März 2001 – USA und Russland weisen Diplomaten aus

Kalender März 2001
Nachdem aus den USA am 22. März 2001 50 der Spionage beschuldigte russische Diplomaten ausgewiesen worden waren, kündigte Russland ebenfalls die Ausweisung von 50 US-Diplomaten an. Die USA forderten die Mitarbeiter der russischen Botschaften und Konsulate auf, die USA zu verlassen, weil sie direkt mit dem FBI-Agenten Robert Hanssen zusammengearbeitet haben sollten. Hanssen war im Februar unter dem Verdacht festgenommen worden, mehr als 15 Jahre für Moskau spioniert zu haben.
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Wichtige Ereignisse März 2001

1. März
Indische Behörden meldeten eine Einwohnerzahl von 1 020 000 000 und somit erstmals mehr als eine Milliarde Menschen. Jetzt gab es mit Indien und China in zwei Staaten mehr als eine Milliarde Einwohner.
1. März
In Frankfurt am Main verzeichnete der Nemax 50, der Index der wichtigsten Werte am Neuen Markt, mehrere Allzeittiefs im Tagesverlauf. Er schloss mit 1836,28 Zählern.
1. März
Nach jahrelangen Entwicklungsarbeiten verzichtete die US-Weltraumbehörde NASA aus Kostengründen auf des Nachfolgemodells für die bereits 20 Jahren alten Raumfähren. Das von Lockheed Martin gebaute Super-Raketenflugzeug X-33 hatte bereits Entwicklungskosten in Höhe von einer Milliarde US-Dollar verschlungen. Die Shuttles werden noch mindestens bis zum Jahr 2015 für Raumflüge eingesetzt.
2. März
Im Bamiyan-Tal in Afghanistan begannen die Taliban mit der Zerstörung der weltweit größten frei stehenden Buddha-Statuen.
2. März
Das Ermittlungsverfahren in der CDU-Parteispendenaffäre gegen den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl wurde gegen die Zahlung einer Geldbuße von 300 000 DM vorläufig eingestellt. Damit galt er nicht als vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Kohl wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, weil er Annahme von Spendengeldern in Höhe von mehr als zwei Millionen DM nicht ordnungsgemäß angezeigt hatte.
3. März
Bei Unadilla im US-Bundesstaat Georgia stürzte eine Short 360 der Nationalgarde von Florida ab. Die Ursache des Absturzes von Priority-Air-Transport-Flug 428 war ein Toilettengang es Kapitäns.
3. März
In Las Vegas fand ein Boxkampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft der World Boxing Association (WBA) zwischen dem 29-jährigen John Ruis und dem Titelverteidiger Evander Holyfield statt. Ruis besiegte Holyfield nach 12 Runden durch einen Punktesieg.
3. März
In Mostar kündigte ein Kongress bosnisch-kroatischer Nationalisten trotz internationaler Proteste die 1995 im Friedensabkommen von Dayton festgelegte Staatsstruktur von Bosnien-Herzegowina auf und proklamierte eine eigene Regierung. Die kroatische Nationalversammlung wurde jedoch weder international noch von der bosnischen Regierung anerkannt.
4. März

Schweiz 2001 – Die Verfassungsinitiative „Ja zu Europa“ wurde in einer Volksabstimmung der Schweiz von 76,8 Prozent der Wahlbeteiligten abgelehnt und damit die EU-Beitrittsverhandlungen des Landes. Die Wahlbeteiligung hatte bei 55,8 Prozent gelegen.
4. März
In der Schweiz fand eine Volksabstimmung zum Beitritt der Schweiz zur EU statt. 76,7 Prozent der Stimmberechtigten lehnten es ab, Beitrittsverhandlungen mit der EU aufzunehmen. Der Schweizer Bundesrat wollte frühestens in der nächsten Legislaturperiode, also nach 2003, über Verhandlungen auf Aufnahme in die EU entscheiden.
5. März
In San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien fand in einer Schule ein Amoklauf statt. Ein 15-Jähriger erschoss zwei Mitschüler und verletzte 13 Menschen teils schwer. Die Polizei nahm den Täter fest.
