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Chronik 1609 - Das Teleskop revolutionierte die Wissenschaft

Was im Jahr zuvor von dem Niederländer Hans Lippenhey (1570-1619) entwickelt worden war und nun in der französischen Hauptstadt Paris nachgebaut und verkauft wurde, was sich inzwischen als „Teleskope“ Lippenheys herumgesprochen hatte, das war auch dem italienischen Wissenschaftler Galileo Galilei (1564-1642) in Padua zu Ohren gekommen. Da er sich nicht nur mit Mathematik, Physik und Philosophie beschäftigte, sondern auch in der Astronomie forschte, kaufte sich Galilei Linsen und baute nach der niederländischen Vorgabe ein derartiges Fernrohr, das etwa eine vierfache Vergrößerung hatte. Nachdem er gelernt hatte, selbst Linsen zu schleifen, hatten seine nächsten Exemplare bereits eine acht- bis neunfache Vergrößerung. Zu jener Zeit war Galilei Professor für Mathematik an der Universität in Padua, einer Stadt, die zur reichen Republik Venedig gehörte. Im Sommer 1609, als Galilei sein Fernrohr der venezianischen Regierung (Signoria) präsentierte, waren die Herren davon sehr beeindruckt. Schließlich war der Nutzen für militärische Zwecke offenkundig. Galileis Gehalt wurde erhöht, denn er hatte der Signoria das alleinige Herstellungsrecht überlassen. Die venezianische Regierung fand schnell heraus, dass er das Instrument nicht selbst entwickelt hatte. Das hatte Galilei auch nie behauptet, dennoch wurde bald darauf sein Gehalt wieder gekürzt. Seine Himmelsbeobachtungen, die ihm das neue Instrument ermöglichten, waren eine Revolution in der Astronomie und Galilei war der erste Mensch, der dieses Teleskop genau dafür benutzte. Allerdings waren diese Forschungen ein gefährliches Unterfangen, denn die Wissenschaft befand sich längst nicht im Einklang mit der Kirche. Die Erkenntnisse, die Galilei mittels seines Instruments beweisen konnte, waren unerwünscht, gehörten in den Bereich der Ketzerei. Einen Namen, der der Nachwelt ebenso erhalten blieb wie der von Galilei war der des englischen Seefahrers und Entdeckungsreisenden Henry Hudson (1565-1611), der die Insel Manhattan entdeckte und den Strom flussaufwärts fuhr, der heute seinen Namen trägt (Hudson River), ebenso wie die große Meeresbucht im kanadischen Teil Nordamerikas, die Hudson Bay. Während im Heiligen Römischen Reich böhmische und schlesische Adlige den Kaiser Rudolf II. (1552-1612) dazu brachten, ihnen in einem Majestätsbrief freie Religionsausübung zu garantieren, wurde in München die Katholische Liga gegründet, deren Führungskopf Herzog Maximilian I. (1573-1651) von Bayern war. Der Achtzigjährige Krieg machte Pause. Die Spanier und die Niederländer hatten schon im April in Antwerpen einen Waffenstillstand geschlossen. Zeit für Geschäfte: In Amsterdam wurde die erste städtische Wechselbank Westeuropas eröffnet.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1609