März 2001 – 47 Mio. Bußgeld für die Post AG

Kalender März 2001
Die Europäische Kommission verhängte am 20. März 2001 in Brüssel wegen unlauteren Wettbewerbs im Paketdienst gegen die Deutsche Post AG ein Bußgeld von 47 Millionen DM. Die Post hatte nach eigenen Angaben für diesen Fall bereits Rückstellungen von 50 Millionen DM gebildet. Also wurde das Bußgeld quasi aus der Portokasse bezahlt. Der Entscheidung war eine Beschwerde des Postkonkurrenten United Parcel Service vorausgegangen. Ferner musste der ehemalige Monopolist künftig seine Paket-, Express- und Briefdienst stärker voneinander trennen.
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Wichtige Nachrichten März 2001

20. März
Die Entschädigung ehemalige NS-Zwangsarbeiter durch den Bund und die deutsche Wirtschaft verzögerte sich weiter. Trotz Bereitstellung der gesamten Entschädigungssumme von 10 Milliarden DM lehnte es US-Bundesrichterin Shirley Kram ab, die Sammelklagen von früheren Zwangsarbeitern gegen deutsche und österreichische Banken abzuweisen.
21. März
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wollte den deutschen Arbeitsmarkt weiter für ausländische Fachkräfte öffnen. Die Einführung einer Greencard für die Computer- und Telekommunikationsbranche sei nur ein erster Schritt gewesen, sagte Schröder bei der Eröffnung der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover. Auf der CeBIT präsentierten sich bis zum 28. März insgesamt 8106 Aussteller und damit über 200 mehr als im Vorjahr.
21. März
In Deventer in den Niederlanden wurde der erste Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) festgestellt. Nach Frankreich war dies der zweite bestätigte Fall der hoch ansteckenden Tierseuche auf dem europäischen Kontinent. Alle Tiere wurden sofort geschlachtet. Um die Betriebe wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.
22. März
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen breitete sich die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Europa immer weiter aus. In Irland traten nach Regierungsangaben zwei Fälle der Tierkrankheit auf. Die EU-Kommission verhängte ein Exportverbot für Tiere und Tierprodukte aus Irland.
23. März
Die zunehmen störungsanfälligere russische Raumstation „MIR“ wurde planmäßig zum Absturz gebracht. Wrackteile stürzten kurz vor 7 Uhr MEZ wie vorgesehen in den Südpazifik. Die 137 t schwere „MIR“ war am 20. Februar 1986 gestartet worden. Bei ihren Erdumrundungen hatte sie fast vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. Mehr als hundert Kosmonauten hatten in dieser Zeit an Bord Experimente durchgeführt.
23. März
Weltall 2001 – Die Raumstation „Mir“ wurde durch ihr Verglühen über dem Pazifik gezielt zum Absturz gebracht nach 15 Jahren in der Umlaufbahn.

24. März
Boxen 2001 – In der Rudi-Sedlmayer-Halle in München gewann Wladimir Klitschko seinen Boxkampf durch technischen K. o. gegen Derrick Jefferson.
24. März
In Lüneburg demonstrierten mehr als 10 000 Atomkraftgegner weitgehend friedlich gegen den bevorstehenden Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben.
25. März
Norwegen 2001 – Mitglied des Schengener Abkommens wurde Norwegen.
25. März
Die fünf nordeuropäischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden traten dem sog. Schengen-Abkommen von 1985 bei und schafften die Grenzkontrollen für Bürger aus EU-Ländern ab.
25. März
In Los Angeles wurde bei der 73. Oscar-Verleihung der Film „Gladiator“ mit fünf Oscars zum erfolgreichsten Film gekürt. Das Kampfkunst-Melodram „Tiger & Dragons“ und der Drogen-Thriller „Traffic“ erhielten jeweils vier Auszeichnungen. Beste Darstellerin wurde Julia Roberts für „Erin Brockovich“ und bester Darsteller wurde Russell Crowe für „Gladiator“.
26. März
Das umstrittene Schlachtprogramm für 400 000 Rinder zur Entlastung des von der BSE-Krise betroffenen Rindfleischmarktes lief in Deutschland nur schleppend an. Am ersten Tage wurde bundesweit nur in zwei der insgesamt 18 vorgesehenen Schlachthöfe gekeult. Als Hauptgrund galten die wegen der Maul- und Klauenseuche stark eingeschränkten Tiertransporte.
26. März
Bei einem Brand in einem Internat in Machakos, rund 60 km südöstlich der kenianischen Hauptstadt Nairobi, kamen 69 Schüler ums Leben. Die Behörden gingen von Brandstiftung aus. In vielen Internaten in Afrika wurden die Schlafsäle verriegelt, um Einbrecher abzuwehren oder die Schüler von nächtlichen Ausflügen abzuhalten.
27. März
Laos 2001 – Ministerpräsident von Laos wurde Bounnhang Vorachit.
27. März
Laut eines Berichts der Tageszeitung „The Times“ war illegal aus Asien importiertes Fleisch verantwortlich für den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien. Ein Bericht des Agrarministeriums nannte eingeschmuggeltes Fleisch, das in einem China-Restaurant im Nordwesten Englands angeboten wurde, als wahrscheinlichsten Seuchenauslöser.
27. März
Mitglieder von Umweltschutzorganisationen ketteten sich entlang der Strecke des Castor-Transports durch das niedersächsische Wendland an die Gleise. Der Castor-Zug wurde wegen der Blockaden kurz vor seinem Zielbahnhof Dannenberg erneut angehalten. Zuvor hatte er bereits in Lüneburg wegen der Blockade von mehreren Hundert Demonstranten einen Zwangsstopp einlegen müssen.

