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Bei den Toten Hosen handelt es
sich um eine aus der deutschen Punkbewegung
entwickelte Düsseldorfer Musikgruppe.
Ihre Musik besteht überwiegend aus deutschen Texten
und musikalisch aus Punkrock. Sie sind über die
Landesgrenzen hinaus bekannt und verkauften
bundesweit über 20 Millionen Tonträger.
Gegründet wurde die Band
1982 von
Campino (Andreas Frege), Andreas Meurer, Andreas von
Holst, Trini Trimpop, Michael Breitkopf und Walter
November. Das erste Konzert fand im Bremer
Schlachthof statt. Wohl einer der - natürlich nicht
gerade für die Band - witzigsten Druckfehler
kündigte sie als "Die Toten Hasen" an. Die
Debütsingle "Wir sind bereit" erschien im selben
Jahr. Walter November, Gitarrist, stieg 1983 aus der
Band aus und bei den Zeugen Jehovas ein. Es folgte
die dritte Single der Toten Hosen "Eisgekühlter
Bommerlunder". Da die Single auch im Radio gespielt
wurde, schenkte man den Toten Hosen erste Beachtung.
Im Frühjahr 1983 drehten sie das Video zu dem Lied.
Regie führte Wolfgang Büld, Drehort war eine kleine
bayerische Kirche. Kurt Raab spielte einen dem
Alkohol zugetanen katholischen Geistlichen, Marianne
Sägebrecht spielte eine Braut. Inhalt war eine
absolut chaotische Hochzeitszeremonie. Nach den
Dreharbeiten wurde die Kirche von den Dorfbewohnern
neu geweiht. Die öffentlich-rechtlichen
Fernsehsender weigerten sich zunächst, das Video
auszustrahlen.
"Opel-Gang" war das erste Album und erschien 1983.
Ende desselben Jahres folgte eine Veröffentlichung
der Bommerlunder-Single als Hip-Hop-Version mit dem
schönen und doch, für nicht Studierte, schwer zu
merkenden Titel "Hip Hop Bommi Bop". Die BBC lud die
Band 1984 in die John-Peel-show ein, jedoch kam es
zum Streit wegen hoher Reisekosten, die EMI nicht
bereit war zu übernehmen. Zu diesen Querelen
gesellte sich dann noch ein weiterer Skandal:
Norbert Hähnel hatte im Vorprogramm der "Toten
Hosen" Heino, den echten, parodiert. Gut parodiert,
aber dumm gelaufen, denn EMI hatte Heino ebenfalls
unter Vertrag.
Heino
zog vor das Düsseldorfer Landgericht und konnte eine
einstweilige Verfügung gegen Hähnel erwirken. Die
Toten Hosen lösten den Vertrag mit EMI auf. Neuer
Vertragspartner wurde Virgin Records. Aber die
Streitereien fanden auch ohne EMI und ohne Heino
kein Ende, sondern bekamen 1984 neuen Zündstoff, als
das zweite Album unter der falschen Flagge erschien.
Auf dem ursprünglichen Cover war das Bild eines
Hundegerippes zu sehen, welches vor einem Grammophon
saß. Dieses war gedacht als Karikatur des realen
Wahrzeichens "His Master's Voice" von EMI. EMI
konnte vor Gericht erwirken, dass das Cover geändert
werden musste. 1985 tourten die Toten Hosen für das
Goethe-Institut durch Polen und Ungarn.
Ihr drittes Album, "Damenwahl", erschien 1986.
Den ersten kommerziellen Erfolg der Gruppe führt man
auf die 1988 erschienene LP "Ein kleines bisschen
Horrorschau" zurück. Es folgte eine erfolgreiche
Tournee im Jahr 1989 sowie ein Auftritt in New York
im Jahr 1990 beim New Music Seminar. In Italien
berichtete die Band im Auftrag der taz und des SDR 3
von der Fußballweltmeisterschaft. Im selben Jahr
erschien das Doppelalbum "Auf dem Kreuzzug ins
Glück". Schon vor seiner Veröffentlichung wurde es
über 150.000 mal verkauft. "Learning English"
erschien 1991. Die Songs sind größtenteils gecoverte
englischsprachige Punkrock-Klassiker. Die Aufnahmen
erfolgten grundsätzlich unter Anwesenheit mindestens
eines Mitgliedes der Originalband. Die Band sieht
ihren eigenen Höhepunkt in der Zusammenarbeit mit
Ronald Biggs, der als der berühmteste und dreisteste
Posträuber Englands weltweit bekannt wurde. Die
Toten Hosen besuchten ihn in Rio de Janeiro und
nahmen ein paar Stücke mit ihm auf. Dieses Album ist
bis heute ausschlaggebend für die bis heute
anhaltende Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Sänger
der Gruppe Adverts, T.V. Smith.
Im Jahr 1992 ging die Gruppe erneut auf Tour unter
dem Titel "Menschen, Tiere, Sensationen". Sie
spielten sowohl in Deutschland als auch unter
anderem in Dänemark, der Schweiz, in Österreich,
Frankreich, Argentinien und Spanien. Im selben Jahr
erschien zur Weihnachtszeit die Single "Sascha - ein
aufrechter Deutscher", mit welcher die Band sich
deutlich von Ausländerfeindlichkeit distanzierte.
