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Der Vater des modernen
volkstümlichen Schlagers kam am
13. Dezember 1938 als Heinz Georg Kramm
in Düsseldorf zur Welt. Um die Aussprache der
Vornamen zu vereinfachen, nannte ihn seine Schwester
Heino. Als er zehn war, schenkte ihm seine Mutter
ein Akkordeon. Einer Lehre als Bäcker und Konditor
folgte 1959 die erste Heirat.
Bereits 1955 war er mit zwei Freunden auf dem
örtlichen Heimatfest aufgetreten, ab 1961 firmierten
sie als OK Singers. Aber der mäßige Erfolg erlaubte
es Heino noch nicht, seine Tätigkeit als Bäcker zu
beenden. Das änderte sich 1965, als der Schlagerstar
Ralf Bendix Heinos kräftigen Bariton hörte und ihn
fragte: "Junger Mann, wollen Sie Schallplatten
machen?" Da die Antwort positiv ausfiel, wurde
Bendix für die nächsten zwanzig Jahre der Produzent
des Schlagerbarden, der immer wieder Volks-, Wander-
und Seemannslieder in zeitgemäßerer und damit
publikumsverträglicherer Form in sein Repertoire
aufnahm.
Speziell das Lied "Blau blüht der Enzian" verhalf
ihm ab 1972 zu größter Popularität und zahlreichen
Fernsehauftritten. Wegen eines Exophtalmus am
rechten Auge (der Augapfel trat hervor) entschied er
sich in den Folgejahren zum Tragen einer
Sonnenbrille. Diese wurde nun in Kombination mit
seinem hellblonden Haar zu seinem Markenzeichen und
förderte bei vielen die Spekulation, Heino sei ein
"Albino". Ende der Siebziger bildete eine eigene
Serie im ZDF den vorläufigen Abschluss seiner
Karriere. Nachdem er mit Hannelore von Auersperg
seine nunmehr dritte Ehe schloss, reduzierte er
zunächst seine musikalische Tätigkeit.
In der Mitte der Achtziger kam heftige Kritik an
Heino auf, da er trotz internationalen
Kulturboykotts in Südafrika auftrat. Als er das
gesamte Deutschlandlied einschließlich der politisch
heiklen Textpassagen auf Schallplatte sang,
erinnerten sich manche daran, dass das von ihm
interpretierte "Schwarzbraun ist die Haselnuss"
schon bei den Nationalsozialisten sehr beliebt war
(wobei übersehen wurde, dass Arbeiterbewegung und
bündische Jugend das Lied schon vorher kannten).
Natürlich beruhigten sich die Gemüter bald wieder,
denn auch zwei Schwalben machen noch keinen Sommer
und eine gemeinsame Vorliebe für ein bestimmtes
Liedgut bewirkt noch keine ideologische
Übereinstimmung, sondern könnte auch als Anzeichen
für ein schwach ausgeprägtes politisches Gespür
gedeutet werden.
Da Heino nie ganz aus den Medien verschwunden war,
wirkte sich die Renaissance des Schlagers in den
späten Achtzigern auch schnell auf seinen Erfolg
aus. Zwei eigene Serien bei dem TV-Sender SAT.1
verschafften ihm wieder den altgewohnten
Bekanntheitsgrad.
Inzwischen kann er auf Plattenverkäufe in
zweistelliger Millionenhöhe und hervorragend
besuchte Tourneen in mehreren Erdteilen
zurückblicken. Sein Rathaus-Café in Bad Münstereifel
ist zu einer regelrechten Pilgerstätte für Fans
geworden. Seit seiner Abschiedstournee 2005 widmet
Heino sich vor allem seinem Privatleben,
insbesondere der Unterstützung seiner herzkranken
Gattin. |