Die Mode als staatliche Aufgabe

Im Jahr 1953 begann in der DDR das „Institut für Bekleidungsindustrie“ mit der Arbeit, um der textilen Mode-Kultur einheitliche Richtlinien zu geben. Modenschauen, auf denen eigene Kollektionen gezeigt wurden, waren eine der ersten Aufgaben, mit denen sich das Institut beschäftigte. Diese Kleidungsvorführungen dienten noch nicht dazu, die Frauen über die neuesten Trends zu informieren. Das kam erst später. Diese Schauen waren oft intern und dienten u. a. der textilen Abstimmung zwischen der DDR und der Sowjetunion. Hoch- und Fachschulen, an denen Mode-Design studiert werden konnte, setzten neue Maßstäbe. Den
Fachleuten standen natürlich Printmedien aus der ganzen Welt zur Verfügung. Man verglich, wog ab und setzte um, was den Frauen in der DDR angezogen werden sollte. Es gab diverse Fach-Tagungen, zu deren Informationsgehalt auch Schneider und Mitarbeiter aus textilen Produktionsgenossenschaften Zugang bekamen.
Mode wurde sehr ernst genommen. Sie war ein Bereich, um den man sich auf höchster Ebene kümmerte. Doch über einen langen Zeitraum fanden die Entwürfe nicht den Weg in die Läden, auch wenn die Bemühungen sehr groß waren. An pfiffigen Designern mangelte es nicht. Nur waren ihnen meistens die Hände gebunden.
Die Jugendlichen zog man als Zielgruppe noch nicht in Betracht. Dennoch entging es den jungen Leuten nicht, dass im Westen Röhrenhosen und Petticoats en vogue waren. Eine rebellische Mode, die von den Fachleuten mit Skepsis beäugt wurde. Für die DDR kam sie nicht in Frage. Doch schließlich musste man mit ansehen, dass sich die Mädchen und jungen Frauen in Ermangelung der Petticoats mit Ersatz-Materialien behalfen, die unter den Röcken einen ähnlichen Effekt erzielten. Da musste dann dicker Schaumstoff aufgetrieben oder Tüll in mehreren Lagen, um der westlichen Mode nicht nachzustehen.
Die Sehnsucht nach modischer Kleidung wurde zunehmend größer und so war es stets ein Höhepunkt, wenn in einem der vielen neu entstandenen Kulturhäuser eine öffentliche Modenschau angekündigt wurde. Eine solche Veranstaltung war ein besonderes Erlebnis. Sie wurde gemeinsam im Arbeitskollektiv besucht wie eine Theateraufführung. Wer keine Gelegenheit hatte, so einem kulturellen Ereignis beizuwohnen, der musste sich mit den einschlägigen Zeitschriften begnügen.
Noch im Jahr 1945 hatte in Leipzig ein Traditionsverlag seine Arbeit wieder aufgenommen: der Otto-Beyer-Verlag. Die Schnittmuster-Produktion lief an. Der Verlag gab mit Genehmigung der sowjetischen Militärverwaltung kleine Heftchen und Faltblätter heraus, die den Frauen mit praktischen Ratschlägen weiterhelfen sollten. Sie fanden reißenden Absatz.
„Berlins Modeblatt“, ein Heft, dass monatlich erschien, gab ebenfalls seitenweise nützliche Ratschläge. Und es erschien die „Praktische Mode“. Diese Zeitschrift aus dem „Verlag für die Frau“ begleitete die Damen und Mädchen im Osten Deutschlands während der nächsten
Jahrzehnte, hieß dann nur noch „PRAMO“ und war „lebenswichtig“. Der Renner waren anfangs drei Schnittmusterbögen, aus denen 15 unterschiedliche Kleider gefertigt werden konnten. Es bedurfte nur weniger Veränderungen, um aus einem Schnitt mehrere neue Kleider zu machen. So konnte Frau sich individuell kleiden und ihrem eigenen Typ gerecht werden. Diese Kleiderschnitt war sehr adrett, betonte das Feminine und bestach durch die Unterschiedlichkeit.
Ebenfalls eine der ersten Zeitschriften war „Die Frau von heute“. Erstmals erschien sie im Februar 1946 in der sowjetisch besetzten Zone. Mitte der fünfziger Jahre, konkret seit 1956, kam eine Zeitschrift für Mode und Kultur hinzu. Sie hieß „Sibylle“ und wurde vom Modeinstitut der DDR herausgegeben. Sie fand einen enormen Zuspruch. Die Exemplare reichten nie aus. Mit 200.000 Heften deckte die „Sibylle“ nicht annähernd den Bedarf der weiblichen Bevölkerung. Die „Sibylle“ war hervorragend aufgemacht. Ausgezeichnete Fotografen arbeiten für diese Zeitschrift und die Artikel waren von hoher Qualität. Nur sechs Mal im Jahr erschien sie und sie war stets vergriffen, kaum dass sie ausgeliefert worden war.
Die DDR-Mode in den fünfziger Jahren hatte noch kaum eine eigenständige Linie. Doch alles war von staatlicher Seite darauf ausgerichtet, diesen Zustand zu ändern. Fachkräfte wurden gefördert und auch wenn es in der Rückschau nicht überdeutlich wird; das Zeug, gute Mode zu kreieren, hatten die jungen DDR-Modemacher durchaus. Angesichts der Umstände, unter denen ihre Mode sich einen Weg bahnen musste, ist sie keinesfalls belächelnswert. Eher ringt sie dem Betrachter Bewunderung ab.
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