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Nobelpreise, Bombenanschläge und die LKW-Maut

Oktober 2003
In Stockholm waren die alljährlichen Nobelpreise verliehen worden. Der Friedennobelpreis wurde in der norwegischen Hauptstadt Oslo vergeben, eine Sensation, denn er wurde einer Muslima überreicht. Höhepunkte in den Schlagzeilen waren aber leider auch wieder die zahlreichen Anschläge, die im Irak verübt wurden und bei denen nach wie vor Menschen ums Leben gekommen waren. Der Nahe Osten war weiterhin ein Brennpunkt diverser Unruhen. Auch Israel und die Palästinenser hatten keinen Frieden, wenngleich die Politik des israelischen Staatschefs Scharon im eigenen Land keine ungeteilte Zustimmung fand. Wie klein waren dagegen die Sorgen, die Deutschland beschäftigten – unter anderem die LKW-Maut.
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November 2003 >>

Wichtige Ereignisse im Januar 2003
1. Oktober
In Brüssel (Belgien) schlug der EU-Kommissar Romano Prodi ein Programm zur Wirtschaftsförderung innerhalb der Europäischen Union vor. Hierbei waren die Hauptpunkte die Förderung des Verkehrswesens und der Bereich Forschung und Entwicklung.
2. Oktober
In der irakischen Stadt Kirkuk im Norden des Landes sprengten sich am Abend zwei jugendliche Selbstmordattentäter vor einem Waschsalon in die Luft. Der Waschsalon wurde von US-Soldaten benutzt. Außer den beiden Attentätern wurde niemand verletzt.
2. Oktober
Die Königliche Schwedische Akademie in Stockholm gab bekannt, dass der Nobelpreis für Literatur in diesem Jahr an den südafrikanischen Schriftsteller J. M. Coetze verliehen werde.
2. Oktober
Durch die Explosion einer Mine kamen in der afghanischen Hauptstadt Kabul zwei kanadische Soldaten der Schutztruppe ISAF ums Leben. Drei weitere Soldaten erlitten Verletzungen.
2. Oktober
In der kerntechnischen Anlage Nyŏngbyŏn in Nordkorea wurden 8.000 Brennstäbe aufbereitet. Damit hätte das Land die Möglichkeit, Atombomben herzustellen. Diese sollten zur Abschreckung einer Invasion seitens der Vereinigten Staaten dienen.
3. Oktober
TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT
3. Oktober
Erstmalig wurde am Tag der deutschen Einheit der Preis „Quadriga“ in Berlin vergeben für Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wirtschaft vergeben. In der Kategorie „Charisma des Weltbürgers“ erhielt der Schauspieler Armin Mueller-Stahl den Preis. In der Kategorie „Symbol der Republik“ wurde der Preis an den britischen Architekten Norman Foster verliehen.
3. Oktober
Anlässlich des 13. Jahrestages der deutschen Einheit fanden landesweit Feiern statt. Der Überlebende der KZs Auschwitz und Buchenwald, Imre Kertész, sprach bei der zentralen Feier in Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Am Abend schloss die Veranstaltung mit einem Feuerwerk ab.
3. Oktober
Der deutsche Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestages, Martin Hohmann, hielt eine Bundestagsrede, die als antisemitisch kritisiert wurde. Sie führte einen Monat danach zur Entlassung eines Brigadegenerals. Die Rede weitete sich zur so genannten Hohmann-Affäre
3. Oktober
Von Pakistan war eine atomwaffenfähige Kurzstreckenrakete getestet worden. Mit dieser Rakete könnte auch das Nachbarland Indien erreicht werden, mit dem Pakistan in Feindschaft existierte.
3. Oktober
Auf der philippinischen Insel Mindanao, in Midsayap (Provinz Cotabato), wurde eine Handgranate auf eine Moschee geworfen. Es kamen dabei vier Menschen ums Leben. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.
3. Oktober
In Las Vegas (US-Bundesstaat Nevada) wurde Roy Horn (Duo Siegfried und Roy) von dem siebenjährigen Tiger Montecore während einer Show im „Mirage“ attackiert und schwer verletzt. Es war der erste Auftritt des Tigers. Roy Horn hatte viel Blut verloren und musste in ein Hospital eingeliefert werden.
4. Oktober
Im Oman fanden erstmals Wahlen statt, bei denen alle Personen über 21 Jahren, auch Frauen, wahlberechtigt waren.
