Geschichte des 1. Weltkrieg |
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Als Hans Castorp, der Protagonist in Thomas Manns epochemachendem Roman "Der Zauberberg" vom Erzähler den Blicken des Lesers entrückt wird in eine unbestimmte Zukunft, zieht er voll ungewisser Ahnungen ein in das "Weltfest des Todes", hinein in die Geschichtskatastrophe, in welcher der Lübecker Doch nicht nur dem "Zauberberg" setzt dieser Krieg, der um die 17 Millionen Menschenleben forderte, ein Ende. Auch für das bürgerliche Zeitalter, für das wilhelministische Deutschland, für die Donaumonarchie, für die althergebrachten Strukturen war ein Ende gekommen, das sich gewaltig und brutal über die Welt herabsenkte. Anfängliche Kriegsbegeisterung und Enthusiasmus, die aus der zeitbedingten Nervenschwäche und Krisis der Jahrhundertwende hervorgegangen waren, mussten schnell dem Entsetzen und der Erkenntnis weichen, dass hier eine Materialschlacht geführt wurde, die auch vor Menschmaterial nicht zurückschreckte und in einem Stellungskrieg mit Massenvernichtungswaffen ausartete. Nationale und internationale Konflikte waren dem Ersten Weltkrieg vorausgegangen, der vom Jahr 1914 bis zum Jahr 1918 andauerte. Kolonialisierung und Industrialisierung hatten für Interessenkonflikte und Wettrüsten gesorgt, die Stimmung in Europa war angespannt und leicht belastbar. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz-Ferdinand und seiner Ehefrau Sophie am 28. Juni 1914, die in die Geschichte einging als "Attentat von Sarajevo". Österreich-Ungarn reagierte darauf einen Monat später in Form einer Kriegserklärung an Serbien, das Deutsche Reich als Bündnispartner schloss sich am 1. August des selben Jahres mit einer Kriegserklärung an Russland an. Innerhalb kurzer Zeit griffen nun die Bedingungen der Bündnispolitik, und schon im Sommer des Jahres 1914 lagen das Deutsche Reich unter Wilhelm II. und die Donaumonarchie Österreich-Ungarn im Krieg mit den miteinander verbündeten Staaten Frankreich, Großbritannien und Russland. Im Jahr 1917 traten auch die Vereinigten Staaten von Amerika in den globalen Krieg ein, was die Aussichten an der Westfront erneut dramatisch verschlechterte. Im November 1918 wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet und Deutschland hatte sich seine Niederlage einzugestehen, Kaiser Wilhelm II. musste abdanken, den Monarchien in Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn war ein Ende gesetzt. Was blieb, war der Rückblick auf einen vier Jahre andauernden Krieg, der unzählige Menschenleben gefordert und das Kriegsgeschehen auf eine grausame Art und Weise modernisiert und technisiert hatte. |
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