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Wie die moderne Technik den Sport verändert

Fußball Technik
Während heutzutage Fußballfans und Experten weltweit über die Sinnhaftigkeit des Videobeweises diskutieren, gab es bereits vor über 50 Jahren technische Neuerungen, die den Sport maßgeblich beeinflusst haben. Hierzu gehört auch die Einführung der Sofortwiederholung und Zeitlupeneinstellung während einer Sportveranstaltung. Vor allem für die TV-Zuschauer hat sich dadurch einiges verändert bzw. erleichtert.
Die Digitalisierung hält nicht nur in der Wirtschaft und Industrie immer mehr Einzug, auch im Sport spielt diese heutzutage eine immer größere Rolle. Neue technische Veränderungen gab es im Sport schon immer, egal in welcher Sportart. Mittlerweile hat man sich jedoch so sehr an manche Technologien gewöhnt, das man diese als normal betrachtet. Bestes Beispiel hierfür ist die Einführung der Sofortwiederholung und der Zeitlupeneinstellung im Sport.
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Zeitlupentechnik entwickelt. Während diese jedoch anfangs primär bei Filmproduktionen eingesetzt wurde, feierte die Technik in den 60er Jahren mit der Einführung der Sofortwiederholung während einer Sport-Liveübertragungen ihren großen Durchbruch. Die Kombination aus Sofortwiederholung und Zeitlupe ermöglichte es Fans, sich strittige Szenen nochmals in Ruhe anzuschauen. Egal ob beim Fußball, Tennis, Basketball oder Handball. Während im Tennis, Eishockey, Basketball und American Football der Videobeweis schon seit Jahren fest etabliert ist, hat sich der Fußball lange Zeit gegen diese moderne Technik gewehrt.
Aber nicht nur die Fans profitierten davon, auch viele Schiedsrichter in unterschiedlichen Sportarten kamen in den Genuss dieser Technik. Vor allem in sehr schnellen bzw. dynamischen Sportarten wie dem Eishockey ist der Einsatz von Sofortwiederholungen und Zeitlupeneinstellungen kaum noch wegzudenken. Das, was die Unparteiischen nicht in Echtzeit gesehen haben und ahnden können, kann durch die Sofortwiederholung nun auch im Nachgang noch geschehen.

Wie das Hawk-Eye den Tennissport veränderte
Eine der wohl prägendsten technischen Änderungen im Sport war die Einführung des sog. Hawk-Eyes im Tennis. Als Hawk-Eye bezeichnet man technische Systeme die Schiedsrichter dabei unterstützen sollen, knappe Entscheidungen zu fällen, beispielsweise ob ein Ball im Feld oder im aus war. Im Tennis wurde das "Adlerauge" erstmals in der Saison 2006 bei den großen
Hawk Eye im Tennis
Grand Slam-Turnieren eingesetzt. Mittlerweile kommt die Technik bei nahezu allen ATP-Turnieren zum Einsatz und ist eine Möglichkeit für Tennis-Profis, in das Spiel einzugreifen und ggf. Fehlentscheidungen der Unparteiischen zu korrigieren. Jeder Tennisspieler hat pro Satz zweimal die Möglichkeit, auf das Hawk-Eye zurückzugreifen und somit eine Entscheidung der (Linien)Schiedsrichter überprüfen zu lassen, z.B. ob der Ball des Gegners tatsächlich innerhalb der Feldbegrenzung aufgekommen ist oder doch nicht. Der Spieler muss unmittelbar nach einer kniffligen Situation dem Hauptschiedsrichter ein Zeichen geben, dass er gerne das Hawk-Eye zur Überprüfung hätte. Diesen Vorgang nennt man im Tennis Challenge.
Stellt sich durch das Hawk-Eye heraus, dass der Spieler, der die Entscheidung angezweifelt hatte, im Recht war, wird der Punkt wiederholt bzw. gezählt. Der Spieler hat weiterhin zwei weitere Challenges. Sollte die Überprüfung durch das Hawk-Eye die ursprüngliche Entscheidung der Schiedsrichter bestätigen, wird dem Spieler eine Challengemöglichkeit abgezogen und der Punkt ist verloren.
Auch für die Zuschauer neben dem Court bzw. vor dem TV ist dies stets spannend, denn die Auslösung des Hawk-Eyes wird auf einer Großbildleinwand, innerhalb von wenigen Sekunden nach der strittigen Szene angezeigt. Hierfür kommt beim Tennis eine 3D-Animation des Balles und der Flugkurve zum Einsatz, aus der dann zweifelsfrei erkenntlich wird, welche Entscheidung korrekt zu treffen ist. Der Aufsprungpunkt des Balles kann hierbei bis auf drei Millimeter genau berechnet werden. Das Hawk-Eye hat mittlerweile einen festen Platz in der Geschichte des Tennisports eingenommen und ist nicht mehr wegzudenken.
Der Videobeweis im Fußball wird noch nicht von allen akzeptiert
Erst seit wenigen Jahren hält der Videobeweis auch im Fußball den Einzug. Die englische Premier League war die erste europäische Top-Liga, welche den Videobeweis 2014 eingeführt hat. Mittlerweile haben sich Fans und Spieler an die Technologie gewöhnt. Für Wettfreunde ist die Einführung des Videobeweises sicherlich eine Erleichterung, denn so gibt es immer ein gewisses Maß an Sicherheit in uneindeutigen Spielsituationen. Auch für Live-Wetten sowie In-Play Wetten ist eine Sofortwiederholung relevant, denn so lässt sich vermeiden, dass durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters eine Fußball Wette verloren wird. Durch den Videobeweis haben die Unparteiischen im Fußball nun auch die Gelegenheit, strittige Szenen wie Foul- und Handspiele in Ruhe nochmals anzuschauen.
Auch die großen Fußballverbände FIFA und UEFA haben sich mittlerweile auf den Videobeweis eingelassen. Bei internationalen Turnieren wie Fußball-Weltmeisterschaften kommt diese Technik zum Einsatz. Besonders hilfreich ist dabei vor allem die Torlinientechnik, die es ermöglicht, exakt und blitzschnell fest zu stellen ob ein Ball hinter der Torlinie war oder nicht. Während in Deutschland der Videobeweis zur Saison 2017/18 eingeführt wurde, gibt es auch noch Ligen wie die spanische La Liga, die komplett auf den Einsatz dieser modernen Technik verzichtet.
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