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September 1975 - Chinesisch für Ausländer und die Hamburger Pferde-Auktion

Kalender September 1975
Über die Handelsereignisse der Leipziger Herbstmesse hatte der Absturz einer Interflug-Maschine der DDR einen gewaltigen Schatten geworfen. Fast dreißig Menschen waren ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen kamen aus der BRD und wollten die Messe besuchen. Ein tragisches Unglück, das die Spannungen zwischen den beiden deutschen Staaten nicht geringer machte. Im September ging eine Ära der Hamburger Polizeigeschichte zu Ende. Seit 1870 hatte es in der Hansestadt das Constabler-Corps zu Pferde gegeben. Das Zeitalter der berittenen Polizei war nach mehr als 100 Jahren vorbei und das Hufgetrappel der „Streifen“-Pferde war verklungen. Nur noch die Auktion machte etwas Wirbel. Die letzten 15 Pferde waren versteigert worden. Wie sehr sich Zeiten ändern können, wurde auch in China deutlich. Dort hatte man sich nämlich der Welt ein wenig genähert und für die chinesischen Orts- und Personennamen eine standardisierte lateinische Schreibweise eingeführt. Peking schrieb sich jetzt Beijing und die internationalen Besucher würden sich etwas leichter orientieren können. Vielleicht.
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Wichtige Ereignisse im September 1975

1. September
Namibia 1975 – In der namibischen Hauptstadt Windhoek hatte die sogenannte Turnhallenkonferenz begonnen, auf der eine Verfassung für das Land ausgearbeitet werden sollte.
1. September
Ecuador 1975 – Der Generalstabschef Raoul Gonzales Alvear war bei dem Putsch-Versuch gegen Präsident General Guillermo Rodríguez Lara gescheitert. Der Aufstand war nach mehrstündigen schweren Kämpfen zusammengebrochen, nachdem Luftwaffe und Fallschirmjäger ihre Teilnahme an dem Umsturz verweigert hatten.
1. September
Volksrepublik China 1975 – Die Volksrepublik China hatte eine standardisierte lateinische Schreibweise für chinesische Orts- und Personennamen eingeführt. Dementsprechend erhielt nun die Hauptstadt Peking die Schreibweise „Beijing“.
1. September
DDR 1975 – Eine Maschine der DDR-Fluggesellschaft Interflug war auf dem Flughafen Leipzig abgestürzt, wobei 27 Menschen ums Leben gekommen waren. Die meisten Todesopfer waren Bundesbürger, die zur Leipziger Herbstmesse gereist waren.
1. September
West-Berlin 1975 – Der Flughafen Tegel in West-Berlin war in Betrieb genommen worden. Der Flughafen Tempelhof war gleichzeitig für den zivilen Flugverkehr gesperrt worden.
1. September
Kunst 1975 – In der BRD wurde der Bundesverband Deutscher Galerien gegründet.
2. September
BRD 1975 – Der sogenannte kleine Baader-Meinhof-Prozess hatte in Kaiserslautern begonnen. Die drei Angeklagten hatten sich unter anderem wegen Mordes in drei Fällen und 13 Mordversuchen verantworten müssen.
2. September
Chile 1975 – Einer Mitteilung der chilenischen Regierung zufolge, waren die Lebenshaltungskosten seit Januar um 221,2 Prozent gestiegen.
2. September
Theater 1975 – Im Kleinen Haus der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart war die Komödie „Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle“ von Botho Strauß zur Uraufführung gekommen.
3. September
Theater 1975 – Im Hamburger Klecks-Theater kam das Jugendstück „Mensch Mädchen“ zur Uraufführung.
3. September
Fußball 1975 – In Wien besiegte die Elf aus der BRD mit 0:2 die österreichische Fußballnationalmannschaft.
4. September
Ägypten/Israel 1975 – In Genf (Schweiz) hatten Ägypten und Israel ein zweites Truppenentflechtungsabkommen für die Halbinsel Sinai unterschrieben. Darin waren beide Seiten zum ersten Mal die Verpflichtung eingegangen auf die Anwendung und Androhung von Gewalt zu verzichten.
