Was war wann? 1900 >> Literaturjahr 1931 Das literarische Jahr
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Literatur 1931 Das literarische Jahr

Die Literatur, die in den Jahren 1918 bis 1933, also vom Ende des Ersten Weltkriegs bis hin zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, entstand, wird im Allgemeinen als Literatur der Weimarer Republik bezeichnet.
Nachdem die avantgardistischen Bestrebungen der 1920er Jahre langsam abnahmen und der

Expressionismus im Erlöschen begriffen war, wandte sich man wieder einem breiteren Publikum zu und suchte gezielt eine weit gestreute Öffentlichkeit anzusprechen. Dies konnte nicht im Zuge avantgardistisch überformter Lautexperimente und in Form von poetischem Pathos geschehen. Aufgrund dessen suchte man wieder an realistische Schreibformen anzuknüpfen und starken Realitätsbezug herzustellen, so beispielsweise in Form der Literatur der Neuen Sachlichkeit, die vor allem das Jahr 1920 bis 1930 prägte.
Viele große Werke fallen in die Zeit der Literatur der Weimarer Republik, so erschien um das Jahr 1931/1932 Robert Musils Fragment gebliebener und dennoch epochemachender Roman "Der Mann ohne Eigenschaften". Andere Autoren widmeten sich in ihrem Romanwerk ebenfalls der Frage nach dem Menschen der Epoche, sie suchten nach den Bestimmungen, den Tendenzen ihrer Zeit, sie reflektierten den Mensch im Zuge seiner Geschichte, seines Wesens, seiner Möglichkeiten. Romane, die in diese Reihe gestellt werden können, wären beispielsweise Thomas Manns "Der Zauberberg", Hermann Hesses "Der Steppenwolf", Ernst Jüngers "In Stahlgewittern" (in dem ein Rückblick auf die Schlachten des Ersten Weltkriegs erfolgte), aber auch Erich Maria Remarques großer Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" war erst im Jahr 1929 erschienen.
Proplematisch für die Schriftsteller unter der Regierung der Weimarer Republik waren vor allem die Angelegenheiten der Pressefreiheit und der Zensur. Anstatt auf die Tendenzen der Zeit einzugehen, die Medienrevolution zu unterstützen, die im Zuge des Aufkommens neuer Medien wie Film und Rundfunkt das Zeitgeschehen fundamental veränderte, schränkte man die freie Rede ein, setzte der Pressefreiheit Grenzen und setzte sogar Zensur ein, um sich nicht erwünschte Werke vom Leib zu halten. De facto richteten sich Verfolgungen und Verleumdungen im Zuge der zeitgeschichtlichen Politik vor allem gegen Autoren, die als linksgerichtet galten, so wurden beispielsweise die Züge Brechts mit einem Aufführungsverbot belegt.
Waren die Bedingungen für Literatur bisweilen problematisch geworden, so sollte vor allem in den Jahren nach 1931 ein Ödland vor den Künstlern liegen, denn mit der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahre 1933 wurde nur noch die Kunst akzeptiert, die zu politischen Zwecken funktionalisiert werden konnte.
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