Biografie Papst Benedikt XVI Lebenslauf |
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Bis 2005 galt der 1522 bis 1523
amtierende Hadrian VI., der in Utrecht als Einwohner des
Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation geborene
Niederländer Adriaan Floriszoon Boeyens, formell als
letzter deutscher Papst. Erst durch die Wahl von Joseph
Ratzinger wurde wieder ein Deutscher und das erste Mal
seit 1048 ( damals stand der in Niederbayern geborene
Poppo von Brixen als Damasus II. für drei Wochen an der
Spitze der Heiligen Römischen Kirche) ein Bayer
Papst.
Ratzinger nahm als Kirchenoberhaupt den Namen Benedikt
XVI. an. Nach dem Abitur studierte Ratzinger, dessen Berufswunsch seit Kinderzeiten Priester gewesen war, katholische Theologie und Philosophie an der Theologischen Hochschule Freising und an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) (1946-1951). 1951 wird er zum Priester geweiht. 1953 promovierte Joseph Ratzinger zum Thema „Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche“. 1957 folgte die Habilitierung an der LMU in Fundamentaltheologie. Mit 31 Jahren 1958 erhielt er seine erste Professur an seiner alten Alma Mater in Freising. Weitere Professuren in Bonn, Münster, Tübingen und schließlich Regensburg schlossen sich bis 1977 an. Innerhalb der Kirchenwelt wurde Ratzinger vor allem durch seine von ihm auf dem II. Vatikanischen Konzil, an dem er als Berater des Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings (1887-1978) teilnahm, vertretenen reformerischen Ansichten bekannt. Auf der anderen Seite sprach sich Ratzinger bereits damals ausdrücklich gegen eine Aufweichung des katholischen Glaubens durch eine zu große, die Gefahr der Beliebigkeit bergende, Liberalisierung von Form und Inhalt der vom Klerus zu vermittelnden Lehre aus. Im März 1977 wurde Ratzinger im Alter von 50 Jahren von Papst Paul VI. (1897-1978) zunächst zum Erzbischof von München und Freising und wenige Wochen später zum Kardinal ernannt. In eine Schlüsselstellung gelangte er, als Johannes Paul II. (1920-2005) ihn als Präfekten der Glaubenslehre-Kongregation nach Rom holte und ihn somit zu einem der einflussreichsten Oberkleriker der katholischen Kirche machte. In dieser und der von ihm seit 2002 bekleideten Stellung als Dekan des Kardinalskollegiums trug Ratzinger maßgeblich dazu bei, den streng konservativen , fast alle grundlegenden Reformansätze konterkarierenden Dogmatikkurs von Johannes Paul II. umzusetzen. Nach dem Tod von Johannes Paul II. erhielt Ratzinger am 19.4.2005 für manche Beobachter überraschend die Mehrheit im Konklave. Den meisten zur Papstwahl berechtigten Kardinälen schien ein berechenbarer Traditionswahrer auf dem Stuhl Petri für den Bestand der Kirche offensichtlich wichtiger gewesen zu sein als ein Reformer. Ratzinger behielt auch als Stellvertreter Christi Benedikt XVI. seine konservative Grundhaltung zum Der persönlich überaus bescheiden, verbindlich und sympathisch wirkende Bayer sucht durchaus das Gespräch mit ihm nicht selten intellektuell unterlegen erscheinenden Kritikern und Andersgläubigen, ist aber nur selten zu einem grundlegenden Wort der Selbstkritik bereit. Insbesondere die Re- Exkommunikation von vier hochrangigen Vertretern der erzkonservativen Pius-Bruderschaft und die zögerliche Auseinandersetzung mit den Fällen von sexuellen Missbrauch durch Geistliche stießen auf erhebliche Empörung in der Öffentlichkeit und trugen dazu bei, dass der spektakuläre, mit einer Rede vor dem Bundestag verbundene Besuch des Papstes in seinem Heimatland 2011 auf Widerstand traf. Benedikt XVI., der weit über 500 Bücher und Schriften veröffentlicht hat, hat bisher zwei Enzykliken („Deus caritas est“ ,2006, und “Spe salvi“,2007) ) sowie die Sozialenzyklika „Caritas in veritae“(2009) publiziert. |
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