4. September
Frankreich 1975 – Von der französischen Regierung war ein Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft mit einem Umfang von umgerechnet 17 Milliarden DM verkündet worden.
5. September
USA 1975 – Als eine 26-jährige Anhängerin des Kriminellen Charles Manson in Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) eine Pistole auf den US-amerikanischen Präsidenten Gerald Ford richtete, konnte sie überwältigt werden, ohne das der Präsident dabei verletzt wurde. Die Attentäterin war die 26-jährige Lynette Fromme, eine Anhängerin des Satanskults. Sie wurde mit lebenslanger Haft bestraft.
5. September
Sudan/Libyen 1975 – Nach wenigen Stunden war im Sudan ein Putsch gegen Präsidenten Dschaffar Muhammad An Numairi zusammengebrochen. Die sudanesische Regierung hatte Libyen beschuldigt, als Drahtzieher des Staatsstreiches fungiert zu haben.
5. September
Großbritannien 1975 – Zwei Menschen waren bei der Explosion einer Bombe in einem Londoner Hotel ums Leben gekommen, weitere 63 Menschen waren verletzt worden. Innerhalb von fünf Tagen war dies bereits der fünfte Anschlag in London. Die illegale Irisch-Republikanische Armee (IRA) galt als Urheber der Attentate.
5. September
BRD/China 1975 – In der chinesischen Hauptstadt Peking hatte Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs die westdeutsche Industrieausstellung „Technogerma“ eröffnet.
5. September
Türkei 1975 - Im Südosten der Türkei waren bei einem schweren Erdbeben mehr als 2.300 Menschen ums Leben gekommen.
5. September
Theater 1975 – Im Staatstheater Darmstadt war das Schauspiel „Lieber Fritz“ von Franz Xaver Kroetz uraufgeführt worden.
5. September
Film 1975 – Einer Mitteilung der US-amerikanischen Zeitschrift „Variety“ zufolge, hatte der Film „Der weiße Hai“ („Jaws“) von Steven Spielberg die bislang höchsten Einnahmen in der Filmgeschichte eingespielt.
6. September
Syrien 1975 – In der syrischen Hauptstadt Damaskus hatten Palästinenser und syrische Gewerkschafter gegen das israelisch-ägyptische Sinai-Abkommen demonstriert.
6. September
BRD 1975 – Die südhessische SPD hatte sich auf ihrem Parteitag in Gießen für eine staatliche Investitionskontrolle und -lenkung ausgesprochen.
7. September
BRD 1975 – In Ludwigshafen war bei einem Rockfestival ein Besucher an einer Überdosis Heroin gestorben. Insgesamt hatte die Polizei 55 Dealer verhaftet. Sie hatten mit kleineren Mengen Rauschgift gehandelt.
7. September
Tennis 1975 – Die tschechoslowakische Tennisspielerin Martina Navratilova hatte in den Vereinigten Staaten um Asyl nachgesucht.
7. September
Tennis 1975 – Der Spanier Manuel Orantes hatte bei den offenen amerikanischen Tennismeisterschaften in Forest Hills (New York) im Finale den Favoriten Jimmy Connors in drei Sätzen besiegt. Den Titel bei den Damen hatte sich Chris Evert geholt.
7. September
Reitsport 1975 – Die Britin Lucinda Prior-Palmer war in Luhmühlen (Niedersachsen) Europameisterin in der Military geworden. Die Vielseitigkeits-Reiterin hatte den Sieg vor Prinzessin Anne, der Tochter der britischen Königin Elisabeth II. errungen. +8. September
Nordirland 1975 – Von der verfassungsgebenden Versammlung in Nordirland war jede Regierungsbeteiligung der katholischen Minderheit abgelehnt worden.
9. September
West-Berlin 1975 – Von der Polizei in West-Berlin waren drei Personen verhaftet worden, die im Verdacht standen, dass sie an der Entführung des CDU-Landesvorsitzenden Peter Lorenz beteiligt gewesen waren.