28. März
Noch bis Ende 2007 sollte die Post Standardbriefe bis 200 g und Massendrucksachen bis 50 g alleine befördern dürfen. Das Bundeskabinett stimmte einer Verlängerung des Monopols zu, das ursprünglich Ende 2002 auslaufen sollte. Die Bundesregierung wollte damit verhindern, dass Postunternehmen aus EU-Staaten in Deutschland tätig wurden, ohne dass die Deutsche Post AG ähnliche Möglichkeiten in den übrigen EU-Staaten hatte.
28. März
Mit Verspätung von einem Tag erreichte der Castor-Transport die Umladestation in Dannenberg. Dort sollten die sechs Behälter mit hochradioaktivem Müll vom Zug auf Lastwagen umgeladen werden. Der Zug hatte im niedersächsischen Dahlenburg seit dem Vorabend warten müssen, weil sich vier Atomkraftgegner mit Stahlseilen an die Schienen gekettet hatten. Der Polizei gelang es erst nach 16 Stunden, die Blockade zu beenden.
29. März
Der Bundestag verabschiedete mit den Stimmen der Regierungskoalition die Reform des Mietrechts. Darin wurde u.a. die Kündigungsfrist für Mieter auf einheitlich drei Monate verkürzt. Für Vermieter betrug sie künftig maximal neun Monate. Ferner durften Mieten künftig nur noch um 20 Prozent innerhalb von drei Jahren steigen, bisher waren es 30 Prozent.
29. März
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) traf zu seinem ersten Gespräch mit US-Präsident George W. Bush zusammen. Ein Hauptthema des Treffens war der Klimaschutz. Schröder versuchte ohne Erfolg, den US-Präsidenten zur Einhaltung des Kyoto-Klimaschutzabkommens zu bewegen. Die USA wollten sich nicht an das 1997 vereinbarte Programm halten. Die Industrieländer hatten sich verpflichtet, den Ausstoß der Treibhausgase bis 2010 schrittweise zu senken. Auch die USA unterzeichneten die Vereinbarung. Der Vertrag war jedoch nicht vom Senat ratifiziert worden.
30. März
Zwei Monate nach der Regierung beantragten auch Bundestag und Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht das Verbot der rechtsextremen NPD. Damit setzten sich erstmals alle drei Verfassungsorgane für ein Parteiverbot ein. In ihren Anträgen verwiesen die Antragsteller auf eine Wesensverwandtschaft der NPD mit der NSDAP.
30. März
In Bilbao warnte die baskische Untergrundorganisation ETA in zwei ETA-nahen Zeitungen Urlauber davor, in Spanien Urlaub zu machen. Andernfalls hätten sie mit „ungewollten Folgen“ zu rechnen.
31. März
Nauru 2001 – Durch ein Misstrauensvotum wurde der Staatspräsident von Nauru, Bernard Dowiyogo gestürzt.
31. März
Bei einer Massenpanik während einer religiösen Zeremonie in Pakpattan in Pakistan kamen 40 Menschen ums Leben. Die Panik brach aus, als Tausende Männer zum Schrein des Heiligen Baba Farib Shakar Gunj in der westpakistanischen Provinz Punjam strömten. Die meisten der Opfer wurden von der Menge gegen eine Wand gedrückt und dadurch erstickt.
31. März
Die Europäische Union hielt trotz der Absage der USA am Klimaabkommen von Kyoto fest. Dies erklärte der schwedische Umweltminister Kjell Larsson beim Treffen mit seinen EU-Kollegen. Die EU-Staaten wollten das Kyoto-Protokoll bis 2002 ratifizieren.

Der April 2001


März 2001 Deutschland in den Nachrichten

Ruslan K. in Keller in Dülmen festgenommen
Westfalenpost
Polizei sucht Hinweise. Ruslan Bolatovic K. wurde am 26. März 2001 in Kasachstan geboren und ist in Besitz einer deutschen ... >>>
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