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Der große Jahresrückblick – das Sportjahr
2010.
Sport fasziniert die Menschen seit vielen
Jahrtausenden - und das ist auch kein Wunder.
Schließlich präsentieren sich uns jedes Jahr aufs
Neue die sportlichsten 12 Monate, die bewegende
Momente und noch mehr sportlichen Spaß enthalten.
Und genau so zeigte sich auch das Sportjahr 2010 -
eines der Highlights waren die 21. Olympischen
Winterspiele. Diese starteten im Februar im
kanadischen Vancouver (einige Wettkämpfe waren u.a.
in Whistler abgehalten worden). Damit war Kanada
bereits zum dritten Mal Gastgeber dieser Olympischer
Winterspiele. Wie gewohnt lagen „sportliche
Höchstleistungen“, „große Erfolge“ und auch
„geplatzte Medaillenträume“ wieder einmal ganz dicht
beieinander. Die olympischen Wettkämpfe wurden u.a.
in folgenden Sportarten ausgetragen: Biathlon,
Bobfahren, Curling, Eishockey, Freestyle-Skiing,
Rennrodeln, Shorttrack, Ski Alpin, Skilanglauf und
Skispringen. Nur wenige Stunden vor dem Start des
großen Sportereignisses schockte uns ein
dramatischer Sportunfall im Eiskanal. Beim Training
war der 21-jährige Rodler Nodar Kumaritaschwili mit
über 150 km/h in die Kurve Nummer 16 gerast und
wurde wenige Sekunden später aus der Bahn geworfen.
Mit voller Wucht schleuderte der junge Georgier
gegen einen ungeschützten Stahlträger der
Dachkonstruktion und hatte keine Überlebenschance:
Er starb kurz darauf im Krankenhaus. Trotz dieses
schrecklichen Unfalls hatte sich der
Rodel-Weltverband FIL dazu entschieden, das
olympische Rennen wie geplant stattfinden zu lassen.
Dabei sein ist alles - olympische Winterspiele in
Vancouver.
Allein aus Deutschland waren über 150 Athleten zu
den Winterspielen nach Kanada gereist. Und jede(r)
Einzelne von ihnen verfolgte das sportliche Ziel,
hier dem begehrten „Edelmetall“ möglichst nahe zu
kommen. Die deutsche Skirennläuferin Maria Riesch
sicherte sich in hier gleich zwei
Olympia-
Goldmedaillen – und das trotz erschwerter
Witterungsbedingungen. Sie siegte in der
Super-Kombination und im Slalom. Biathletin
Magdalene Neuner holte ebenfalls zweimal Gold und
einmal Silber. Damit erweiterte die 23-jährige
Sportlerin ihre Medaillensammlung auf 12
Edelmetalle. Glückwunsch! Eine weitere Sportlerin
fiel ebenfalls in Kanada auf – die 21-jährige
Eisschnellläuferin Stephanie Beckert. Sie ist vor
allem auf Langstrecken spezialisiert und gewann hier
gleich zwei Silbermedaillen (über 3000 und 5000
Meter). Zum Schluss der Olympischen Spiele holte sie
sich – gemeinsam mit Katrin Mattscherodt, Anni
Friesinger-Postma und Daniela Anschütz-Thoms - den
Olympiasieg in der Teamverfolgung. Die letzte
deutsche Medaille heimste sich übrigens Axel
Teichmann ein – er bekam Silber beim Langlauf über
50 Kilometer. Am Ende konnte sich das deutsche Team
über einen verdienten 2. Platz freuen - den besten
Medaillenspiegel wies das Gewinnerland Kanada auf.
Für Deutschland „regnete“ es im kanadischen
Vancouver insgesamt ganze 30 Medaillen (10 Gold-, 13
Silber- und sieben Bronzemedaillen). 20 Medaillen
waren allein von den Sportlerinnen gewonnen worden,
„nur“ 10 konnten dagegen von den Herren eingespielt
werden.
Viele Siege, einige Niederlagen und große
Emotionen.