5. März
Laut eines vertraulichen Papiers des Führungsstabes der Streitkräfte steckte die Bundeswehr in einer schweren Finanzkrise. Heer und Luftwaffe seinen „kritisch unter dotiert“, verbreitete die Nachrichtenagentur dpa. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies die Angaben zurück.
6. März
Aufgrund eines Urteils eines US-Berufungsgerichts musste die kostenlose Internet-Musiktauschbörse Napster innerhalb von drei Tagen alle urheberrechtlich geschützten Titel aus ihrem System löschen. Damit stand der kostenlose Musiktausch vor dem Ende.
6. März
In der EU mussten die Tiermärkte wegen der Maul- und Klauenseuche mindestens eine Woche geschlossen bleiben. Ferner wurden Beschränkungen grenzüberschreitender Transporte von ansteckungsgefährdeten Tiere erlassen. Das am 21. Februar erlassene Importverbot für Tiere und Fleischprodukte aus Großbritannien wurde bis zum 27. März verlängert.
7. März
Algerien und Deutschland unterzeichneten ein Seeschifffahrtsabkommen.
7. März
Dileita Mohamed Dileita wurde Premierminister von Dschibuti.
7. März
Der Song „Over the Rainbow“ von Judy Garland wurde von dem Verband der Musik-Industrie in Amerika und der Nationalen Stiftung für die Künste zum besten Song des 20. Jahrhunderts gewählt. Auf den zweiten Platz kam „White Christmas“ von Bing Crosby. Lehrer und Wissenschaftler sollte bei der Umfrage Songs identifizieren, die für das Verständnis der US-Geschichte und der US-Kultur bedeutsam waren und noch sind
7. März
Der deutsche Fußballtrainer Christoph Daum, der über einen Drogentest gestürzt war, unterzeichnete beim türkischen Club Besiktas Istanbul einen Trainervertrag für 18 Monate. Zwischen Januar 1994 und Mai 1996 hatte Daum schon einmal bei Besiktas gearbeitet und in dieser Zeit den Club zum Pokalsieg 1994 und zur Meisterschaft 1995 geführt.
7. März
Die US-Bundesrichterin Shirley Kram lehnte es ab. Sammelklagen gegen deutsche Banken aus der NS-Zeit abzuweisen und begründete ihre Entscheidung damit, dass die deutsche Wirtschaft den Betrag noch nicht vollständig gezahlt hätte. Damit verzögerte sich die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter.
7. März
Algerien/BRD 2001 – Zwischen der BRD und Algerien wurde ein Seeschifffahrtsabkommen geschlossen.
7. März
Dschibuti 2001 – Premierminister in Dschibuti wurde Dileita Mohamed Dileita.
8. März
Der mehrfach vorbestrafte 40-jährige Reemtsma-Entführer Thomas Drach wurde vom Landgericht Hamburg zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Seine in Argentinien abgesessene Haftstrafe von gut zwei Jahren wurde angerechnet. Vier seine Mittäter wurden bereits verurteilt. Das Gericht begründete das Strafmaß damit, dass Drach der Haupttäter bei der Entführung von Jan Philipp Reemtsma im Jahr 1996 gewesen war und mit der hohen Lösegeldsumme von 30 Millionen DM.
9. März
Die US-Raumfähre Discovery dockte mit einer Stunde Verspätung an die internationale Raumstation ISS an. An Bord befanden sich ein russischer Kosmonaut und zwei amerikanische Astronauten, die die Crew der ISS ablösten, die nach vier Monaten auf der Station zur Erde zurückkehrte. Die Discovery hatte auch wissenschaftliche Geräte und Ausrüstungsgegenstände für die ISS an Board.
9. März
Trotz weltweiter Proteste zerstörten die radikal-islamischen Taliban-Milizen, die etwa 90 Prozent von Afghanistan kontrollierten, die beiden55 und 38 Meter hohen Buddah-Statuen in Bamiyan aus religiösen Gründen durch Sprengungen und Granatenbeschuss.
10. März
In Hamburg wurde die Free-Software Foundation Europe gegründet.
10. März
International 2001 – Die Free Software Foundation Europe (FSFE) wurde gegründet als europäische Schwesterorganisation der US-amerikanischen Free Software Foundation (FSF).