9. September
Kambodscha 1975 – Prinz Norodom Sihanouk, das offizielle Staatsoberhaupt von Kambodscha war nach einem fünfjährigem Exil in seine Heimat zurückgekehrt.
10. September
Libanon 1975 – Um den seit einigen Tagen erneut aufgeflammten Bürgerkrieg zwischen Christen und Moslems unter Kontrolle zu bringen, hatte die libanesische Regierung Streitkräfte eingesetzt.
10. September
Vatikan/Uganda 1975 – Der ugandische Staatspräsident Idi Amin Dada, dem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen waren, wurde von Papst Paul VI. Empfangen.
10. September
BRD 1975 – Ein Regierungsprogramm zur Sanierung der Staatsfinanzen war vom Bundeskabinett beschlossen worden. Darin waren Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen vorgesehen.
11. September
BRD 1975 – Die Bundesbank hatte in diesem Jahr zum fünften Mal den Diskont- und Lombardsatz gesenkt. Die Leitzinsen, die noch zu Beginn des Jahres 6 Przent bzw. 7 Prozent betragen hatten, lagen nun bei 3,5 Prozent bzw. 4,5 Prozent. Die neuerliche Senkung nannte Bundesbankpräsident Karl Klasen einen Beitrag zur Kostenentlastung der Wirtschaft, von der nun weniger Kreditzinsen bezahlt werden mussten.
11. September
Frankreich 1975 – Italienischer Wein war von Frankreich mit einer Steuer von 12 Prozent bis 20 Prozent belegt worden, nachdem in der Europäischen Gemeinschaft (EG) keine Einigung im Preiskonflikt zwischen den beiden Ländern zustande gekommen war.
12. September
Griechenland 1975 – Hohe Zuchthausstrafen waren von einem griechischen Gericht in Athen gegen ehemalige Angehörige der Militärpolizei verhängt worden. Sie waren schuldig befunden worden, in der Zeit der Militärdiktatur Folterung ausgeübt zu haben.
12. September
Argentinien 1975 – Einer Mitteilung der argentinischen Regierung zufolge waren seit dem 27. Juli mindestens 102 Menschen durch politische Gewalttaten ums Leben gekommen.
12. September
BRD 1975 – Der CSU-Parteitag, der in München begann und bis zum 14. September dauerte, hatte unter dem Motto „Arbeit für Deutschland“ gestanden. Der Parteivorsitzende Franz Josef Strauß hatte in einer Grundsatzrede mit Bezug auf die sozialliberale Bundesregierung gefordert, dass dem „Spuk in Bonn ein Ende“ zu machen sei.
12. September
BRD 1975 – Die letzten 15 Polizeipferde waren in Hamburg versteigert worden. In der Hansestadt gab es die berittene Polizei seit der Gründung des Constabler-Corps zu Pferde 1870.
12. September
Musik 1975 – In West-Berlin kam die „Feiertags-Kantate“ des US-amerikanischen Komponisten österreichischer Herkunft, Ernst Krenek, zur Uraufführung.
13. September
Argentinien 1975 – Wegen angeblicher Gesundheitsprobleme hatte die argentinische Präsidentin Isabel Perón die Amtsgeschäfte vorübergehend an Senatspräsident Italo Luder abgegeben. Am 16. Oktober war Perón in ihr Amt zurückgekehrt. Eine Lösung für die Probleme Argentiniens fand sie aber weiterhin nicht.
13. September
BRD 1975 – Bei der Explosion einer Bombe in einem Schließfach des Hamburger Hauptbahnhofs waren elf Menschen verletzt worden. Offenbar war der Anschlag ein Racheakt nachdem mehrere Personen festgenommen worden waren, die mit der Entführung des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz in Zusammenhang gestanden hatten.
13. September
BRD 1975 – Bundeskanzler Helmut Schmidt hatte in einer Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Nahrung und Gaststätten“ (ANUGA) in Köln seine Zuversicht über eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung ausgedrückt.