4. Oktober
In einem Restaurant in Haifa (Israel) sprengte sich eine 27-jährige Palästinenserin in die Luft. Außer ihr starben bei dem Selbstmordattentat 19 Menschen. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Dschihad. Von führenden israelischen Politikern wurde Vergeltung angekündigt.
4. Oktober
Im Norden des Westjordanlandes wurde ein Palästinenser im Flüchtlingslager Tulkarem von israelischen Soldaten erschossen. Er soll Mitglied der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden gewesen sein. Palästinensischen Angaben zufolge wurde auch ein neunjähriger Junge getötet.
4. Oktober
Erstmals fanden im Oman allgemeine Wahlen statt, bei denen die Frauen ebenfalls wahlberechtigt waren.
5. Oktober
In Tschetschenien fanden Präsidentschaftswahlen statt.
5. Oktober
Im Norden der Volksrepublik China waren nach starken Regenfällen Hunderttausende Menschen von einer Flutkatastrophe bedroht. Es drohten der Gelbe Fluss und dessen Nebenarme über die Ufer zu treten.
5. Oktober
Ein Ausbildungs-Lager des Islamischen Dschihad in Syrien wurde von der israelischen Luftwaffe unter Beschuss genommen. Das war die angekündigte Vergeltung für den Terroranschlag vom Vortag, der sich im Flüchtlingslager Tulkarem ereignet hatte.
5. Oktober
in Tschetschenien erhielt der moskau-treue Kandidat Achmat Kadyrow 81 % der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen. Beobachter kritisierten die Wahl, weil sie in keiner Weise westlichen Standards entsprochen hätte.
6. Oktober
Nach Aussage des Bundesverkehrsministers Manfred Stolpe solle die LKW-Maut nun doch erst Anfang 2004 eingeführt werden. Mit dem Beginn des Probebetriebs könne aber eventuell noch im Oktober 2003 gerechnet werden. Weiterhin unklar blieb, ob das Betreiberkonsortium „Toll Collect“ für die entstehenden Ausfälle von etwa 140 Millionen Euro pro Monat aufkommen müsse.
6. Oktober
Der von den Vereinigten Staaten und Großbritannien eingebrachte Resolutionsentwurf zur Zukunft des Iraks, der eine UN-Friedensmission mit einem Truppenkontingent unter US-amerikanischer Führung vorsah, wurde mehrheitlich zurückgewiesen, unter anderem von Russland, Frankreich und Deutschland. Über den Text einer Irak-Resolution musste nun erneut verhandelt werden.
6. Oktober
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm erhielten Paul Christian Lauterbur und Peter Mansfield den diesjährigen Nobelpreis für Medizin für ihre Arbeiten zur Magnetresonanztomografie.
7. Oktober
Der österreichisch-US-amerikanische Schauspieler und Republikaner Arnold Schwarzenegger gewann die Recall-Wahlen im US-Bundesstaat Kalifornien gegen den amtierenden Gouverneur, den Demokraten Gray Davis, der mittels einer Volksabstimmung seines Amtes enthoben wurde. Schwarzenegger wurde damit Gouverneur des Bundesstaates. Er hatte die Abstimmung der kalifornischen Wahlberechtigten vor dem Demokraten Cruz Bustamente gewonnen. Die Wahl Schwarzeneggers, der ein gebürtiger Österreicher ist, hatte im deutschsprachigen Raum für Aussehen gesorgt.
7. Oktober
Mehrheitlich hatte das türkische Parlament für die Entsendung türkischer Truppen in den Irak gestimmt, um dort zur Friedenssicherung beizutragen. Später zog die Türkei angesichts der stetig angespannten Sicherheitslage ihr Angebot zurück.
7. Oktober
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm wurde der Nobelpreis für Physik im Jahr 2003 an Alexei Alexejewitsch Abrikossow, an Witali Lasarewitsch Ginsburg und an Anthony James Leggett für ihre Arbeiten im Bereich der Supraleiter und der Suprafluidität verliehen.
8. Oktober
Das Nobelpreis-Komitee gab bekannt, dass der Chemie-Nobelpreis des Jahres 2003 an Peter Agre und Roderick MacKinnon vergeben werde, die ihn für ihre Forschung an Aquaporinen (Proteine, die in Zellmembranen den Stofftransport gewährleisten) erhalten.