10. März
In Stuttgart fand ein Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen statt. Im innerparteilichen Streit um die Atomtransporte nach Gorleben wurde ein Kompromisspapier des Bundesvorstandes gebilligt. Danach sollte nicht zu Blockaden der geplanten Castor-Transporte aufgerufen werden. Die Parteimitglieder dürfen aber an Demonstrationen teilnehmen. Ferner wurde beschlossen, dass Minister der Grünen künftig auf ihr Bundestagsmandat verzichten mussten.
11. März
In Rom sprach Papst Johannes Paul II. 233 Glaubensopfer des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) selig. Die Märtyrer waren nach Vatikanangaben von Anarchokommunisten wegen ihres Glaubens getötet worden. Noch nie zuvor in der Kirchengeschichte wurden so viele Christen auf einmal selig gesprochen.
11. März
Die Maul- und Klauenseuche hatte mit 25 neuen Fällen an einem Tag und insgesamt 164 Fällen einen neuen Höhepunkt in Großbritannien erreicht. Neue Fälle wurden aus England, Wales und Schottland gemeldet.
12. März
In Kuwait warf ein US-Kampfjet vom Typ FA-18 Hornet vom Flugzeugträger „Harry S. Truman“ bei einem Übungsflug versehentlich eine Bombe ab. Der Sprengkörper detonierte auf dem Übungsgelände eines US-Stützpunktes und tötete fünf US-Militärangehörige und einen Manöverbeobachter aus Neuseeland.
12. März
UNESCO/Afghanistan 2001 - Wie von der UNESCO bestätigt wurden hatten Taliban zwei der größten aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. stammenden Buddha-Statuen in Bamiyan (Afghanistan) zerstört.
12. März
Jürgen Trittin, der grüne Umweltminister, sagte in einem Interview in der WDR-Sendung „Morgenecho“:
Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen. Laurenz Meyer hat selber bekundet, dass er stolz darauf sei, dass er Deutscher ist. Das ist so die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet
und löste damit einen Sturm der Empörung aus. Am 29. März lehnte der Bundestag die Forderung der Union nach Entlassung Trittins ab.
13. März
Die hoch ansteckende Maul- und Klauenseuche erreichte drei Wochen nach ihrem Ausbruch in Großbritannien das europäische Festland. In einer westfranzösischen Rinderherde wurde nach Behördenangaben die Tierseuche nachgewiesen. Betroffen war ein Hof im Departement Mayenne. Die Herde von über 100 aus Frankreich stammenden Milchkühen wurde getötet, nachdem Tierärzte bei sechs Tieren Symptome der MKS festgestellt hatten. Daraufhin verhängte die EU-Kommission ein Exportverbot für Vieh aus Frankreich.
13. März
Nach einem Spitzengespräch bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kündigte der Sprecher der Initiative für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter, Wolfgang Gibowski, an, dass das Geld für die Entschädigung bereitstehe und mit der Auszahlung begonnen werden könnte, sobald Rechtssicherheit für die deutschen Unternehmen gewährt werde.
14. März
Bei Börsenbeginn gab der Dow-Jones-Index um mehr als 300 Punkte nach und fiel zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten. Auch der Deutsche Aktienindex (DAX) und der Index der 50 wichtigsten Technologiewerte, der Nemax 50, gaben nach.
14. März
Obwohl Bundesumweltminister Jürgen Trittin sich beim CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer entschuldigt hatte, hielt die Union an der Forderung fest, Trittin zu entlassen. Trittin erklärte gegenüber dem ZDF, er habe seine Kritik nicht in einer Form vortragen wolle, die Meyer verletze. Trittin warf dem CDU-Politiker weiterhin Deutschtümelei vor.
15. März
In Berlin wurde in Anwesenheit eines internationalen Staraufgebots und von Bundespräsident Johannes Rau zum zehnten Mal von der Deutschen Phono-Akademie der Musikpreis „Echo 2001“ für Popkünstler aus dem In- und Ausland vergeben. Ausgezeichnet wurden u.a. Comedy Star Michael Mittermeier, die Sängerin Jeanette, die schwedische Gruppe Rednex und der umstrittene US-Rapper Eminem. Der Popsänger Ayman wurde zweimal, als erfolgreichster nationaler Künstler und als Newcomer des Jahres, ausgezeichnet. Als besten international Künstler ehrte die Jury vor mehr als 5000 Gästen Carlos Santana.
