Was war wann >> Mode >> Mode der 10er Jahre

Die Mode der 10er Jahre - Korsett kontra Reformkleid

Um die Jahrhundertwende wurde eine stundenglasförmige Figur angestrebt. Die Damen wurden in enge Korsetts geschnürt und mit nach hinten ausladenden „Turnüren“ verziert. Weil das Korsett den weiblichen Körper sehr stark zusammenpresste, kam es oft zu Ohnmachtsanfällen. Es wurde Zeit umzudenken. Nach 1900 kam es zu starken geistigen Umbrüchen und einer fortschrittlichen Bewegung in allen Bereichen , die somit auch den Modestil beeinflusste.
Dies war eine Ära in welcher die Bevölkerung durch die Industrialisierung, die neuen wissenschaftlichen Errungenschaften und die Kolonien zu größerem Wohlstand kam. Der Ausdruck in der Kunst hatte seelischere, atmosphärischere Züge im Impressionismus und der Jugendstil erblühte. So wurde auch die allzu strenge Kleidungs-Etikette von einem Stil abgelöst, welcher der Frau mehr Bewegungsfreiheit erlaubte.  Dieses hatte sicherlich auch emanzipatorische Gründe, denn die Frauenbewegung marschierte voran.
Ein Reformversuch war das „Bloomer Kostüm“ (USA), ein knielanger Rock mit einer knöchellangen Pluderhose kombiniert, das für viel Belustigung auf der männlichen Seite sorgte und angefochten wurde. Modeschöpfer Paul Poiret entwarf einen Stil, der sich durch eine schmalere Linie und mehr Eleganz auszeichnete. In dieser Epoche des Jugendstils waren auch die Stickereien und Dessins in einer feinen, geschwungenen Linie gestaltet.
Ein gefütterter Schlauch, namens „Muff“, aus Pelz, gehörte in der Wintersaison zur Garderobe.  Die männliche Fraktion war in graue oder schwarze Anzüge mit Weste, einer Krawatte über steifem Kragen und Hut gekleidet. Der Abendanzug der Herren, ein so genannter „Schwalbenschwanz“ wurde mit einem Frackhemd getragen.
Zusätzliche wichtige Accessoires waren der Zylinder, Stock und Handschuhe.
Weil das Segeln hoch in Mode kam sah man Kinder immer häufiger im Matrosenlook. Sogar die Mädchen trugen einen weißen Rock mit Matrosenblüschen oder hatten ein ganz weißes Kleidchen an, mit großer Schleife im Haar.

Kindermode 1910-1919

In dieser Epoche, die sich auch Jugendstil nannte, war die Begeisterung für das Segeln sehr hoch und durch diesen Umstand wurde auch die Mode darin gehend beeinflusst. So trugen die kleinen Jungs in dieser Zeit, vor allem bei der Mittelschicht und der Oberschicht, Matrosenanzüge. Auch Mädchen fanden diesen Modetrend zu der Zeit sehr interessant und trugen einen weißen Rock mit Matrosenbluse. In Abwandlung gab es auch den Trend zum ganz weißen Kleid mit einer riesengroßen Schleife im Haar. Ebenso war diese Zeit geprägt von feiner Stickerei, welche ganz natürlich und somit dezent die Kleider, Pullover und auch Blusen schmückten.

Hutmode 1910 -1919 Bizarr ist Schön

zu Beginn des Jahrzehnts waren die Hüte noch sehr groß. Dies änderte sich ab 1912. Die Hüte wurden plötzlich kleiner. Mitte des Jahrzehnts begannen die Designer mit der Kopfbedeckung zu spielen. Die Hüte erhielten nur bizarrere Formen. Dreispitz und ähnliches wurde für Damenwelt zur Pflicht. Bis Ende des Jahrzehnts wurden die Hutformen immer bizarrer. Große Stoffschleifen fanden ihren Platz an kleinen Hüten, die den Kopf kaum noch bedeckten. Waren die Hüte Ende des 19. Jahrhunderts noch praktischer Natur, waren sie nun ein modisches Muss. Immer mehr Varianten wurden angeboten. Teilweise mit Schleier versehen, mit Stoffblumen ringsum. Die Hüte passten sich damit der restlichen Kleidung an, die immer mehr die klassischen Formen und Funktionen verloren.
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