Chronik Aldi Geschichte

Diese Geschichte der Gebrüder Albrecht ist ziemlich einzigartig. Sie haben in Deutschland den größten Lebensmitteldiscounter aufgebaut. Der Name ist eine Kurzform beziehungsweise ein Akronym für Albrecht-Diskont. Inzwischen ist der Konzern in Aldi Süd und Aldi Nord geteilt worden. Gemäß ihrer Brutto-Umsätze stellen beide Konzernteile gemeinsam den weltweit erfolgreichsten Discounter dar, der außer in Nordamerika und Australien in 17 europäischen Ländern tätig ist.

Die Anfangsphase 1913–1945
Der gelernte Bäcker Karl Albrecht sen. (1886–1943) war der Vater von Karl Albrecht jun. (1920-2014) und Theo Albrecht (1922–2010). Im Jahre 1913 machte sich Karl Albrecht sen. als Brothändler selbstständig. Auch seine Ehefrau Anna Albrecht (geb. Siepmann) ging in demselben Jahr einer selbstständigen Beschäftigung nach, indem sie in der Huestraße 89
in Essen-Schonnebeck auf einer Fläche von circa 100 Quadratmeter einen Tante-Emma-Laden eröffnete. In diesen „guten alten Zeiten“ wurde der Wein noch aus Fässern in die Flaschen abgefüllt und Mehl und Zucker wurde lose aus den Säcken entnommen. Die Kunden, deren Namen und Schicksale man kannte, wurden persönlich bedient und so etwas wie Selbstbedienung war noch lange nicht in Sicht.
Nachdem Theo und Karl Albrecht (jun.) aus dem Krieg zurückgekehrt sind, übernahmen sie 1946 gemeinsam den Familienbetrieb, dessen Warenangebot im Schwerpunkt aus Lebensmitteln bestand. Zwei Jahre später existierten bereits vier Filialen und die Expansion ging rasant weiter. Im Jahre 1953 wurde das erste Regionallager mit Bürogebäude in Essen-Schonnebeck eröffnet. Ein Jahr später gab es schon Albrecht-Filialen mit Selbstbedienung außerhalb von Essen. 1955 gab es in Nordrhein-Westfalen 100 Filialen der damaligen Albrecht KG.
Die richtig zündende Geschäftsidee bestand nun darin, sich nur auf jene Artikel zu konzentrieren, die die Menschen täglich brauchten und gleichzeitig dabei auf eine großartige Auswahl zu verzichten. Durch das relativ schmale Sortiment und sehr vereinfachten Betriebsabläufen konnten die laufenden Kosten niedriger gehalten werden, als dies den Konkurrenzunternehmen gelang. Die Waren wurden einfach nur (lieblos) kartonweise auf Paletten oder einfache Regale gestellt, um durch niedrige Fixkosten dem Verbraucher die niedrigsten Preise anbieten zu können. 1960 gab es deutschlandweit 330 Albrecht-Filialen und der Jahresumsatz liegt bei ungefähr 90 Mio. DM.

Die Aufteilung
Es heißt, beide Brüder konnten sich nicht darüber einigen, auch Zigaretten ins Sortiment mit

aufzunehmen. Fakt ist, dass sich beide Brüder 1961 ihr Geschäft in eine Nord- und Südhälfte aufteilten. Fortan war Theo Albrecht der Chef von Aldi Nord und verkaufte auch Zigaretten und Aldi Süd verzichtete unter der Leitung von Karl Albrecht jun. zunächst auf die ungesunde Ware, nahm seine Selbstbeschränkung aber ab 2003 nicht mehr so ernst.
Zum Zeitpunkt der Aufteilung gab es sogleich zwei getrennte Verwaltungen sowie Regionallager, nämlich in Herten (Theo Albrecht) und in Mülheim an der Ruhr (Karl Albrecht), wobei ihre Mutter Anna Albrecht 1961 als Gesellschafterin ausschied.
Im Jahre 1967 kaufte Aldi Süd die österreichische Lebensmittelkette Hofer auf, wobei die dazu gehörenden Läden bis heute den Namen Hofer behalten durften.
Im Jahre 1976 bot Aldi zum ersten Mal sogenannte Aktionsartikel an, gleichzeitig expandierte Aldi Süd in die USA mit der Neueröffnung von Filialen in Illinois und Iowa. Im Jahre 1979 übernahm Theo Albrecht Trader Joe`s, eine traditionsreiche US-Lebensmittelkette.

Chronologisch ab 1983

  • 1983 wurde es frisch, indem Aldi Süd frisches Obst und Gemüse ins Sortiment mit aufnahm und auch Kühltheken aufstellte.
  • 1984 eröffnete die tausendste internationale Filiale. Aber der ganz große Erfolg kam mit den „Non-Food-Artikeln“.
  • Nach dem Fall der Berliner Mauer eröffnete 1990 der erste „Ost-Aldi“ im brandenburgischen Kyritz.
  • 1995 verkaufte Aldi seinen ersten PC und die Kunden stürmten die Filialen.
  • Erst 1997 ließ sich Aldi auch auf Tiefkühlkost ein.
  • 2001 kam Aldi Süd an Bioprodukten nicht mehr vorbei.
  • 2002 wurde technisch auf die modernen Scannerkassen umgerüstet. Bis dahin mussten sich die Kassiererinnen die meisten Preise auswendig merken.
  • 2005 konnte man bei Aldi Süd bargeldlos mit EC-Karte bezahlen. Zugleich verdiente der
  • Discounter mit Aldi-Talk am Mobilfunkgeschäft.
  • Ab 2006 gab es bei Aldi Süd endlich frisches Fleisch zu kaufen.
  • Ab 2007 konnte man mit Aldi sogar verreisen.
  • Theo Albrecht starb im Jahre 2010.

Modernisierungen ab 2012
Aldi Nord startete 2012 mit neuen Märkten ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm. Der erste moderne Aldi-Palast mit großer Glasfassade und Flachdach eröffnete sozusagen als Prototyp in Castrop-Rauxel. Am 10. April 2013 wurde das Aldi-Imperium 100 Jahre und feierte sein Jubiläum mit dem Verkauf von Fernbusreisen innerhalb Deutschlands. Karl Albrecht jun. starb im Jahre 2014.
Gegenwärtig (Stand 2017) nehmen Aldi Nord und Aldi Süd immer mehr Markenartikel in ihre Sortimente mit auf, als Beispiel sei hier die Weltmarke Coca-Cola genannt. Und mit einem wachsenden Angebot an Backwaren findet Aldi heute zu seinen Wurzeln zurück.

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