|
Bereits als junger Erwachsener
hatte Adolf Hitler eine starke Affinität zum
Deutschen entwickelt; den Vielvölkerstaat der
österreich-ungarischen Doppelmonarchie verabscheute
er. Vermutlich war dies ein Grund dafür, dass er
1913, also im Alter von 24 Jahren, aus seiner
österreichischen Heimat nach München zog. Erhärtet
wird diese Vermutung durch den Umstand, dass er
sich, nachdem am 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg
ausgebrochen war, ohne zu zögern freiwillig zum
Kriegsdienst meldete, obwohl er doch auch mit dem
Vorsatz, den Militärdienst in Österreich zu
vermeiden, nach München gegangen war. Er diente im 16. Königlich Bayerischen
Reserve-Infanterieregiment "List" und bekleidete
dort den Rang eines Gefreiten. Über diesen Rang kam
er nicht mehr hinaus. Dass dies nicht nur an seiner
Staatsangehörigkeit lag, lässt eine Äußerung seines
Kompanieführers vermuten, der "diesen Hysteriker"
unter keinen Umständen zum Unteroffizier befördern
wollte. Die Wertschätzung seiner Kameraden konnte er
ebenfalls nicht erringen. Zu großen Wert legte er
auf blinden Gehorsam, der nicht nur Widerspruch,
sondern auch das Hinterfragen eines Befehls
ausschloss. Während der meisten Zeit der vier Kriegsjahre wurde
er an der Westfront als Meldegänger eingesetzt.
Schon nach drei Monaten erhielt er das Eiserne Kreuz
zweiter Klasse - 1918 sollte dem das Eiserne Kreuz
erster Klasse folgen. Eine Verwundung am Bein, die ihm im Oktober 1916 in
Nordfrankreich zugefügt wurde, zwang ihn zu einem
fünfmonatigen Lazarettaufenthalt in Beelitz. Im
vorletzten Kriegsmonat, Mitte Oktober 1918, wurde
Hitler, der nach einem Gasangriffs vorübergehend
sein Augenlicht verloren hatte, in Pasewalk ärztlich
versorgt, wo er dann schließlich vom Friedensvertrag
und der de facto damit verbundenen Kapitulation des
Kaiserreiches erfuhr. Bis heute ist allerdings weder
bestätigt noch widerlegt, ob seine Blindheit
wirklich auf das Gas zurückzuführen war oder ob die
Schädigung psychosomatischer Natur war. Die sich
abzeichnende militärische Niederlage hatte bei ihm
hysterische Reaktionen verursacht, derentwegen ihn
ein Militärpsychiater als Psychopathen bezeichnete. Unbestritten ist jedoch, dass Hitlers Persönlichkeit
in diesen Jahren stark geprägt wurde. Durch seine
Beobachtungen hatte er einige militärische
Kenntnisse erworben - und für sein Ansehen sollte
sich der Dienst an der Waffe später auch noch als
nützlich erweisen. |