Geschichte der Börse

Eine Börse ist ursprünglich ein Markt, auf dem sogenannte vertretbare Sachen in organisierter Form nach ganz bestimmten Regeln angeboten und nachgefragt werden. So gibt es eine Börse nicht nur für Wertpapiere wie Aktien und Anleihen, sondern auch für Devisen und Rohstoffe.

Das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage an der Börse wird während fest vorgegebener Zeiten von sogenannten Maklern organisiert. Angebot und Nachfrage gleichen sich aneinander an durch die Festlegung der Kauf- und Verkaufspreises, auch Kurs genannt. Gerade an einer Wertpapierbörse erklären sich mit den kontinuierlichen Änderungen von Angebot und Nachfrage auch die ständigen Schwankungen der Kurse. Letztlich erfolgt dabei eine beaufsichtigte Bildung des Preises, was zu einer besseren Markttransparenz und zu einem höheren Schutz vor Manipulation führen soll. Zu den weltweit bedeutenden Börsen zählen die New York Stock Exchange und die NASDAQ in New York, die
London Stock Exchange in London, die Tokyo Stock Exchange in Tokio und auch die Frankfurter Wertpapierbörse.
Im Jahr 1531 wurde das erste offizielle Börsengebäude erbaut, die entsprechende Börse dazu gibt es sogar schon seit dem Jahr 1409. Allerdings war dies nicht eine der heute so bedeutsamen Börsenplätze, sondern die Börse Brügge in Belgien. Bereits im Jahr 1460 kam die Börse Antwerpen in Belgien hinzu. Etwa zu Mitte des 16. Jahrhunderts um das Jahr 1540 erhielt Frankreich seine erste Börse in Lyon.
Ebenfalls im Jahr 1540 folgten die ersten Börsen in Deutschland, allerdings nicht am heute weltweit sehr umsatzstarken Standort
Frankfurt sondern in Augsburg und in Nürnberg. Die Kölner Börse kam im Jahr 1553 und die Hamburger Börse fünf Jahre später. Im Jahr 1571 schließlich formierte sich die London Stock Exchange in Großbritannien, und auch die Börse Frankfurt folgte endlich im Jahr 1585.
Die Berliner Börse wurde 1731 gegründet, im selben Jahr in dem auch Russland auf die Börse in St. Petersburg zurück blickt, und seit den 1830er Jahren kann sich sogar Kalkutta in Indien rühmen, mit der Calcutta Stock Exchange eine eigene Börse zu haben. Im Jahr 1845 schließlich folgte Brasilien mit der Rio de Janeiro Stock Exchange.
Im Lauf der Jahre kamen weltweit eine ganze Reihe weiterer Börsen von mehr oder minder großer Bedeutung hinzu. Die gewichtige Börse in Tokyo wurde am
01. April 1949 gegründet, und die berühmte New Yorker NASDAQ besteht seit dem 08. Februar 1971.
Selbst die aufstrebende Wirtschaftsmacht China darf sich seit dem
26. November 1990 rühmen, mit der Shanghai Stock Exchange eine Börse ihr Eigen zu nennen. Eine der neuesten Börsenplätze ist auch in Zypern zu finden, wo die Cyprus Stock Exchange am 29. März 1996 eröffnete.
Traurige Berühmtheit erlangten in der bewegten Geschichte der Börse einzelne „schwarze“ Tage – Tage, an denen die Kurse von Unternehmen unterschiedlichster Branchen in den Keller stürzten und viele Anleger um ihr Vermögen brachen. Der
28. Oktober 1929 ist an der Wall Street in New York als „Black Monday“ berühmt, an diesem Tag stürzte der Dow Jones fast ins Bodenlose.
Auch im
September 2008 führte die damalige Finanz- und Bankenkrise durch mehrere Bankenpleiten zu Kursverlusten in einem großen Umfang. Einige Börsen mussten den weltweiten Handel damals zeitweise sogar ganz aussetzen.