Biografie Heinrich von Kleist Lebenslauf |
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Heinrich von Kleist gilt als einer
der großen Grenzgänger der deutschsprachigen Literatur.
Seine Werke, deren Bedeutung erst Jahre nach seinem
frühen Tod erkannt wurden, bewegen sich im Spagat
zwischen Klassik und Romantik und spiegeln in dieser
Unmöglichkeit ihrer Fixierbarkeit die Tragik seines
kurzen Lebens wider. Dieser radikale Einschnitt in seinem Denken bewirkte eine Krise, aus der er in letzter Hinsicht keinen Ausweg sah, auch eine rückhaltlose Bindung an das Gefühl als einzige und handlungsbestimmende Instanz schien keine Lösung der Aporie zu bieten. Der junge Kleist war innerlich zerrissen, unstet reiste er in Europa umher, wurde zeitweilig in Frankreich verhaftet und festgehalten unter dem Verdacht, ein Spion zu sein. Zeitweilig versuchte er sich im Staatsdienst, was er jedoch bald wieder aufgab, um sich ganz seinen literarischen Arbeiten zu widmen. Unter dem Eindruck der politischen Spannungen seiner Zeit, die vor allem durch das Regime und die Außenpolitik Napoleon Bonapartes geprägt waren, versuchte er, seine Anschauungen in seinen Werken zu verarbeiten, Freiheitsdrang und Widerstandsgedanken führten zu den Plänen politischer Wochenblätter, die jedoch nicht realisiert wurden. Heinrich von Kleists Leben war in sozialer wie individueller Hinsicht geprägt von Brüchen und Spannungen. Die Erkenntnisohnmacht führte zur Verzweiflung an der Unmöglichkeit eines Lebens im Wahren, und so trat er in letzter Konsequenz am 21. November 1811 zum Suizid. Gemeinsam mit der unheilbar an Krebs erkrankten Henriette Vogel fuhr er zum Kleinen Wannsee in Berlin. Mit ihrem Einverständnis erschoss er zuerst seine todkranke letzte Begleiterin und dann sich selbst. Ihre Ruhestätte fanden die beiden gemeinsam aus dem Leben Geschiedenen an Ort und Stelle, aufgrund der gesellschaftlichen Ächtung des Suizids wurde kein Begräbnis auf dem Friedhof gestattet. So starb Heinrich von Kleist, wie er gelebt hatte: in Rückbindung an das Gefühl als einzige Instanz, in der Erkenntnis der Erkenntnisunmöglichkeit, zerrissen in metaphysischer Heimatlosigkeit. |
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