Was war wann? Schmuck >> 1960-1969
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Der Schmuck der 60er Jahre

Nicht nur die Kleidung macht einen Menschen aus – auch der bevorzugte Schmuck charakterisiert uns und ist ein Spiegel unseres Geschmacks, aber auch des aktuellen Zeitgeistes.
In den 60er Jahren – zu Zeiten des ausgehenden deutschen Wirtschaftswunders - trug man auch in Sachen Schmuck Dinge, die uns heute vielleicht nicht mehr gefallen oder die gerade wegen ihrer Besonderheit eine Wiederauferstehung feiern.

Besonders beliebt waren Ketten, Armbänder und Broschen aus Elfenbein, ehe man die Elefanten unter Naturschutz stellte und das Material dadurch seltener und wertvoller wurde. Geschnitzte Blumen, die naturellen Vorbildern nachempfunden waren wie Stiefmütterchen und Rosen fanden sich hier zu Hauf. Die aus Elfenbeinperlen geformten Ketten waren zumeist verknotet oder mit einem Schraubverschluss versehen. Der warme hellbeige Farbton passte sowohl zu eleganter als auch sportlicher Kleidung.
Männer trugen ausgefallene Siegelringe, auf denen entweder die persönlichen Initialen geprägt waren oder die mit einem polierten Stein versehen waren. Besonders beliebt war hier der blaue Lapislazuli oder tiefschwarze Steine und die Ringe waren fast immer sehr pompös und aus Gold und wurden von den Herren am kleinen Finger getragen. Passend dazu trug Mann oft viereckige Manschettenknöpfe, die mit den gleichen Steinen verziert waren.
Die Broschen der 1960er Jahre waren eigentümliche Metallgebilde in Schleifen oder Blumenform, die häufig mit einzelnen Perlen oder vielen Strasssteinchen verziert waren.
Auch das Motiv des Schmetterlings oder der Libellenkörper wurden in allen Formen sowohl für Broschen aber auch für Kettenanhänger und Ohrringe sehr häufig verwendet. Nicht immer musste dieser Schmuck echt sein, die farbliche Gestaltung ging aber fast immer ins Goldene und implizierte so einen besonderen Wert des Schmuckstückes. Viele Frauen trugen auch die beliebten Kameen, die es ebenfalls als Anhänger oder Brosche gab. Auf zartroséfarbenem Material schimmerte hier die durchsichtige weiße Abbildung einer Frauengestalt mit hochgestecktem Haar. Ein besonderer personalisierter Anhänger war das Medaillon, in dessen Innerem ein Bild des Liebsten Platz hatte und das auf der Vorderseite neben schönen eingravierten Blumenmotiven oft auch die Initialen enthielt.
Gold war in jedem Fall die vorherrschende Metallart für die Schmuckherstellung. Sollte dieser Echt sein, wurden oft Granate oder Amethyste, Topase oder Turmaline als Stein verarbeitet. Und auch die gefasste Goldmünze oder der schwere Maria Theresientaler baumelte an manchem langen Kettenband, das wie geflochten wirkte, über der Damenbrust.
Die Uhrenmode war schlicht. Entweder trug man schmale goldene Armbänder, an denen höchstens pfenniggroße Uhrwerke befestigt waren oder geflochtene schwarze Uhrenbänder. Auf diesen Uhren befanden sich oft keine Ziffern sondern chronologische Markierungen. Auch Steine wurden bei diesen Uhren gerne mit verarbeitet. Die Herrenuhr war schlicht und aus Gold, ebenfalls mit einem schlichten Metall - oder einem braunen oder schwarzen Lederarmband versehen.
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