Die Geschichte der temporären Läden


Faszination für das Unbekannte
Bereits in der Antike gab es die fliegenden Händler. Sie reisten, soweit es die damalige Zeit

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erlaubte. Immer mit dem Wunsch, die Menschen ferner Länder miteinander zu verbinden und Waren von einer Stadt zur anderen zu bringen. Sie sind seit jeher die Boten, mit deren Hilfe sich die Welt selbst kennen lernt. Mitgebrachte Kulturschätze offenbaren anderen Völkern fremde Sitten und Traditionen. Die Faszination der Menschen für das Unbekannte, ist bis heute ungebrochen. Temporäre Läden auf Messen und Märkten haben eine besondere Anziehungskraft. Die Möglichkeit unter den Ersten zu sein, wenn etwas ganz Neues zum Kauf angeboten wird, will sich niemand entgehen lassen.


Revolutionäre Entwicklung
Schon im römischen Reich priesen Händler ihre Waren an, die sie während ihrer Reisen von weither mitbrachten. So kamen vor vielen tausend Jahren auch die ersten Seifenstücke aus dem Orient nach Rom. Erst dann wurde dort mit der Herstellung von Seife begonnen. Dies revolutionierte die Körperhygiene, die Schönheitsrituale der römischen Oberschicht und schließlich die Badekultur der gesamten Bevölkerung auf dem europäischen Kontinent.

Kunst und Zauberei
Im Mittelalter waren es vor allem die Jahrmärkte, auf denen für mehrere Tage eine besondere

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Kulisse aufgebaut wurde um den Menschen viele unterschiedliche Waren für einen bestimmten Zeitraum zum Kauf anzubieten. Schon damals legten die Künstler und Händler viel Wert auf ansprechende Details. Das Einkaufen sollte ein Erlebnis sein. Am besten für die ganze Familie. Eine bunte Mischung aus Musik, Tanz, Kunst und Zauberei, zog die Besucher in ihren Bann. Alle sollten sich wohlfühlen und den Einkauf als Entspannung erleben. Modische Extravaganz und ausgefallene Kleidung faszinieren die Menschen seit jeher. Ein Jahrmarkt war schon im Mittelalter ein Schauspiel für alle Bevölkerungsschichten. Wer es sich leisten konnte, kaufte reichlich ein. Wer wenig oder gar kein Geld in der Tasche hatte, für den gab es viel zu sehen.

Der Wochenmarkt
Für die Dinge des täglichen Bedarfs zogen die Bauern mit Handkarren oder Pferdekutschen durch die Dörfer und boten den Leuten dort ihre Ernte an. Viele Menschen besaßen keine eigene Transportmöglichkeit und waren dankbar, dass sie direkt vor der eigenen Tür die Grundnahrungsmittel erwerben konnten. An einem anderen Tag kam ein Händler mit anderen Dingen des täglichen Bedarfs in das Dorf und bot zum Beispiel Haushaltsgegenstände oder Töpferwaren an. Mit zunehmender Mobilität der Leute entwickelten sich die Wochenmärkte. Nun fanden sich die Händler an bestimmten Tagen, an einem festgelegten Ort zusammen und die Kunden kamen zu ihnen. Der Einkauf wurde wieder zum Erlebnis und es begann sich unter den Händlern eine Konkurrenz zu entwickeln, um die besten Angebote und die meisten Kunden. Dadurch entstand eine große Vielfalt. Jeder wollte gerne etwas Exklusives anbieten, das es so noch nicht gab.

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Inspiration Pop-up
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Junge Unternehmen mit einer guten Idee, möchten diese bekannt machen und gewinnbringend präsentieren. Daraus entwickelte sich erfolgreich die Idee der Pop-up-Stores: eine moderne Variante der temporären Läden. Die Kunst des gelungenen Auftritts besteht darin, auf meist kleiner Ladenfläche eine ganze Produktwelt für nur wenige Wochen ansprechend zu präsentieren, wie es der Pop-Up Store von Peek & Cloppenburg vormacht. Die Themen sind an die aktuelle Saison angepasst und eine breite Produktvielfalt rund um das Motto wird angeboten. Die richtige Zielgruppe soll sich dabei direkt angesprochen fühlen. Malls die sich auf die Bereitstellung von Präsentationsflächen für temporäre Läden spezialisiert haben, bieten ihren Besuchern vor allem Abwechslungen. Wer hier herkommt, ist auf der Suche nach Inspiration und hat Lust auf etwas ganz Neues.