14. September
Kunst 1975 – Im Amsterdamer Rijksmuseum wurde das Gemälde „Die Nachtwache“ von Rembrandt von einem Geistesgestörten mit Messerstichen attackiert.
14. September
BRD 1975 – Nach einer Pause von zwei Jahren war der Fernsehunterhalter Hans-Joachim Kulenkampff mit seiner neuen Sendung, „Feuerabend. Gesellschaftsspiele am Kamin“, auf den Bildschirm zurückgekehrt.
15. September
Spanien 1975 – In der spanischen Hauptstadt Madrid hatten palästinensische Terroristen die ägyptische Botschaft überfallen und drei Diplomaten als Geiseln genommen. Die Aktion, die am Folgetag unblutig zu Ende ging, sollte ein Zeichen des Protests sein gegen das ägyptisch-israelische Abkommen über eine Truppenentflechtung auf dem Sinai.
15. September
USA/Israel 1975 – Von US-Präsident Gerald Ford war eine Zusage an Israel für „sehr große Mengen Rüstungsgüter“ bestätigt worden. Die Waffenhilfe war als Ausgleich für den Teilrückzug vom Sinai gedacht gewesen.
15. September
BRD 1975 – Als Nachfolger für den vorzeitig aus dem Amt ausgeschiedenen Günther Nollau war der neue Präsident für Verfassungsschuzt, Richard Meier, in sein Amt eingeführt worden.
15. September
Musik 1975 – In West-Berlin war „Mare Nostrum. Entdeckung, Befriedung und Konversion des Mittelmeerraumes durch einen Stamm aus Amazonien“, ein szenisches Spiel für Countertenor und mehrere Instrumente des argentinisch-deutschen Komponisten Mauricio Raul Kagel zur Uraufführung gekommen.
16. September
Papua-Neuguinea 1975 – Papua-Neuguinea erlangte seine Unabhängigkeit. Das Land war vorher von Australien verwaltet worden.
16. September
UNO 1975 – In New York begann die 30. Vollversammlung der Vereinten Nationen. Zum Präsidenten der neuen Sitzungsperiode hatten die Delegierten fast einstimmig den Ministerpräsidenten und Außenminister von Luxemburg, Gaston Thorn, gewählt. Vorher war ein Plan zum Abbau des weltweiten ökonoischen Ungleichgewichts verabschiedet worden, in dem unter anderem verlangt wurde, dass die Rohstoffpreise an die Preise von Exportgütern aus den Industrieländern gekoppelt werden müssen. Neue Mitglieder der Vereinten Nationen wurde die Länder São Tomé und Príncipe, Mosambik und Kap Verde.
16. September
BRD 1975 – Die Zentrale Vergabestelle (ZSV) in Dortmund hatte 51.000 Bewerber für Numerus-clausus-Fächer bei der Zuweisung von Studienplätzen angelehnt. Das waren fast ebenso viele Bewerber wie angenommen worden waren.
16. September
USA 1975 – In den Vereinigten Staaten hatten sich bei einer Meinungsumfrage 63 Prozent der Befragten für eine friedliche Atomkraft-Nutzung ausgesprochen. Entschieden gegen Kernkraftwerke waren 19 Prozent der Befragten gewesen.
17. September
Sambia 1975 – Einem Beschluss der Regierung von Sambia zufolge durften ausländische Firmen nur noch zehn Prozent ihrer Gewinne ausführen.
17. September
BRD 1975 – Der SPD-Politiker und Bundesverteidigungsminister Georg Leber war aus den Reihen seiner Partei heftig kritisiert worden. Als sein US-amerikanischer Amtskollege, James Schlesinger, erklärt hatte, die NATO werde im Falle eines sowjetischen Angriffs möglicherweise zuerst Atomwaffen einsetzen, hatte er von Georg Leber Zustimmung erhalten.