Auch in Sachen „Ewiger Medaillenspiegel“ haben die
deutschen Leistungen in Vancouver und Whistler
einige Veränderungen gebracht. Denn Deutschland
hatte dadurch, dass Langzeitfavorit Russland während
der Winterspiele 2010 nur drei Goldmedaillen
gewinnen konnte, den Nummer-Eins-Thron erstmals für
sich gewinnen können. Nicht schlecht, oder!?
Immerhin überholten wir die Russen mit sagenhaften
128 Olympiasiegen (diese verfügten zu dieser Zeit
über 123 Ehrungen). Übrigens - ein weiteres
sportliches Highlight war die Party danach. Und auch
diese ging in die Geschichte des Landes ein - mit
dem Titel „größte Sause Kanadas“. Der Grund dafür
waren u.a. über 60.000 Zuschauer, die sich allein im
Stadion von Vancouver befunden hatten. Damit aber
nicht genug - dazu kam ein sportinteressiertes
Milliarden-Publikum, das dieses große Ereignis
bequem von zu Hause aus am Fernseher verfolgte.
Themenwechsel - den Sommer 2010 konnten wir auch
fußballtechnisch von seiner (fast) schönsten Seite
erleben. Schließlich gelang es unserer
Nationalmannschaft um Trainer Jogi Löw wahre
sportliche Highlights zu setzen - z.B. mit einem
umjubelten Sieg gegen Argentinien oder auch England.
Das allerdings sah kurz vor der Fußball-WM in
Südafrika noch ganz anders aus. Denn ganz
Fußball-Deutschland zeigte sich von einer kurzen
Pressemeldung schockiert. Diese lautete:
„Nationalelf-Kapitän Michael Ballack verletzt – er
kann die WM in Südafrika nicht spielen“. Wahnsinn –
denn gerade Michael Ballack galt zu dieser Zeit als
absoluter WM-Hoffnungsträger.
Keine WM-Chancen für die deutsche
Nationalmannschaft!?
Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack hatte
sich kurz vor der Weltmeisterschaft in Südafrika im
englischen Pokalfinale das Innenband am rechten
Sprunggelenk gerissen (durch ein Foul von
Kevin-
Prince Boateng). Ein echter Schock – denn
damit waren die Erfolgsaussichten für die WM 2010
ganz schön schwer ins Wanken geraten. Übrigens - die
19. Fußball-Weltmeisterschaft fand erstmals in
Südafrika statt – und das in der Zeit vom 11. Juni
bis zum 11. Juli 2010. Stolzer Sieger der
Fußball-Weltmeisterschaft war Spanien geworden –
Vizeweltmeister die Niederlande und auf Platz drei
folgte Deutschland. Mit insgesamt 5 Torchancen
machte Mittelfeldspieler Thomas Müller ganze 5 Tore
– ganz klar, dass er damit zu dem erfolgreichsten
Nachwuchsspielern der Weltmeisterschaft 2010 wurde
(gleichzeitig gab er dazu auch noch drei
erfolgreiche Vorlagen). Der Clou war, dass der
20-jährige Fußballer nach gerade einmal drei Minuten
das erste Tor im wichtigen WM-Viertelfinale-Spiel
gegen Argentinien geschossen hatte – und das auch
noch ganz locker mit dem Kopf. Pech hatte Müller
allerdings in der 36. Minute – wegen Handspiels
bekam der junge Fußballspieler eine Gelbe Karte
(damit war Müller für das Halbfinalespiel gesperrt).
Hier die Ergebnisse – das Viertelfinalspiel gegen
Argentinien endete mit einem verdienten 4:0 für
Deutschland. Im Halbfinale verlor die deutsche
Nationalmannschaft gegen Spanien mit einem 0:1. Beim
Spiel um Platz 3 setzten sich unsere Jungs dann mit
einem 3:2 gegen Uruguay durch.
Deutschland steht hinter Löw und seiner „Boy“-Group.