15. März
Nach mehrtägigen Verhandlungen mit den ägyptischen Behörden ließ ein ägyptischer Kidnapper vier deutsche Urlauber frei und stellte sich der Polizei. Der Entführer hielt drei 22 Jahre alte Studenten aus Sachsen-Anhalt sowie einen 48-jährigen Techniker aus Münster in Nordrhein-Westfalen seit dem 12. März in einem Appartement unweit des Karnak-Tempels in Luxor fest. Er wollte mit der Geiselnahme die Rückkehr seiner beiden Söhne aus Deutschland erzwingen, die dort bei seiner geschiedenen Frau lebten.
16. März
Hawar-Inseln 2001 – Der Streit um die Hawar-Inseln wurde durch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes beendet. Sie gehörten seitdem zu Bahrain, unabhängig von der geographischen Nähe zu Katar.
16. März
Nach einer Vorbereitungszeit von drei Jahren machte die ÖTV den Weg zur Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di frei. Beim Kongress der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr stimmten knapp 90 Prozent für die Selbstauflösung ihrer Organisation und für einen Zusammenschluss mit den anderen vier Fusions-Gewerkschaften.
16. März
Bundespräsident Johannes Rau löste in Berlin durch seine Äußerungen im Fernseh-Nachrichtensender „N24“ eine neuerliche Debatte über das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation aus. Er sagte:
Man kann nicht stolz sein auf etwas, was man selber gar nicht zustande gebracht hat. Man kann froh oder dankbar sein, dass man Deutscher ist. Aber stolz kann man darauf nicht sein, nach meiner Überzeugung.
Führende Politiker der Union griffen Rau daraufhin teilweise scharf an.
17. MärzNachdem als fünfte und letzte Gewerkschaft, die Deutsche Postgewerkschaft, mit 91 Prozent der Delegiertenstimmen für ihre Auflösung gestimmt hatte, stand der Gründung der neuen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nichts mehr im Weg.
18. März
In Hessen fanden Kommunalwahlen statt, aus denen die CDU als Sieger hervorging. Trotz der Schwarzgeldaffäre um Ministerpräsident Koch (CDU) verbesserte sich die CDU um insgesamt 6,2 Prozent auf 39,2 Prozent der Stimmen. Die SPD konnte sich um ein Prozent auf 39 Prozent verbessern. Die FDP erreichte 4,9 und die Grünen 8,6 Prozent. Im Frankfurt am Main verfehlte die CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth überraschenderweise im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit.
18. März
BRD 2001 – In Berlin kam es zur Gründung der Gewerkschaft Ver.di.
19. Mai
Die US-Raumfähre Discovery trat nach neun Tagen Besuch auf der internationalen Raumstation ISS mit einem Tag Verspätung die Heimreise an. Sie brachte die erste ISS-Besatzung auf die Erde zurück.
19. Mai
Vier Monate nach dem Börsengang wurde das Papier der Deutschen Post AG in den DAX aufgenommen. Damit hatte es erstmals ein Unternehmen der Logistik-Branche unter die 30 wichtigsten deutschen Aktientitel geschafft. Für die „Aktie Gelb“ musste der Titel Karstadt Quelle in den Nebenwerte-Index MDAX weichen.
20. März
Die Entschädigung ehemalige NS-Zwangsarbeiter durch den Bund und die deutsche Wirtschaft verzögerte sich weiter. Trotz Bereitstellung der gesamten Entschädigungssumme von 10 Milliarden DM lehnte es US-Bundesrichterin Shirley Kram ab, die Sammelklagen von früheren Zwangsarbeitern gegen deutsche und österreichische Banken abzuweisen.
20. März
Die Europäische Kommission verhängte in Brüssel wegen unlauteren Wettbewerbs im Paketdienst gegen die Deutsche Post AG ein Bußgeld von 47 Millionen DM. Die Post hatte nach eigenen Angaben für diesen Fall bereits Rückstellungen von 50 Millionen DM gebildet. Der Entscheidung war eine Beschwerde des Postkonkurrenten United Parcel Service vorausgegangen. Ferner musste der ehemalige Monopolist künftig seine Paket-, Express- und Briefdienst stärker voneinander trennen.
