| Biographie Gustav Heinemann Lebenslauf |
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Gustav Heinemann Politischer Werdegang Gustav Heinemann hatte sich bereits während seines Studiums, politisch in der Weimarer Republik engagiert. Aufgrund des Kapp-Putsches geriet er wegen seiner Beteiligung auch kurzzeitig in Haft. Bis 1933 war er aktiv im Christlichen Volksdienst vertreten, dessen Mitgliedschaft er mit der Machtergreifung Hitlers beendete und zu einer Organisation der "Bekennenden Kirche" wechselte. Diese Organisationen wirkten vor allem als christliche Widerstandsbewegung gegen das Nazideutschland des Dritten Reiches. Politische Karriere in der CDU Seine politische Parteiarbeit begann im Jahre 1945 nach dem Ende des Krieges, als er in die neu entstandene CDU eintrat. Für die CDU hatte Gustav Heinemann auch von 1946 bis 1949 den Posten des Oberbürgermeisters der Stadt Essen inne. Von 1947 bis 1950 vertrat er die CDU im nordrhein-westfälischen Landtag. Und stellte in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 1947 bis 1948 den Justizminister. Im darauf folgenden Jahr bekam Gustav Heinemann im Rahmen der ersten Bundesregierung der neugegründeten BRD, das Amt des Innenministers durch Konrad Adenauer verliehen. Doch schon zwei Wochen später trat Heinemann von diesem Posten zurück. Grund dafür war seine pazifistische Haltung und der Vorschlag des Bundeskanzlers die BRD wieder zu bewaffnen. Seiner pazifistischen Haltung hatte Heinemann damit besonderen Ausdruck verliehen und engagierte sich auch weiterhin als Remilitarisierungsgegner in der westdeutschen Politik. Austritt aus der CDU und GVP-Gründung Im Jahre 1951 gründete Heinemann die "Notgemeinschaft für den Frieden Europas" und erklärte ein Jahr darauf seinen Austritt aus der CDU. Gemeinsam mit Helene Wessel gründete er dann die "Gesamtdeutsche Volkspartei" (GVP). Mit dieser vertrat er eine Neutralitätspolitik zur Errungenschaft der gesamtdeutschen Wiedervereinigung. Heinemanns Partei scheiterte bei den Bundestagswahlen jedoch an der Fünfprozent-Hürde im Jahre 1953 und brachte ihn dazu, die Partei im Jahre 1957 wieder aufzulösen. Eintritt in die SPD und erneute Karriere in der Politik Nach der Auflösung der GVP, trat Heinemann dieses Mal in die SPD ein, für die er auch bis zum Jahre 1969 im Bundestag vertreten war. Er profilierte sich dort vor allem als hartnäckiger Gegner Konrad Wahl zum Bundespräsidenten Nach dem selbst veranlassten Rücktritt des zweiten Bundespräsidenten Heinrich Lübke, übernahm Gustav Heinemann am 1. Juli 1969 seine Nachfolge. Im Rahmen seiner Amtszeit als Bundespräsident in den Jahren 1969 bis 1974 hatte sich Heinemann insbesondere für die gesellschaftliche Eingliederung von Randgruppen in der BRD engagiert. So prägte er von sich selbst auch die Amtsbezeichnung "Bürgerpräsident", welcher er auch durchaus gerecht werden konnte. Im Ausland wurde er als Repräsentant eines "anständigen Deutschen" verstanden und unterstützte vollständig die durch Willy Brandt vertretene Ostpolitik über die Annäherungen zur DDR. Bekannt wurde er auch bei mehreren seiner Staatsbesuche durch seine schlichtende Funktion mit den Nachbarländern der BRD. Nach der Amtszeit Heinemann verzichtete im Jahre 1974 auf eine weitere Kandidatur zum Bundespräsidenten und überließ dem FDP-Politiker Walter Scheel die Nachfolge. Nach seinem Kandidaturverzicht zum Bundespräsidenten, zog sich Gustav Heinemann nach Essen zurück, wo er im Jahre 1976 den Aufsatz mit dem Titel "Freimütige Kritik und demokratischer Rechtsstaat" verfasste. Zwei Monate später, am 7. Juli, verstarb Heinemann kurz vor seinem Geburtstag in einem Alter von fast 77 Jahren. |
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