Am Ende der Fußball-WM in Südafrika 2010 standen
sich die Mannschaften von Holland und Spanien
gegenüber. Spannend war, dass beide Länder sich bis
dahin noch nie mit diesem wichtigen Weltmeistertitel
schmücken konnten. Der Clou: Die finale Entscheidung
fiel erst in der 116. Minute – also nach einer
ordentlichen Verlängerung. Dem Spanier Andres
Iniesta gelang es, das Leder endlich ins Tor der
gegnerischen Mannschaft zu schießen. Und das 1:0
bedeutete dann auch den verdienten Sieg und
Weltmeister-Titel für Spanien. Und wie heißt es so
schön: „Man(n) muss auch gönnen können“, oder!?
Dementsprechend wurde die spanische
Fußballmannschaft auch bei ihrer Rückkehr im
Heimatland mit größter Begeisterung begrüßt (über 25
Millionen Spanier und Spanierinnen säumten bei deren
Ankunft die Straßen). Das sah bei der Rückkehr der
deutschen WM-Mannschaft etwas anders aus. Auf dem
Flughafen in Frankfurt warteten einige Fans auf ihre
Idole – nur, die bekamen die Sportler nicht einmal
kurz zu sehen. Denn Jogis Jungs hatten sich
scheinbar ohne ein Bad in der Menge ihrer Fans aus
dem Staub gemacht. Später entschuldigte sich der DFB
in einem öffentlichen Brief für das Verhalten der
Nationalfußballer. Es hieß darin, dass ihnen „nichts
ferner läge, als ihre treuen Fans verärgern zu
wollen“. Außerdem sei es für die Mannschaft eine
„Selbstverständlichkeit, sich nicht für einen
dritten Platz feiern zu lassen“.
Wahnsinn: TV-Traumquoten für die WM in Südafrika.
Es schien, als hätte im Sportjahr 2010 ganz
Fußball-Deutschland während der Weltmeisterspiele in
Südafrika immer wieder vereint vor ihren TV-Geräten
gesessen. Immerhin sorgten die Fernsehquoten für
neue Maßstäbe – allein der Start der Nationalelf ins
WM-Turnier bescherte dem ZDF echte Traumquoten.
Damals hatten sich rund 28 Millionen deutsche
Zuschauer(innen) den 4:0-Sieg der deutschen
Nationalmannschaft gegen Australien angesehen (mit
einem Mega-Marktanteil von über 74 Prozent).
Themenwechsel: Ganze sieben Mal war Mega-Rennfahrer
Michael Schuhmacher deutscher
Formel-Eins-Weltmeister geworden. Umso verblüffter
guckten viele Deutsche, als sich im November 2010
ein smarter und äußerst talentierter 23-jähriger
„Kerl“ diesen begehrten Titel holte:
Sebastian
Vettel aus Heppenheim. Und das in einem Rennen, das
wohl spannender nicht hätte sein können. Vettel
gelang es sprichwörtlich in letzter Minute, als
erster Fahrer durch das Ziel fahren zu können. Auch
deshalb war es wohl kein Wunder, dass es der Red-Bull-Pilot anfangs selbst kaum glauben konnte
und noch im Wagen einige Tränen vergossen hatte.
Ganz klar, dass selbst Bundeskanzlerin Angelika
Merkel zu diesem sensationellen Erfolg gratulierte.
Und mehr noch - bei seiner Rückkehr in die
Heimatstadt wurde Heppenheim für kurze Zeit in
„Vettelheim“ umbenannt. Damit war es aber immer noch
nicht gut – denn der frischgebackene
Formel-1-Weltmeister wurde gleichzeitig auch noch
zum Sportler des Jahres 2010 gekürt. Dazu gesellten
sich die Doppel-Ski-Olympiasiegerin Maria Riesch und
unsere Jungs der Fußball-Nationalmannschaft (sie
waren zuvor von rund 1.500 Journalisten gekürt
worden). Na, dann – bis zum nächsten Sportjahr. |