17. September
UNESCO 1975 – Die UN-Organisation für Erziehung und Wissenschaft UNESCO hatte mitgeteilt, dass weltweit 800 Millionen Menschen nicht lesen und schreiben könnten. Unter den Analphabeten hatten sich 500 Millionen Frauen und Mädchen befunden. Es sei kaum möglich, die „letzte Geisel der Menschheit“, das Analphabetentum, zu beseitigen.
18. September
BRD 1975 – Eine zweitägige Bundestags-Debatte über das Steuer- und Sparprogramm der Regierung war zu Ende gegangen. Die aktuelle Wirtschaftskrise hatte Bundeskanzler Helmut Schmidt dabei als einen Teil einer weltweiten Rezession bezeichnet, deren Beseitigung nur durch international abgestimmte Maßnahmen zu beseitigen sei. Der Chef der Oppositionspartei CDU, Helmut Kohl, machte die SPD/FDP-Koalition verantwortlich für die „hausgemachte Rezession“.
18. September
USA 1975 – Nach einer Fahndung von 19 Monaten konnte die US-amerikanische Verlegertochter Patricia Hearst verhaftet werden. Nachdem sie erst einmal entführt worden war, hatte sie sich ihren Entführern angeschlossen, sich deren politische Ziele zu eigen gemacht und war unter anderem an einem Banküberfall beteiligt gewesen.
18. September
Italien 1975 – In Neapel war Maurizio Valenzi zum ersten kommunistischen Bürgermeister gewählt worden.
19. September
Portugal 1975 – In Portugal war eine neue Regierung vereidigt worden. Das Kabinett, das Admiral José Pinheiro de Azevedo führte, setzte sich aus Zivilisten und Militärs zusammen. Diese Politiker waren überwiegend der gemäßigten Linken zuzurechnen.
20. September
USA 1975 – Einer Erklärung des US-Präsidenten Gerald Ford zufolge, würde seine Regierung eine Waffenhilfe für Ägypten in Erwägung ziehen. Ford hatte damit auf die ägyptische Bereitschaft reagiert, bilaterale Friedensverhandlungen mit Israel zu führen.
21. September
Finnland 1975 – Trotz ihrer Verluste waren die Sozialdemokraten in Finnland bei den Parlamentswahlen stärkste Partei geblieben. Sie schafften nicht die Bildung einer tragfähigen Regierungskoalition. Daraufhin hatte Staatspräsident Urho Kekkonen am 27. November angeordnet, ein Volksfrontkabinett aus Sozialdemokraten, Kommunisten, Zentrum, Schwedischer Volkspartei und Liberalen zu bilden. Diese Fünf-Parteien-Regierung war am 30. November vereidigt worden. Ministerpräsident war Martti Miettunen (Zentrum) geworden.
21. September
China 1975 – Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, Mao Zedong, hatte die Weltöffentlichkeit vor den „Gefahren des sowjetischen Materialismus“ gewarnt. Seit 1960 waren die beiden Staaten ideologisch verfeindet.
21. September
Malaysia 1975 – In der Hauptstadt Malaysia, Kuala Lumpur, hatte der Wahlkönig Tungku al Marhum Sultan, seine fünfjährige Amtsperiode angetreten.
22. September
BRD/Sowjetunion 1975 – Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl war in die Sowjetunion gereist. Weil es während des Besuchs zu einem Angriff der „Prawda“ auf den Vorsitzenden der CDU-Schwesterpartei CSU, Franz Josef Strauß, gekommen war, hatte es eine vorübergehende Verstimmung gegeben.
22. September
USA 1975 – Kurz nach dem Attentat auf den US-Präsidenten Gerald Ford, das am 5. September vereitelt werden konnte, beging ein 45-jährige Hausfrau in San Francisco (US-Bundesstaat Kalifornien) ein zweites Attentat. Sie schoss auf den Präsidenten. In letzter Sekunde konnte ein Passant die Schussrichtung verändern. Die Attentäterin bekam eine lebenslange Haftstrafe.
22. September
Vietnam 1975 – Von der südvietnamesischen Regierung war die Umsiedlung von 3,5 Millionen Stadtbewohnern in ländliche Gebiete beschlossen worden.
