| Geschichte der Erfindungen |
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Als der Kabarettist Hagen Rether
die Vision einer Welt ohne Autos, Computer und
Telefone entwarf, kam er zu dem erschütternden
Fazit: "Wir würden den ganzen Tag nur noch
fernsehen." Für die Urmenschen war es mit Sicherheit ein Segen, als sie vor etwa 500.000 Jahren Methoden fanden, mit selbst erzeugtem Feuer die Kälte aus ihren Unterkünften zu vertreiben, ohne darauf warten zu müssen, dass irgendwo ein Baum durch Blitzschlag in Brand gesetzt wurde. Und es dauerte nochmals über 400.000 Jahre, bis der Mensch begann, selbstgefertigte Kleidung zu tragen und Hütten zu bauen. Diesem entscheidenden Schritt aus der Natur in die Kultur folgte vor ungefähr 35.000 Jahren das Anfertigen von Skulpturen und Musikinstrumenten. Vor etwa 6.000 Jahren schließlich wurde das Rad erfunden - eine Großtat, die im heutigen Sprachgebrauch synonym für jede bedeutsame Erfindung steht, und natürlich ein Meilenstein im Fortschreiten der Globalisation. Als sich im Zuge des Übergangs von der Steinzeit zur Bronzezeit die ersten Stämme zu Völkern zusammenschlossen, gewannen Kriegswaffen an Bedeutung. Zeitgleich entstand mit der Keilschrift eine Möglichkeit, jedes gesprochene Wort aufzuzeichnen. Dass somit Militär und Verwaltung sich etablieren konnten, machte die Entstehung von Staaten erst möglich. Seither besteht eine ständige Verquickung zwischen zivilen und militärischen Entwicklungen, für die der Erfinder Archimedes ein besonders prominentes Beispiel bot. So war es vor allem das um 1000 in China erfundene Schwarzpulver, das im Laufe des folgenden Jahrtausends die Kriegsführung revolutionierte. Diese Entwicklung, während derer der Nahkampf zunehmend an Bedeutung verlor, gipfelte in den Materialschlachten beider Weltkriege. Offensichtlich musste sich das allgemeine Denken erst der technischen Entwicklung anpassen. Wichtige Stationen auf dem Weg zu einer effektiven Informationsverbreitung waren die Papierherstellung in China um das Jahr 100 und ab 1445 der Buchdruck mit beweglichen Lettern, dessen zweiter Erfinder Johannes Gutenberg war. Die Koreaner hatten diese Technik schon in den beiden vorhergehenden Jahrhunderten genutzt. Die bald darauf zu neuer Blüte gelangenden Wissenschaften erklärten das bisher oft nur geduldete Erfinden endgültig zur Tugend. Neue Präzisionsinstrumente erlaubten den Blick auf andere Planeten wie auch in mikroskopisch kleine Gebilde und eine immer genauere Zeitmessung. Ein weiterer Dammbruch gelang James Watt, der 1769 eine vielseitig einsetzbare Dampfmaschine mit hohem Wirkungsgrad entwickelte. Die Folge war eine inzwischen sprichwörtliche industrielle Revolution, ohne welche die Elektrizität sicherlich nicht hätte nutzbar gemacht werden können. Die Eisenbahn (eine direkte Weiterentwicklung der Dampfmaschine) beschleunigte wie auch das einige Jahrzehnte später erfundene Telefon den Puls des Lebens erneut. Eine ähnliche Wirkung konnten seitdem das Automobil, das Flugzeug und der Computer entfalten. Gewächshäuser und immer ausgefeiltere Düngungen brachten eine zuvor nie gekannte Zuverlässigkeit der Nahrungserzeugung mit sich, die viele Menschen noch weiter vom natürlichen Jahresrhythmus entfremdete. Da wir neben Ernährung und Mobilität auch Muße und Unterhaltung brauchen, darf in der Aufzählung natürlich das seit den dreißiger Jahren für Privathaushalte verfügbare Fernsehen nicht fehlen. Womit wir wieder bei der Eingangsthese angelangt wären, für deren Richtigkeit sich natürlich bislang niemand verbürgen wollte. |
| Das Fahrrad |
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