9. Oktober
In der russischen Stadt Togliatti wurde der Chefredakteur der unabhängigen russischen Wochenzeitung „Tolattinskoje Obosrenije“, Alexei Sidorow, überfallen und umgebracht. Zuvor hatte das Blatt mehrmals über kriminelle Machenschaften in der Stadt berichtet.
9. Oktober
Die nichtstaatliche Organisation zur Bekämpfung biologischer Waffen (Sunshine-Project) wies in einer Presseerklärung auf Forschungen hin, die die Spanische Grippe restaurieren sollten. Die Spanische Grippe war ein außergewöhnlich tödlicher Virenstamm, der 1918 mehr als 20 Millionen Menschen das Leben gekostet hatte.
9. Oktober
US-Soldaten waren in Sadr City, einem Stadtteil der irakischen Hauptstadt Bagdad, in einen Hinterhalt gelockt worden. Zwei von ihnen wurden getötet, vier waren verwundet worden. Ebenfalls in Sadr City fand eine Attacke auf eine Polizeistation statt, bei der zehn Menschen ums Leben kamen. Der Stadtteil wird überwiegend von Schiiten bewohnt.
9. Oktober
Ein spanischer Diplomat wurde in Bagdad durch ein Attentat umgebracht.
9. Oktober
In Afghanistan kamen bei Kämpfen zwischen den Truppen des usbekischen Generals Abdul Rashid Dostum und des tadschikischen Kriegsherrn Mohammed Atta mindestens 70 Menschen ums Leben. Inzwischen war durch den afghanischen Innenminister Ali Ahmad Dschalali und dem britischen Botschafter Ron Nash ein Waffenstillstand zwischen den beiden Warlords ausgehandelt worden.
9. Oktober
Bei einem Busunglück in Indonesien kamen mehr als 54 Schülerinnen ums Leben.
9. Oktober
Mit Unterstützung durch Hubschrauber und Panzer drang die israelische Armee in das palästinensische Flüchtlingslage Rafah im Gaza-Streifen ein. Mindesten drei Personen starben. Weitere 24 Menschen wurden verletzt. Eigenen Angaben zufolge wollte die Armee Tunnel zum Waffenschmuggel vernichten.
10. Oktober
In Japan löste der Premierminister Junichiro Koizumi das Parlament auf und setzte Neuwahlen für den 9. November an. Durch die Neuwahlen erhoffte er sich eine Stärkung seiner Partei.
10. Oktober
Als erste Muslima erhielt die iranische Anwältin Schirin Ebadi den Friedensnobelpreis.
10. Oktober
In Magdeburg wurde das Wasserstraßenkreuz in Betrieb genommen. Die neue Kanalbrücke über die Elbe, die ein Teil des Wasserstraßenkreuzes ist, wurde eingeweiht. Sie ist mit einer Länge von 918 Metern die größte ihrer Art in Europa.
Die Fahrzeit von Binnenschiffen verkürzte sich in Ost-West-Richtung um vier Stunden. Sie verbindet den Mittellandkanal mit dem Elbe-Havel-Kanal in direkter Weise. Bereits in den 1930er Jahren war diese Brücke geplant gewesen. Der Bau war wegen des Krieges eingestellt worden.
10. Oktober
Mindestens vier kurdische Kämpfer waren bei einer Offensive, die von der türkischen Armee gegen die kurdische PKK verübt worden war, ums Leben gekommen.
10. Oktober
Im Irak starben zwei Mitarbeiter eines Ölunternehmens bei einem Bombenanschlag auf einen Bus. Vier weitere Menschen wurden verletzt.
11. Oktober
Angaben des Magazins „Der Spiegel“ zufolge sei Israel bereit, gegen iranischen Atomanlagen militärische Schläge auszuführen.
12. Oktober
Die Kommunalwahlen in Albanien endeten mit leichtem Stimmgewinn für die Opposition.
12. Oktober
Zum sechsten Mal wurde Michael Schumacher Sieger der Formel-1.
12. Oktober
Nach einem Golden Goal gewannen die deutschen Fußballerinnen die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in einem spannenden Endspiel mit 2:1 gegen die Mannschaft der Schwedinnen.
12. Oktober
In der Frankfurter Paulskirche wurde der US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Sontag der diesjährige
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels überreicht. Sie betonte in ihrer Dankesrede die Bedeutung der europäischen und deutschen Literatur für ihr Leben. Dabei hob sie besonders den „Zauberberg“ von Thomas Mann hervor. Sie erzählte außerdem, dass sie als Kind Albträume gehabt hatte, in denen nationalsozialistische Kriegsgefangene ausbrachen und versuchte hatten, sie zu ermorden.
