Katastrophen und Unglücke 1977

Erdbeben in Rumänien am 4. März 1977
In der Gegend von Vrâncioaia in Rumänien ereignete sich am 4. März 1977 ein Erdbeben der Stärke 7,2. Mehr als 1.500 Menschen kamen bei dem Beben ums Leben. Das Epizentrum hatte im Kreis Vrancea gelegen und galt als eines der bisher stärksten europaweit. Die heftigste
Wirkung des Bebens war südlich des Urspungsgebietes zu verzeichnen. Im 80 km entfernten Braşov war weniger zu spüren gewesen. Entsprechend geringer waren die Schäden. Insgesamt aber hatte man das Erdbeben, das eine Dauer von 52 Sekunden hatte, im ganzen Land gespürt. Auch in anderen südeuropäischen Ländern waren leichte Erschütterungen verzeichnet worden. Staatspräsident Nicolae Ceausescu, der seine Nigeria-Reise sofort abbrach und zurückflog, hatte per Dekret den nationalen Ausnahmezustand verhängt.
In der Hauptstadt Bukarest waren die Zerstörungen am schlimmsten gewesen. Dort waren 35 mehrstöckige Gebäude älteren Baujahrs eingestürzt. Besonders betroffen davon war das Stadtzentrum. Dem schweren Beben hatten aber auch drei moderne Gebäude nicht standhalten können. Die meisten modernen Gebäude waren jedoch unbeschädigt geblieben. Die Stromversorgung war ungefähr einen Tag unterbrochen. Neun von 15 Krankenhäusern waren aus Gründen der Sicherheit evakuiert worden.
Im Nachbarstaat Bulgarien hatte das Erdbeben drei Häuserblocks in der im Norden gelegenen Stadt Swischtow zum Einsturz gebracht. Dabei hatte es mehrere Todesopfer gegeben.
Neben den mehr als 1.500 Menschen, die das Erdbeben in den Tod gerissen hatte, waren weitere 10.500 Menschen verletzt worden.

Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977
Eine Boeing 747-121 der Pan America Airways war wegen einer Bombendrohung auf Gran Canaria umgeleitet worden. Sie sollte deshalb nach Los Rodeos auf Teneriffa fliegen. Dort war die Maschine um 17:06 Uhr Ortszeit bei dichtem Nebel mit einer Boeing 747206B der niederländischen Fluggesellschaft KLM zusammengestoßen. Die niederländische Maschine hatte keine Starterlaubnis gehabt und befand sich dennoch rollend auf der Startbahn. Im Abheben kollidierte sie dann mit der ankommenden Pan-Am-Maschine. Insgesamt waren bei dieser bisher schwersten Katastrophe der zivilen Luftfahrt 574 Menschen gestorben. Von den Insassen der Pan-Am-Maschine hatten 70 Menschen die Katastrophe überlebt. Neun von ihnen erlagen später noch ihren Unfallfolgen. Zur Unfallursache hatte außer dem dichten Nebel auch die unzureichende, missverständliche Kommunikation beigetragen, die zwischen den KLM-Piloten und dem Tower stattgefunden hatte. Erschwert wurde die Arbeit des Towers auch durch das Nichtvorhandensein von Bodenradar. Es hatte wegen des Nebels keinen Sichtkontakt zu den Flugzeugen mehr gegeben.

Katastrophe in Wapno (Polen) am 5. August 1977
Mit der größten Fördermenge, die in den Jahren zwischen 1950 und 1965 erzielt wurde, gehörte das Steinsalzwerk Wapno zu den bedeutendsten in Polens Neuzeit. Die Lagerstätte
erbrachte 1966 keine Erträge mehr, deshalb war der Bergbau in Wapno eingestellt worden. Die Anlagen wurden jedoch ungenügend gesichert und nur mangelhaft verwahrt, was 1977 zu einem verheerenden Wassereinbruch führte. Seit Jahren war Wasser eingedrungen. Es hatte sich am 3. August 1977 von 100 Liter pro Minute auf 530 Liter pro Minute gesteigert. Die Katastrophe war vorhersehbar gewesen. Und sie geschah zwei Tage später, am 5. August 1977. Innerhalb von Minuten hatten 30.000 Kubikmeter Wasser das Bergwerk geflutet, gefolgt von karstartigen Ausspülungen des Gipslagers und des Salzstocks. Diese Ausspülungen verursachten schwere Einbrüche im Ortszentrum. Die Eisenbahnstrecke war sofort stillgelegt und die Evakuierung von 324 Einwohnern in die Wege geleitet worden. Der Einsturz des längst stillgelegten Bergwerks hatte weitere Tagesbrüche zur Folge. Der größte von ihnen ereignete sich am 29. September 1977, als das gesamte Ortszentrum im Bergwerk versank. Es waren 53 Häuser und eine Eisenbahnstation. Dabei waren 1.402 Menschen obdachlos geworden. Die Tagesbrüche dauerten bis zum Januar 1978 an.

Raketenkatastrophe von Dannenwalde am 14. August 1977
Die Explosion in einem Munitionslager der sowjetischen Truppen, die in der DDR stationiert waren, ging als die Raketenkatastrophe von Dannenwalde in die Geschichte ein. Sie hatte sich am 14. August 1977 ereignet. Bei dieser Explosion wurden Hunderte von Katjuscha-Raketen gezündet. Sie gingen bis in einem Umkreis von etwa 15 Kilometer in der näheren Umgebung von Dannenwalde, einem Ortsteil von Gransee (Brandenburg) nieder. Insgesamt war ein Gebiet von 180 km² in Mitleidenschaft gezogen. Die geschätzte Anzahl der Menschen, die dabei ums Leben kamen liegt zwischen 50 bis 100. Die Todesopfer gehörten alle den sowjetischen Streitkräften an. In der Zivilbevölkerung gab es keine Todesopfer. Die genaue Zahl und die Umstände der Katastrophe wurden nie öffentlich bekanntgegeben. Durch die Einschläge, die vorrangig auf Wiesen, in Waldgebiete und auf landwirtschaftlichen Nutzflächen niedergingen, war ein Sachschäden von rund 37.000 Mark der DDR entstanden.

Flugzeugkatastrophe am 4. Dezember 1977
Bei der Entführung des Malaysia-Airlines-Fluges 653 war es zu Explosion gekommen. Die Maschine, die auf einem Inlandsflug von Penang nach Kuala Lumpur war, stürzte ab, weil ein Passagier, vermutlich der Entführer, die Piloten erschossen hatte. Die Katastrophe geschah, als das Flugzeug, eine Boeing 737-200, auf dem Landeanflug auf den Flughafen von Kuala Lumpur war. Zu jenem Zeitpunkt erhielt der Tower die Mitteilung des Kapitäns, dass ein unbekannter Entführer an Bord sei und verlangte, dass die Maschine nach Singapur weiterfliegen sollte. Die Maschine war deshalb anstatt zu landen, bereits wieder auf eine Flughöhe von 21.000 ft gestiegen. Bei der Katastrophe waren alle 100 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Cockpit Voice Recorder konnte aus den Trümmern geborgen werden. In der Nähe von Tanjong Kupang war die Maschine letztendlich in unkontrolliertem Sinkflug in ein Sumpfgebiet gestürzt. Die Identität des Entführer war nie genau herausgefunden worden.
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