Was zeichnet Dark-Sky-Beleuchtung aus?

Wer heute aus dem Fenster schaut, sieht selten Sterne. Nicht weil sie verschwunden sind, sondern weil Millionen von Außenleuchten, Straßenlaternen und Fassadenstrahlern den Nachthimmel mit einem orangefarbenen Schleier überziehen. Die Lichtverschmutzung wird inzwischen als massives Problem für die Umwelt eingestuft. Grund dafür sind ihre negativen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, die menschliche Gesundheit und die Sichtbarkeit des Nachthimmels.
Das Problem ist nicht das Licht selbst – sondern wohin es strahlt. Da nachhaltige Außenleuchten – Dark-Sky Beleuchtung genannt – kein Licht nach oben abstrahlen, wird die Lichtverschmutzung minimiert. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu konventioneller Außenbeleuchtung.


Was Dark-Sky-Technik technisch bedeutet

Dark Sky Beleuchtungssysteme sind speziell entwickelt worden, um den Nachthimmel und die Umwelt vor Lichtverschmutzung zu schützen. Sie verwenden Reflektoren, die nach unten gerichtet sind, um das Licht gezielt zu lenken und eine unerwünschte Streuung zu vermeiden. Sie können auch spezielle Schutzvorrichtungen wie Lichtabdeckungen oder Abschirmungen haben, um das Licht zu begrenzen und so die Umgebung zu schützen.

Das entscheidende Merkmal ist der sogenannte ULOR-Wert – Upward Light Output Ratio. Alle LED-Außenleuchten mit Dark-Sky-Konformität haben eine Upward Light Ratio von null Prozent, das heißt im montierten Zustand geben sie kein Licht gen Himmel ab. Kein Streulicht nach oben, kein Lichtsmog – nur gezieltes, funktionales Licht dort, wo es gebraucht wird.
Dark-sky-konforme Außenleuchten richten ihr Licht gebündelt nach unten, ohne seitliche oder aufwärts gerichtete Streuung. So bleibt der Himmel auch in beleuchteten Außenräumen dunkel. Die warmweiße Lichtfarbe von 2700K ist zudem insektenfreundlich.


Warum Lichtverschmutzung mehr als ein ästhetisches Problem ist

Aufgrund von tageshellen Außenleuchten, die den Himmel in der Nacht anstrahlen, entstehen für das menschliche Auge unangenehme Belastungen, die auch weitreichende negative Folgen für das Sehvermögen, die Umwelt und den Straßenverkehr mit sich bringen. Unüberlegte sowie übermäßige Beleuchtungskonzepte für die Nacht bringen häufig die Tier- sowie Pflanzenwelt durcheinander und sind auch unter Aspekten der Energievergeudung zu betrachten.
Besonders Insekten leiden unter künstlichem Licht: Nachtaktive Insekten werden von hellen Lichtquellen angezogen, desorientiert und sterben häufig daran. Die Internationale Dark-Sky Association fördert verantwortungsvolle Außenbeleuchtung, die sowohl funktional als auch gesund für alle Lebewesen ist.


Dark Sky im eigenen Garten: Was zu beachten ist

Auch zu Hause kann diese Technik genutzt werden, um dazu beizutragen, unnötige Nachtbeleuchtung zu vermeiden. Außenleuchten sollten so eingesetzt werden, dass genau dort Licht vorhanden ist, wo es zur Beleuchtung oder Gehwegsicherheit wirklich gebraucht wird.
Praktisch bedeutet das: Downlights statt Fluter, Wandleuchten mit Abschirmung nach oben, warme Lichtfarben unter 3000K und – wo möglich – Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren, die das Licht nur dann aktivieren, wenn es tatsächlich benötigt wird. Lichtmanagement ist ein zentraler Baustein, um die Dark-Sky-Ziele zu erreichen. Grundsätzlich sind möglichst niedrige Beleuchtungsstärken sowie steuerbare und dimmbare Leuchten wichtig.
Wer seinen Garten oder seine Einfahrt beleuchten möchte, ohne zum Lichtverschmutzungsproblem beizutragen, ist mit Dark-Sky-konformen Leuchten gut beraten – für die Umwelt, für die Nachbarn und für alle, die nachts noch Sterne sehen möchten.