13. Oktober
Das Pierre-Werner-Institut in Luxemburg wurde vom deutschen Außenminister Joschka Fischer, seinem französischen Kollegen Dominique de Villepin und der luxemburgischen Außenministerin Lydie Polfer eröffnet.
13. Oktober
Mit 280.000 Besuchern (einem Plus von 8,7% im Vergleich zum Vorjahr) und gleichermaßen einem Besucherrekord, endete die Frankfurter Buchmesse. Sechs Tage lang hatten 6.600 Aussteller aus mehr als 100 Ländern ihre Bücher vorgestellt. Das Gastland 2003 war Russland gewesen. Die Buchmesse, die 2004 vom 6. bis 11. Oktober stattfinden wird, hat als Gastland die Arabische Welt geplant.
14. Oktober
In Liberia wurde Gyude Bryant als Staats- und Regierungspräsident der Übergangsregierung vereidigt. Mit seiner Person verbanden sich die Hoffnungen auf ein Ende der Auseinandersetzungen im Land. Der frühere Machthaber Charles Taylor war im August von seinem Amt zurückgetreten. Sein Stellvertreter Moses Blah hatte vorübergehend das Präsidentenamt ausgeübt.
14. Oktober
In der iranischen Hauptstadt Teheran wurde die diesjährige Trägerin des Friedensnobelpreises aus Paris kommend von Zehntausenden Iranern auf dem Flughafen begeistert empfangen.
14. Oktober
In Washington, D. C. unterzeichneten Deutschland und die USA ein Rechtshilfe-Abkommen, wodurch beide Seiten in Zukunft Beweismittel beschlagnahmen, Zeugen verhören, Urkunden austauschen und nach gesuchten Personen fahnden könnten. Jedoch dürfe aus der Bundesrepublik stammendes Beweismaterial nicht zur Verhängung der Todesstrafe in den USA verwendet werden.
14. Oktober
In Berlin starb der Unterhaltungskünstler aus der DDR, Heinz Quermann im Alter von 82 Jahren. Quermann war
10. Februar 1921 in Hannover geboren worden. In der DDR hatte er Fernsehgeschichte geschrieben.
15. Oktober
In Aserbaidschan wurde İlham Əliyev, der Sohn des bisherigen Präsidenten, zum neuen Präsidenten des Landes gewählt. Von der Opposition wurde Wahlbetrug kritisiert. Internationale Beobachter berichteten von Unregelmäßigkeiten, zu denen es gekommen sei.
15. Oktober
Das erste bemannte Raumschiff Chinas mit dem Taikonauten Yang Liwei wurde um 3:00 Uhr MEZ (9:00 Uhr Ortszeit) gestartet. Die Trägerrakete mit dem Raumschiff „Shenzhou“ hob von ihrem Startplatz in der Wüste Gobi ab.
15. Oktober
Im Gaza-Streifen kamen bei einem Raketenangriff auf einen Konvoi von US-Diplomatenfahrzeugen drei Menschen ums Leben. US-Außenminister Colin Powell forderte den palästinensischen Regierungschef Qurai auf, eindringlich gegen den Terrorismus vorzugehen.
16. Oktober
In New York (USA) gab es ein schweres Fährunglück. Zehn Menschen starben, als die Fähre von Manhattan nach Staten Island eine Kaimauer rammte.
16.Oktober
Die Fluggesellschaft Aero Lloyd, die ihren Sitz in Oberursel (Taunus) hatte, meldete Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein. Tausende Passagiere saßen unvorbereitet auf den Flughäfen fest.
16. Oktober
Bis zum Ende des Jahres 2004 sollte eine Kommission in Deutschland Vorschläge für eine Reform des Föderalismussystems in der Bundesrepublik erarbeiten.
16. Oktober
In Rom feierte Papst Johannes Paul II. im Alter von 83 Jahren sein silbernes Pontifikats-Jubiläum. Mit hundertausenden Gläubigen kam er auf dem Petersplatz zu einer Messe zusammen. Dabei rief er zum Kampf gegen Armut, gegen Ungerechtigkeit und gegen Krieg auf.
16. Oktober
Der erste chinesische Taikonaut, Yang Liwei, der tags zuvor ins All geflogen war, landete am Morgen wohlbehalten wieder auf der Erde.