Die Verkaufserlöse kamen dem "Düsseldorfer Appell
gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" zugute.
Auf taube Ohren bei angerufenen Gerichten stießen
hingegen die Republikaner. Sie wollten ein Verbot
des Liedes erwirken wegen angeblicher parteilicher
Verunglimpfung. Unbeabsichtigt und sicher auch
ungewollt trugen sie damit zu einem noch größeren
Erfolg der Single bei.
Das Album "Kauf mich!" kam 1993 in die Plattenläden
und erreichte in den deutschen Albumcharts Platz
eins. Das erste Best-of-Album "Reich & Sexy"
erschien im selben Jahr. 1994 veröffentlichten sie
eine internationale Version des Albums mit dem Titel
"Love, Peace & Money".
Die Toten Hosen gingen im Jahr 1994 erneut auf
Tournee in Deutschland und dem angrenzenden Ausland.
Sie waren Vorband von Green Day und gaben in Kanada
und USA vier Konzerte.
Radio Fritz engagierte die Band, die mit ihrer
Sendung "Tausend Takte Tanzmusik" ein Jahr lang ihre
eigene Radiosendung produzierte.
Im Jahr 1995 gründeten die Toten Hosen ihr eigenes
Label JKP, um künftig die kommerzielle Verantwortung
selbst zu übernehmen.
Für "Opium fürs Volk" erhielt die Gruppe Platin.
"Zehn kleine Jägermeister", die Singleauskopplung
aus dem Album, stürmte die deutschen Charts und kam
auf Platz eins.
Die Toten Hosen gaben im Zeitraum von 1982 bis 1997
rund eintausend Konzerte. Ihr Jubiläumskonzert am
28. Juni 1997 wurde von einem tragischen Unglück
überschattet: im Düsseldorfer Rheinstadion kam ein
16jähriges Mädchen ums Leben. Die Band unterbrach
zwar sofort, jedoch riet ihnen der Einsatzleiter der
Berufsfeuerwehr, weiterzuspielen, um eine eventuelle
Massenpanik zu verhindern. Die Toten Hosen traten
danach für ein halbes Jahr nicht mehr auf.
1998 waren die Toten Hosen wieder aktiv, unter
anderem wirkten sie mit bei der Vans Warped Tour,
die sie durch Festivals in Japan, den USA,
Australien und Europa führte. Die Single "Pushed
Again" erschien ebenfalls 1998. Die B-seite der
Single "Alles ist eins" wurde dem ums Leben
gekommenen Mädchen gewidmet.
Die Band ist seit 2001 für T.V. Smith als
Backgroundband aktiv. Ihr Album "Useless" mit "Best-Of"
Titeln erschien im selben Jahr. Es folgten Konzerte
in Ungarn, Polen und Tschechien sowie im Sommer 2001
als Vorband der Gruppe AC/DC in Deutschland, die ein
Jahr später als das Album "Auswärtsspiel" heraus
gebracht wurde.
Über 70 Konzerte gaben die Toten Hosen im Jahr 2002
in Österreich, der Schweiz und in Deutschland. Die
Hallen waren ausverkauft. Doch damit nicht genug:
Sie nahmen in Finnland am Himos-Festival, in Polen
und Budapest beim Sziget-Festival sowie beim
Przystanek Woodstock in Polen teil. Danach gaben sie
in Buenos Aires zwei weitere Konzerte.
Nachdem das zweite Best-Of Album "Reich & Sexy II -
die fetten Jahre" erschien, legten die Toten Hosen
2003 eine Pause ein, um sich im Februar 2004 mit der
Maxi-CD "Friss oder stirb" zurückzumelden. Auf MTV
wurde "Friss oder Stirb" gesendet. Die im Juni 2005
erschienene Dreifach-DVD enthält Berichte aus ihrem
Leben. Die folgende Tournee stand unter demselben
Motto. Das Abschlusskonzert fand am 10. September
2005 in Düsseldorf in der LTU-Arena statt.
Ende 2005 führte sie ihre Tour durch verschiedene
Opernhäuser und Theater. Hierbei spielten sie im
Programm "Abvent". Regie führte Hanns Christian
Müller. Im nächsten Jahr legte die Gruppe erneut
eine Pause ein. Diese nutzte Campino, um in der
Rolle als Macheath in einer Inszenierung von
Berthold Brechts Dreigroschenoper zu überzeugen. Die
Regie führte Klaus Maria Brandauer. Ort der
Inszenierung war der Berliner Admiralspalast.
Unter anderem mit Bono von U2, den
Fantastischen Vier,
Herbert Grönemeyer und anderen spielten sie am
7.
Juni 2007 in Rostock beim Open-Air-Konzert "Deine
Stimme gegen Armut", welches Teil der Protestaktion
gegen die G8-Politik war.
Die Toten Hosen sind alles andere als tot, denn für
dieses Jahr sind neben einem neuen Album eine
Tournee gegen Jahresende sowie bei Rock am Ring im
Park ein Auftritt geplant. Die Tournee steht unter
dem Motto "Machmalauter". |