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Das Filmjahr 1910 Kinofilme


In den Zehner Jahren des 20. Jahrhunderts, begann die Filmindustrie langsam zu wachsen. Allerdings konnte sie noch nicht im großen Stil mit den Opern, Operetten und Dramen des Theaters konkurrieren. Dies liegt vermutlich vor allen Dingen, an der noch nicht ausgereiften Technik, denn, wer in diesem Jahrzehnt die Filmpaläste besuchte, musste sich noch mit Stummfilmen begnügen. Der erste Tonfilm feierte erst im Jahr 1927 seine Uraufführung. Am Anfang des Jahrzehnts, wurde die Filmindustrie von der Ostküste der Vereinigten Staaten nach Hollywood verlegt. 1910 wurde hier bereits der erste erfolgreiche Film, "In Old California" abgedreht. Der Regisseur David Wark Griffith, entdeckte
Hollywood bei einer seiner Reisen, und entschied sich, seinen Film dort zu filmen. Damit war der Grundstein für die florierende Industrie Hollywoods gelegt. Der Stummfilmstar Florence Lawrence, blickte zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine beeindruckende Filmographie zurück, und wirkte ebenfalls in einigen Filmen des Regisseurs mit. Sie war die erste Schauspielerin, die namentlich im Abspann genannt wurde. Damit wurde deutlich gemacht, dass Frauen ebenfalls ernstzunehmende schauspielerische Leistungen erbringen konnten, und, dass sie keineswegs von den Männern überschattet werden mussten. Allerdings stand auch die europäische Filmindustrie nicht still. Besonders in Frankreich wurden zu dieser Zeit zahlreiche national bekannte Filme produziert. Um den Franzosen zu konkurrieren, wurde die Wiener Kunstfilm-Industrie gegründet, die den ersten österreichischen Spielfilm, "Die Ahnfrau", produzierte. Zuvor wurden in Österreich erotische Kurzfilme gedreht, was aber 1911 unterbunden wurde. Im selben Jahr wurden die heute noch bekannten Filmstudios in Babelsberg, in der Nähe von Potsdam, gegründet. Angespornt durch die europäischen und US-amerikanischen Erfolge, wurde auch in Indien der erste Spielfilm produziert. Bis heute beherbergt Indien, nach den Vereinigten Staaten und vor Nigeria, die zweitgrößte Filmindustrie der Welt. 1914 wurde erstmals ein Film einer weiblichen Regisseurin gedreht. Lois Weber inszenierte Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig", und wurde in folgenden Jahren, zu einem der bestbezahltesten Regisseuren der USA. Dieses Jahr markiert außerdem den Aufstieg eines der wohl größten Stars der Filmgeschichte. Charles Chaplin wirkte allein 1914 in 35 Filmen mit, und erfreute sich als talentierter Komiker großer Beliebtheit, die auch Jahrzehnte danach noch nicht verblasst war. 1915 entstand einer der größten und erfolgreichsten Stummfilme des Jahrzehnts. Wiederum war es der Regisseur Griffith, der in dem Zweiteiler, den Amerikanischen Bürgerkrieg und die Phase der Reconstruction verarbeitete. Allerdings geriet Griffith aufgrund rassistischer Inhalte, durch Sympathie zum Ku Klux Klan und zur Sklaverei oftmals unter Beschuss, was seine Karriere allerdings nicht bremsen konnte. Gelobt wurde der Film besonders wegen zahlreicher Innovationen. So wurden hier erstmal Nachtaufnahmen gedreht, die Bilder waren weitaus schneller als bei vorherigen Stummfilmen. Ebenfalls von Bedeutung war der erste Tarzan-Film im Jahr 1918 ("Tarzan of the Apes"), der dem Roman von Edgar Rice Burroughs nachempfunden war. Zum Ende des Jahrzehnts, gründeten Chaplin, Griffith, sowie Mary Pickford und Douglas Fairbanks senior, die United Artists Studios, welche sich in den nächsten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Studios der Filmindustrie entwickelte. In Europa wurde derweil der größte UFA-Filmpalast in Berlin eröffnet. In den Räumlichkeiten fanden bis zu 1740 Menschen Platz. Zudem wurde, nach Babelsberg, auch in Bayern ein weiteres Filmstudio eröffnet: Die Bavaria Film Gruppe. Seine Blütezeit sollte der Stummfilm allerdings erst in den Zwanziger Jahren, nachdem der Erste Weltkrieg verwunden war, feiern. Dennoch verhalfen die Zehner Jahre, zahlreichen Schauspielern und Regisseuren, zu dem Sprung in eine lange andauernde Karriere.
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