Hoche in der Emigrantenschlacht mit seinem Revolutionsheer ein royalistisches Heer von Chouans ein und eroberte außerdem das Fort Penthièvre. Die 952 Gefangenen, die sich ihm auf Gnade oder Ungnade ergaben, wurden auf Weisung des französischen Nationalkonvents getötet.

August 1795

3. August
Mehrere Stämme amerikanischer Ureinwohner überließen im Vertrag von Greenville nach ihrer im Jahr zuvor verlorenen Schlacht von Fallen Timbers den Vereinigten Staaten große Teile des heutigen Bundesstaates Ohio. Im Gegenzug erhielten die Indianer Waren im Wert von 20 000 US-Dollar.
22. August
Die neue Direktionalverfassung wurde in Frankreich beschlossen. Diese verschaffte dem Großbürgertum Vorteile. Bei der vorangegangenen Volksabstimmung blieben die meisten Wähler zu Hause.

September 1795

3. September
Die Kirche St. Nikolai in Potsdam brannte aufgrund unachtsamen Hantierens mit Lötfeuer bei Reparaturarbeiten vollständig aus.
5. September
Die Vereinigten Staaten und das Osmanische Reich schlossen den Friedens- und Freundschaftsvertrag von Algier.
6. September
Die französische Sambre-Maas-Armee unter Jean-Baptiste Jourdan überquerte bei Düsseldorf den Rhein.
11. September
Aga Mohammed Khan marschierte völlig überraschend mit einen persischen Heer in Georgia ein. Er besiegte das georgische Heer in der Schlacht von Krtsanisi. Danach eroberte sein Heer die Hauptstadt von Georgien Tiflis. Große Teile der Stadt wurden zerstört und 22 000 Menschen wurden als Sklaven genommen.
24. September
In der Schlacht von Heidelberg-Handschuhsheim unterlagen die dreifach stärkeren französischen Revolutionstruppen einen kaiserlichen Heer von etwa 4000 Mann.
28. September
Österreich wurde ein Teil des englisch-russischen Bündnis gegen Frankreich.

Oktober 1795

1. Oktober
Frankreich annektierte die Österreichischen Niederlande, in denen sich seit der Eroberung im Vorjahr Einheiten seiner Revolutionstruppen befanden.
5. Oktober
Brigadegeneral Napoleon Bonaparte schlug im Auftrag des Präsidenten des französischen Nationalkonvents Paul de Barras einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder.
11. Oktober
Bei Höchst schlug ein österreichisches Heer unter Clerfait die Franzosen unter Jourdan.
24. Oktober
Der dritte polnische Teilungsvertrag wurde von Preußen, Russland und Österreich unterzeichnet. Er beendete die Existenz des Königreichs Polen.
25. Oktober
Das republikanische Institut national des sciences et des arts wurde in Frankreich als Nachfolger der früheren königlichen Akademien, die der Nationalkonvent am 8. August 1793 verboten hatte, geschaffen. Die neue Organisation wurde später zum Institut de France, dem auch die Académie des Beaux-Arts angehört.
26. Oktober
Der französische Nationalkonvent tagte zum letzten Mal. Die Regierungsgeschäfte wurden verfassungsgemäß künftig vom Direktorium geführt.
27. Oktober
In Madrid wurden im Pinckney-Vertrag zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten Vereinbarungen über die gemeinsame Grenze am Mississippi und dem 31. Breitengrad getroffen. Beide Seiten gewährten einander freien Schiffsverkehr auf dem Mississippi und US-Kaufleute durften Waren in New Orleans einlagern.
29. Oktober
Österreichische Truppen besetzten das von Franzosen belagerte Mainz.
31. Oktober
In Übereinstimmung mit der Verfassung des Jahres III, die am 26. Oktober in Kraft getreten war, wurde in Paris das erste Direktorium aufgestellt. Ihm gehörten Lazare Nicolas Marguerite Carnot, Étienne-François Le Tourneur, Paul de Barras, Jean François Reubell und Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux an.

November 1795

14. November
Die deutsche Reichsarmee siegte im Gefecht bei Lambsheim über französische Truppen.
25. November
Der polnische König Stanislaus II. August musste abdanken.

Dezember 1795

28. Dezember
Der Bau der Yonge Street, die früher als die längste Straße der Welt bekannt war, begann in York in Kanada, heute Toronto.
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