| Biografie Mao Zedong Lebenslauf | ||
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Mao Zedong (bekannter unter dem
Namen Mao Tse-tung) war der mit Abstand
einflussreichste und bekannteste chinesische Politiker des
zwanzigsten Jahrhunderts. Nach seinem Tod entfaltete
sich ein Personenkult, der seinesgleichen sucht.
Noch heute darf in seiner Heimat die Kritik an
seinem Wirken keinesfalls über die übliche "Siebzig
Prozent gut, dreißig Prozent schlecht"-Formel
hinausgehen. Nachdem während des Koreakrieges General MacArthur den Einmarsch seiner Truppen in Nordkorea befahl, legte Mao dies als Vorbereitung eines Angriffs auf China aus und griff in den Krieg ein. Der Sieg verlieh der kommunistischen Führung zusätzliches Selbstbewusstsein. Bei der Staatsführung ließ er sich von Lenins Ansicht leiten, dass der kommunistischen Partei die uneingeschränkte Führungsrolle zustand. Zwar bot er 1956 im Rahmen der "Hundert-Blumen-Bewegung" die Möglichkeit, unzensiert jede Meinung zu äußern, beendete diese Bewegung jedoch wieder, als er erkannte, dass insbesondere viele Intellektuelle das kommunistisch-diktatorische System nicht mittragen wollten. Es folgte ein massives Vorgehen gegen kritische Intellektuelle, eine sogenannte "Kampagne gegen Rechts". Ab 1958 ordnete er die Industrialisierung Chinas an, der ein Aufstieg zur modernen militärischen Großmacht folgen sollte. Der "Große Sprung nach vorn" geriet zum Desaster, denn die völlig überzogenen Erwartungen der Parteiführung konnten in dem fast gänzlich landwirtschaftlich geprägten Staat unmöglich umgesetzt werden. Dem Teufelskreis aus brutal erzwungener Höchstleistung und durch massive Abgaben langanhaltendem Nahrungsmangel fielen ungefähr 40 Millionen Menschen zum Opfer. Innerparteilich litt Maos Stellung angesichts der Misserfolge, so dass er vorübergehend die Macht an Deng Xiaoping und dessen reformorientierte Verbündete abtreten musste. Natürlich gelang es ihm kurz darauf, die neuen Machthaber als "Rechtsabweichler" zu diffamieren und sie wieder von ihren Plätzen zu verdrängen. 1964 konnte er seinem Volk eine funktionierende Atombombe sowie das für die Mao-Begeisterung der Bevölkerung ähnliche Sprengkraft entfaltende "Kleine rote Buch", eine später "Mao-Bibel" genannte Zitatensammlung, präsentieren. Zwei Jahre später konnte Mao große Teile der chinesischen Jugend für seine Kulturrevolution mobilisieren. Diese Roten Garden waren leicht für ein brutales und demütigendes Vorgehen gegen jeden, der als konterrevolutionär verdächtigt wurde, zu begeistern. Während China 1971 seine Aufnahme in die UNO feierte, herrschten nicht nur für Intellektuelle und Angehörige des Bürgertums dunkle Zeiten, sondern auch für viele Kommunisten, die Mao nicht vorbehaltlos unterstützten. Jegliche Kulturerscheinung, die nicht gänzlich volkstümlich-revolutionären Charakters war, wurde bekämpft. Etwa sieben Millionen Chinesen überlebten das gigantische Umerziehungsprogramm nicht. Erst Maos Tod am 9. September 1976 beendete die Kulturrevolution. Ohne den Schutz des Charismatikers war es den - oft auch selbst von den Maßnahmen der Roten Garden bedrohten - Kommunisten möglich, die verbliebenen Machthaber abzusetzen und sie, unter ihnen auch Maos vierte Frau Jiang Qing, als "Viererbande" vor Gericht zu bringen. So konnte man mit Maos Politik abrechnen, ohne das Ansehen des großen Vorsitzenden zu beschädigen. Dabei ist es bis heute geblieben. |
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