16. Oktober
Vom UN-Sicherheitsrat wurde die Resolution 1511 einstimmig beschlossen. In ihr wurde erklärt, dass die Souveränität im Irak „so bald wie möglich“ an eine eigene irakische Regierung übertragen werden solle. Die Staaten der Welt wurden aufgerufen, den Wiederaufbau zu unterstützen und dabei mitzuwirken. Die Sicherheit solle zunächst durch die US-geführten Koalitionstruppen gewährleistet werden. Auch Syrien befürwortete überraschenderweise diesen Beschluss.
17. Oktober
Mit 1 Million Euro unterstützte das deutsche Auswärtige Amt Frauenprojekte in Kandahar (Afghanistan).
17. Oktober
In Bolivien trat Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada von seinem Regierungsamt zurück. Neuer Staatspräsident und Regierungschef wurde Carlos Mesa.
17. Oktober
Zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik wurde ein Abkommen über Sozialversicherung getroffen.
17. Oktober
Von 38 österreichischen Organisationen wurde am heutigen „Tag der Armutsbeseitigung“ die so genannte „Nullkommasieben-Kampagne“ gestartet. Die Republik Österreich wollte eine 1970 eingegangene Verpflichtung erfüllen, bei der sich die Mitgliedsstaaten der UNO verpflichtet hatten, 0,7% des Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Bis zum Jahr 2001 hatte das Land aber lediglich 0,29% ausgegeben.
17. Oktober
Ein zweitägiges Gipfeltreffen der Europäischen Union ging in Brüssel (Belgien) zu Ende. Es hatte kaum konkrete Beschlüsse gegeben. Neu war allerdings, dass sich ein Regierungschef durch den eines anderen Mitgliedsstaates vertreten lassen hatte, um bei den „Reform“-Entscheidungen im Bundestag anwesend sein zu können: Der französische Präsident Jacques Chirac vertrat den Bundeskanzler Gerhard Schröder.
18. Oktober
In Rumänien wurde eine neue Verfassung angenommen.
18. Oktober
Der neue Präsident von Bolivien, den das Parlament gewählt hatte, war der 50-jährige Historiker und Medienunternehmer Carlos Mesa. Sein Vorgänger, Gonzalo Sánchez de Lozada hatte schon vordem um seinen Rücktritt gebeten wegen der wochenlangen Proteste gegen seine Wirtschaftspolitik. Der neue Präsident kündigte eine Volksabstimmung über den geplanten Erdgas-Export an und außerdem Neuwahlen noch vor dem regulären Termin 2007.
18. Oktober
Im Alter von 64 Jahren war der spanische Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán auf dem Flughafen in Bangkok gestorben. Montalbán hatte zu den Gegnern der Franco-Diktatur gehört. Er war international bekannt geworden vor allem mit seinen Kriminal-Romanen über den Privatdetektiv Pepe Carvalho. Montalbán war am 27. Juli 1939 in Barcelona geboren worden.
18. Oktober
In der thailändischen Hauptstadt Bangkok traf
US-Präsident George W. Bush mit führenden Vertretern der AEPC (Asia-Pacific Economic Cooperation) zusammen. Erörtert wurden Fragen der Terrorismusbekämpfung und des internationalen Handels.
19. Oktober
In der Schweiz fanden Parlamentswahlen statt, zu denen 4,7Millionen Schweizer aufgerufen waren. Die stärkste Fraktion im Nationalrat wurde die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) mit ihrem Spitzenkandidaten, dem Anti-Europäer und Populisten Christoph Blocher. Ein Stimmenzugewinn von elf Stimmen brachte der Partei 55 Sitze. Die Sozialdemokratische Partei (SP) erreichte 52 Sitze, die Grünen 13. Zu den Verlierern der Wahl gehörten die Freisinnige Volkspartei (FDP) und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP).
19. Oktober
In Rom sprach Papst Johannes Paul II. Mutter Teresa von Calcutta selig.
19. Oktober
Im Alter von 78 Jahren starb der ehemalige bosnische Präsident Alija Izetbegović, der sein Amt von 1992 bis 1995 ausgeübt hatte, in Sarajevo. Er war am 8. August 1925 in Bosanski Šamac (Jugoslawien) geboren worden.