21. März
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPC) wollte den deutschen Arbeitsmarkt weiter für ausländische Fachkräfte öffnen. Die Einführung einer Greencard für die Computer- und Telekommunikationsbranche sei nur ein erster Schritt gewesen, sagte Schröder bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover. Auf der CeBIT präsentierten sich bis zum 28. März insgesamt 8106 Aussteller und damit über 200 mehr als im Vorjahr.
21. März
In Deventer in den Niederlanden wurde der erste Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) festgestellt. Nach Frankreich war dies der zweite bestätigte Fall der hoch ansteckenden Tierseuche auf dem europäischen Kontinent. Alle Tiere wurden sofort geschlachtet. Um die Betriebe wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.
22. März
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen breitete sich die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Europa immer weiter aus. In Irland traten nach Regierungsangaben zwei Fälle der Tierkrankheit auf. Die EU-Kommission verhängte ein Exportverbot für Tiere und Tierprodukte aus Irland.
23. März
Die zunehmen störungsanfälligere russische Raumstation „MIR“ wurde planmäßig zum Absturz gebracht. Wrackteile stürzten kurz vor 7 Uhr MEZ wie vorgesehen in den Südpazifik. Die 137 t schwere „MIR“ war am 20. Februar 1986 gestartet worden. Bei ihren Erdumrundungen hatte sie fast vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. Mehr als hundert Kosmonauten hatten in dieser Zeit an Bord Experimente durchgeführt.
23. März
Weltall 2001 – Die Raumstation „Mir“ wurde durch ihr Verglühen über dem Pazifik gezielt zum Absturz gebracht nach 15 Jahren in der Umlaufbahn.
24. März
Boxen 2001 – In der Rudi-Sedlmayer-Halle in München gewann Wladimir Klitschko seinen Boxkampf durch technischen K. o. gegen Derrick Jefferson.
24. März
In Lüneburg demonstrierten mehr als 10 000 Atomkraftgegner weitgehend friedlich gegen den bevorstehenden Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben.
25. März
Norwegen 2001 – Mitglied des Schengener Abkommens wurde Norwegen.
25. März
Die fünf nordeuropäischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden traten dem sog. Schengen-Abkommen von 1985 bei und schafften die Grenzkontrollen für Bürger aus EU-Ländern ab.
25. März
In Los Angeles wurde bei der 73. Oscar-Verleihung der Film „Gladiator“ mit fünf Oscars zum erfolgreichsten Film gekürt. Das Kampfkunst-Melodram „Tiger & Dragons“ und der Drogen-Thriller „Traffic“ erhielten jeweils vier Auszeichnungen. Beste Darstellerin wurde Julia Roberts für „Erin Brockovich“ und bester Darsteller wurde Russell Crowe für „Gladiator“.
26. März
Das umstrittene Schlachtprogramm für 400 000 Rinder zur Entlastung des von der BSE-Krise betroffenen Rindfleischmarktes lief in Deutschland nur schleppend an. Am ersten Tage wurde bundesweit nur in zwei der insgesamt 18 vorgesehenen Schlachthöfe gekeult. Als Hauptgrund galten die wegen der Maul- und Klauenseuche stark eingeschränkten Tiertransporte.
26. März
Bei einem Brand in einem Internat in Machakos, rund 60 km südöstlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi, kamen 69 Schüler ums Leben. Die Behörden gingen von Brandstiftung aus. In vielen Internaten in Afrika wurden die Schlafsäle verriegelt, um Einbrecher abzuwehren oder die Schüler von nächtlichen Ausflügen abzuhalten.
27. März
Laos 2001 – Ministerpräsident von Laos wurde Bounnhang Vorachit.
27. März
Laut eines Berichts der Tageszeitung „The Times“ war illegal aus Asien importiertes Fleisch verantwortlich für den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien. Ein Bericht des Agrarministeriums nannte eingeschmuggeltes Fleisch, das in einem China-Restaurant im Nordwesten Englands angeboten wurde, als wahrscheinlichsten Seuchenauslöser.