20. Oktober
In diesem Jahr hatte das amerikanische Etat-Defizit ein Rekordhoch von etwa 374 Milliarden Dollar erreicht. Das waren pro Kopf eine Neuverschuldung der Vereinigten Staaten auf Bundesebene von 1345 Dollar. Außer der schwachen Wirtschaftslage waren vor allem die Ausgaben für den Irak-Krieg und Steuersenkungen der Grund für diesen Anstieg gewesen.
21. Oktober
Im Kuipergürtel wurde der Zwergplanet Eris von Michael E. Brown, Chad Trujillo und David Lincoln Rabinowitz entdeckt.
21. Oktober
In Österreich wurde der Infrastrukturminister Hubert Gorbach als neuer Vizekanzler des Landes angelobt. Er löste Sozialminister Herbert Haupt in diesem Amt ab.
21. Oktober
Riesige Heuschreckenschwärme wurde aus Mauretanien, Niger und dem Sudan gemeldet. Befürchtet wurde eine Ausweitung auf weite Teile Nordafrikas.
21. Oktober
Von den sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten wurde das Herbstgutachten vorgelegt. Darin rechneten sie mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent für 2004 nach einer Stagnation für 2003. Für das nächste Jahr wurde aber auch mit einer erneuten Verletzung der 3%-Neuverschuldungsgrenze der Maastrichter Kriterien um 0,5 Prozentpunkte gerechnet. Bei der Zahl der Arbeitslosen sei ein weiterer, aber leichter Zuwachs von 4,4 Millionen im Jahr 2003 auf 4,45 Millionen im Jahr 2004 zu erwarten, hieß es in den Gutachten.
22. Oktober
In die Kritik des US-Kongresses geriet die Preispolitik des US-Konzerns Halliburton. Der Konzern hatte im Irak Benzin teurer als in den Vereinigten Staaten verkauft, für 1,59 Dollar/Gallone. Ein irakisches Unternehmen hatte Benzin für 98 Cent/Gallone anbieten können. Nachforschungen hatten ergeben, dass die Gelder für Benzin zum Teil aus dem UN-Fonds „Öl für Lebensmittel“ gekommen waren.
22. Oktober
Einer Studie von „Sunshine-Project“ zufolge, seien ethnische Waffen möglich. Es wären biologische Waffen, die nur bestimmte Völker aufgrund ihrer genetischen Disposition treffen würden.
22. Oktober
Einer Veröffentlichung des Vertrages mit dem Verkehrsministerium in Deutschland hatte das Mauterhebungsunternehmen „Toll Collect“ zugestimmt.
22. Oktober
Die UN-Generalversammlung hatte den Bau der israelischen Sperranlagen mit einem Votum von 144 gegen 4 Stimmen verurteilt. Dessen ungeachtet wolle Israel den umstrittenen Grenzzaun weiter ausbauen, der weitgehend jenseits der Grünen Linie auf dem Territorium der West Bank (Westjordanland) verläuft.
22. Oktober
Der österreichische Nationalrat lehnte den Antrag auf einen Untersuchungsausschuss zum Aktienbesitz von Finanzminister Karl-Heinz Grasser ab. Der Minister war kritisiert worden, seinen Aktienbesitz nicht ordnungsgemäß dem Unvereinbarkeits-Ausschuss gemeldet zu haben.
23. Oktober
Die nach Plänen des Architekten Frank Gehry erbaute Walt Disney Concert Hall wurde in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) eröffnet.
23. Oktober
Eines Berichtes der TV-Sendung „Panorama“ zufolge hatten die Schatzmeister der bayerischen FDP und CSU illegale Spendenangebote von als Bauunternehmer getarnten Journalisten angenommen. Diese waren mit der Bitte an die Parteien herangetreten, Spenden von mehr als 30.000 Euro anonym zu platzieren. Von den Schatzmeistern der Parteien war die Empfehlung gekommen, die Spende zu stückeln und die Verteilung auf Frau und Kinder als Spender vorzunehmen. Grüne und SPD hatten die gleichen Angebote als illegal abgelehnt.
23. Oktober
Im Süden Russlands war es in einer Kohlegrube zu einem Unglück gekommen. In 800 Metern Tiefe waren nach einem Wassereinbruch und einem anschließenden Stromausfall 46 Bergleute des Bergwerks Schachty in der Region Rostow am Don eingeschlossen worden.
23. Oktober
Mit der Mehrheit der Regierungskoalition hatte das Parlament in Österreich ein neues Asylgesetz verabschiedet. Es wurde von der Opposition und von Menschenrechtlern kritisiert, da es die Rechte der Asylbewerber deutlich einschränkte.
24. Oktober
Das Engagement Deutschlands in Afghanistan wurde verstärkt. Es wurden im Herbst 2003 zwei Außenstellen der Botschaft Kabul in Kundus und in Herat eingerichtet.
24. Oktober
Der letzte kommerzielle Flug der Concorde von New York nach London wurde von British Airways absolviert. Nach drei Jahrzehnten ging die Ära der Concorde zu Ende. Der Grund für die Außerdienststellung war ein Absturz im Juli des Jahres 2000 unweit von Paris.
24. Oktober
Schwere Vorwürfe gegen den Nachrichtendienst CIA erhob ein Komitee des US-Senats. Der Geheimdienst habe im Vorfeld des Irak-Krieges mangelhafte Aufklärungsarbeit geleistet.
25. Oktober
Neuer Premierminister in Jordanien wurde Faisal al-Fayiz.
25. Oktober
Der portugiesische Fußballverein Benfica Lissabon nahm seine neue Spielstätte, die Sportarena Estádio da Luz in Betrieb.
25. Oktober
Der deutsche Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge erhielt in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2003. Der Literaturhistoriker und Mäzen Jan Philipp Reemtsma hielt die Laudatio.
25. Oktober
Nahe der irakischen Stadt Tikrit wurde ein Hubschrauber der US-Truppen beschossen. Der musste daraufhin notlanden und ging dann in Flammen auf. In der Region Kirkuk war am selben Tag ein Anschlag auf einen Bus verübt worden, der mit 50 kurdischen Taekwondoka besetzt war. Die Sportler waren auf dem Weg zu einem Turnier nach Bagdad. Von ihnen wurden elf verletzt, drei davon schwer. Die US-Armee erklärte, dass Guerilla-Kämpfer bei Falludscha drei Zivilisten und zwei weitere Personen verletzt haben sollen. Ein Überlebender gab der US-Armee die Schuld an diesem Angriff. Fünf US-Soldaten wurden in Chaldija im Westen Bagdads verwundet. Zwei weitere erlitten Verletzungen in Baakuba. Im südirakischen Basra wurde bei einem Angriff ein britischer Soldat verletzt.
25. Oktober
Unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung war der zu den russischen Oligarchen gehörende Michail Chodorkowski in Moskau verhaftet worden.
25. Oktober
Von den am Donnerstag eingeschlossenen Bergleute, die in Rostow am Don eingeschlossen worden waren, konnten 33 befreit werden. Die anderen Vermissten schienen ebenfalls noch am Leben zu sein.
25. Oktober
Eine schriftliche Sicherheitsgarantie der USA im Atomstreit könne akzeptiert werden, hatte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums angedeutet. Bisher hatte Nordkorea einen Nichtangriffspakt gefordert, der seitens der USA abgelehnt worden war.
25. Oktober
In Washington, D.C. demonstrierten etwa 20.000 Menschen gegen die Irak-Politik ihrer Regierung.
25. Oktober
In El Sahara (Gaza-Streifen) hatte die israelische Armee drei leer stehende Hochhäuser und eine Polizeistation gesprengt, die als Versteck, bzw. als Beobachtungsposten für einen Anschlag in der jüdischen Siedlung Nezarim genutzt worden seien. Bei der jüdischen Siedlung Gusch Katif (Gaza-Streifen) war ein Palästinenser erschossen worden, der ein Sturmgewehr bei sich trug. In Jerusalem (Israel) demonstrierten währenddessen etwa 2.000 Israelis für den Frieden gegen Ariel Scharon. Weiterhin drohte Syrien Israel mit einem Angriff auf Siedlungen auf den Golan-Höhen, falls es zu einem weiteren Angriff auf syrischem Gebiet kommen sollte.
25. Oktober
Bei einem Überfall im Osten Afghanistans wurden zwei CIA-Agenten getötet.
26. Oktober
In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde das El-Raschid-Hotel von mehreren Raketen getroffen. Dort hatten hauptsächlich amerikanische Soldaten gewohnt, zur Zeit auch US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz. Ein Amerikaner kam ums Leben und 15 Menschen wurden verletzt.
26. Oktober
Im Nordwesten der
Volksrepublik China kamen acht Menschen bei zwei Erdbeben ums Leben. Tausende Menschen verloren bei Frost ihr Obdach.