27. März
Mitglieder von Umweltschutzorganisationen ketteten sich entlang der Strecke des Castor-Transports durch das niedersächsische Wendland an die Gleise. Der Castor-Zug wurde wegen der Blockaden kurz vor seinem Zielbahnhof Dannenberg erneut angehalten. Zuvor hatte er bereits in Lüneburg wegen der Blockade von mehreren Hundert Demonstranten einen Zwangsstopp einlegen müssen.
28. März
Noch bis Ende 2007 sollte die Post Standardbriefe bis 200 g und Massendrucksachen bis 50 g alleine befördern dürfen. Das Bundeskabinett stimmte einer Verlängerung des Monopols zu, das ursprünglich Ende 2002 auslaufen sollte. Die Bundesregierung wollte damit verhindern, dass Postunternehmen aus EU-Staaten in Deutschland tätig wurden, ohne dass die Deutsche Post AG ähnliche Möglichkeiten in den übrigen EU-Staaten hatte.
28. März
Mit Verspätung von einem Tag erreichte der Castor-Transport die Umladestation in Dannenberg. Dort sollten die sechs Behälter mit hochradioaktivem Müll vom Zug auf Lastwagen umgeladen werden. Der Zug hatte im niedersächsischen Dahlenburg seit dem Vorabend warten müssen, weil sich vier Atomkraftgegner mit Stahlseilen an die Schienen gekettet hatten. Der Polizei gelang es erst nach 16 Stunden, die Blockade zu beenden.
29. März
Der Bundestag verabschiedete mit den Stimmen der Regierungskoalition die Reform des Mietrechts. Darin wurde u.a. die Kündigungsfrist für Mieter auf einheitlich drei Monate verkürzt. Für Vermieter betrug sie künftig maximal neun Monate. Ferner durften Mieten künftig nur noch um 20 Prozent innerhalb von drei Jahren steigen, bisher waren es 30 Prozent.
29. März
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) traf zu seinem ersten Gespräch mit US-Präsident George W. Bush zusammen. Ein Hauptthema des Treffens war der Klimaschutz. Schröder versuchte ohne Erfolg, den US-Präsidenten zur Einhaltung des Kyoto-Klimaschutzabkommens zu bewegen. Die USA wollten sich nicht an das 1997 vereinbarte Programm halten. Die Industrieländer hatten sich verpflichtet, den Ausstoß der Treibhausgase bis 2010 schrittweise zu senken. Auch die USA unterzeichneten die Vereinbarung. Der Vertrag war jedoch nicht vom Senat ratifiziert worden.
30. März
Zwei Monate nach der Regierung beantragten auch Bundestag und Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht das Verbot der rechtsextremen NPD. Damit setzten sich erstmals alle drei Verfassungsorgane für ein Parteiverbot ein. In ihren Anträgen verwiesen die Antragsteller auf eine Wesensverwandtschaft der NPD mit der NSDAP.
30. März
In Bilbao warnte die baskische Untergrundorganisation ETA in zwei ETA-nahen Zeitungen Urlauber davor, in Spanien Urlaub zu machen. Andernfalls hätten sie mit „ungewollten Folgen“ zu rechnen.
31. März
Nauru 2001 – Durch ein Misstrauensvotum wurde der Staatspräsident von Nauru, Bernard Dowiyogo gestürzt.
31. März
Bei einer Massenpanik während einer religiösen Zeremonie in Pakpattan in Pakistan kamen 40 Menschen ums Leben. Die Panik brach aus, als Tausende Männer zum Schrein des Heiligen Baba Farib Shakar Gunj in der westpakistanischen Provinz Punjam strömten. Die meisten der Opfer wurden von der Menge gegen eine Wand gedrückt und dadurch erstickt.
31. März
Die Europäische Union hielt trotz der Absage der USA am Klimaabkommen von Kyoto fest. Dies erklärte der schwedische Umweltminister Kjell Larsson beim Treffen mit seinen EU-Kollegen. Die EU-Staaten wollten das Kyoto-Protokoll bis 2002 ratifizieren.

März 2001 Deutschland in den Nachrichten

Flaschenpost am Rhein gefunden
RTL Online
Aufgegeben wurde die Post am 25. März 2001. Die Absenderin ist damals 12-Jahre alt und heißt vermutlich Christina. Sie grüßt ihre Klasse auf dem ... >>>

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