26. Oktober
Die SPD erlitt bei den Kommunalwahlen in Brandenburg schwere Verluste. Zeitgleich mit den Wahlen trat die landesweite Kommunalreform in Kraft. Die Zahl der Gemeinden verringerte sich von einstmals 1.479 auf 422.
26. Oktober
Im US-Bundesstaat wüteten ausgedehnte Waldbrände. Nach Behördenberichten kamen bereits 13 Menschen ums Leben.
27. Oktober
In Mexiko fand die Sicherheitskonferenz statt, die von Protesten im Umfeld der Konferenz begleitet wurde.
27. Oktober
In der Geburtsstadt des Malers Pablo Picasso, im andalusischen Málaga, wurde das „Museo Picasso“ eröffnet.
27. Oktober
Die irakische Hauptstadt Bagdad wurde von einer Serie von Anschlägen erschüttert. Zwei Autobomben trafen das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Weitere Ziele waren das irakische Industrieministerium und eine Polizeistation gewesen. Bei den Anschlägen waren 43 Menschen getötet worden und mehr als 200 Personen wurden verletzt.
27. Oktober
In Nigeria hatten geistliche Führer die Polio-Impfungen gestoppt. Sie wollten Gerüchte über eine Verseuchung des Impfstoffes überprüfen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hatte Nigeria zum Zentrum ihrer Polio-Kampagne gemacht, da dort eine Ausbreitung der Krankheit drohte.
28. Oktober
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte die Union vor einer Blockade der Steuerreform im deutschen Bundesrat gewarnt. Die CSU wurde auch von Chefs mehrerer großer deutscher Wirtschaftsunternehmen zur Zustimmung aufgefordert.
28. Oktober
Bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Falludscha auf eine Polizeistation kamen sechs Menschen ums Leben. Unter den Toten befanden sich auch Schüler einer benachbarten Schule.
28. Oktober
Das 1995 formulierte Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2005 um 25 % gegenüber 1990 zu senken, wurde von der Bundesregierung aufgegeben. Stattdessen galt nun das international vereinbarte Ziel einer Senkung von 21 % bis zum Jahr 2012.
29. Oktober
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder weilte zu einem Besuch in der Hauptstadt der Slowakei, Bratislava.
29. Oktober
Nach sechs Tagen konnten weitere elf verschüttete Bergleute lebend befreit werden, die in Rostow am Don in 800 Metern Tiefe eingeschlossen worden waren. Ein Bergmann wurde tot geborgen und eine weitere Person wurde noch vermisst.
29. Oktober
Der Chef der britischen Konservativen, Iain Duncan Smith, verlor durch ein Misstrauensvotum die Unterstützung seiner Partei. Er trat daraufhin von seinem Amt zurück. Als wahrscheinlicher Nachfolgekandidat war Michael Howard im Gespräch.
30. Oktober
In Luanda, der Hauptstadt Angolas, wurde ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen unterzeichnet.
30. Oktober
Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder reiste zu einem ersten Besuch nach Kroatien.
30. Oktober
Der US-Senat hatte eine Gesetzesvorlage abgelehnt, durch die Betriebe gezwungen worden wären, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2010 auf den Stand von 2000 zurückzufahren.
30. Oktober
In Russland hatte das Verfassungsgericht ein Gesetz gestoppt, nach dem Journalisten im Wahlkampf auf jegliche Kritik an den Kandidaten hätten verzichten müssen.
30. Oktober
In Malaysia hatte nach 22 Jahren Amtszeit der Premierminister Mahathir bin Mohamad seinen Rücktritt erklärt.
31. Oktober
REFORMATIONSTAG
31. Oktober
Mehrere protestantische Bundesländer feierten den Reformationstag, der kein bundesweiter Feiertag ist.
31. Oktober
Vor der Küste von Hawaii wurde die Surferin Bethany Hamilton von einem Hai attackiert. Dabei wurde ihr ein Arm abgebissen.
31. Oktober
In Japan starb die älteste Frau der Welt (lt. Guinness-Buch der Rekorde), Kemato Hongo. Sie war 116 Jahre alt geworden.
31. Oktober
In der irakischen Stadt Falludscha gab es eine starke Bombenexplosion. Bei einem Angriff in Chaldija wurde ein US-Soldat getötet. Vier weitere erlitten Verletzungen. Auch in der Nähe des US-Hauptquartiers in Bagdad war es zu zwei Explosionen gekommen.
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