22. September
BRD/Nordvietnam 1975 – Die Bundesrepublik Deutschland und das kommunistische Nordvietnam hatten diplomatische Beziehungen zueinander aufgenommen.
22. September
Nordirland 1975 – Zu mindestens 13 Bombenanschlägen war es in zehn nordirischen Städten gekommen. Sie hatten als Protest gegen die Friedensvorschläge gegolten, die der protestantische United Ulster Unionist Congress unterbreitet hatte, um in der Nordirland-Frage zu einer Lösung zu gelangen.
23. September
BRD 1975 – Für das Jahr 1976 hatten die Fraktionen des Deutschen Bundestages in Bonn einem Beschluss zufolge auf eine Erhöhung der Diäten verzichtet.
23. September
BRD 1975 – Die Bundespost hatte bekanntgegeben, dass sie ab 1977 einen nach Zeiteinheiten gestaffelten Tarif auch für Ortsgespräche beabsichtige.
24. September
Großbritannien 1975 – Ein Plan zur Schaffung neuer Arbeitsplätze war von der britischen Regierung angekündigt worden. Zur Verfügung gestellt werden sollten dafür 175 Millionen Pfund (rund 930 Millionen DM).
24. September
BRD/DDR 1975 – Für Textilimporte aus der DDR hatte die Bundesregierung Mengenbeschränkungen erlassen.
24. September
Film 1975 – In Paris wurde der Film „Black Moon“ von Louis Malle uraufgeführt. Die Hauptrolle spielte die am 3. März im Alter von 77 Jahren verstorbene Therese Giehse.
25. September
BRD 1975 – Ein neuer Gesetzentwurf zum Abtreibungsparagrafen 218, der den Schwangerschaftsabbruch zwar weiterhin mit Strafe bedrohte hatte, jedoch eine soziale Indikation vorsah, wurde von der Bonner Koalition aus SPD und FDP vorgelegt. Am 25. Februar war ein bereits vom Bundestag verabschiedetes Gesetz über eine Fristenregelung vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt worden.
25. September
BRD/Luxemburg 1975 – In der Nähe der deutsch-luxemburgischen Grenze waren vier italienische Kampfflugzeuge vom Typ „Starfighter“ abgestürzt. Die vier Piloten waren ums Leben gekommen.
26. September
NATO 1975 – In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen begann die 21. Sitzung der NATO-Vollversammlung. US-Verteidigungsminister James Schlesinger hatte bei dieser Sitzung die Europäer vor einer weiteren Reduzierung ihres Militärbudgets gewarnt. Alle 15 Mitgliedsstaaten lehnten die Aufnahme Spaniens in das westliche Militärbündnis NATO wegen der dort herrschenden Diktatur ab.
27. September
Spanien 1975 – In Spanien waren nach Appellen zahlreicher Regierungen sechs wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilte Angehörige der Widerstandsbewegung zu 30 Jahren Haft begnadigt worden. Die Todesstrafe war bei fünf weiteren Verurteilten vollstreckt worden.
27. September
International 1975 – In Wien hatten die Ölminister aus den Mitgliedsstaaten der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) beschlossen, die Rohölpreise vom 1. Oktober an um 10 Prozent zu erhöhen. Die Gültigkeit der neuen Preise war bis zum 30. Juni 1976 geplant.
27. September
USA 1975 – Um die Abschaltung von lebenserhaltenden Geräten bei ihrer 21-jährigen Tochter zu erreichen, hatten die Eltern ein US-amerikanisches Gericht angerufen. Die Tochter lag seit fünf Monaten im Koma.
28. September
Libanon 1975 – Der Ministerpräsident des Libanon, Raschid Karami, hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, zu Ruhe und Ordnung zurückzukommen. Die Kämpfe zwischen Christen und Moslems waren dennoch in den Folge-Wochen immer wieder aufgeflammt.
28. September
Rhodesien (Simbabwe) 1975 – In Rhodesien (Simbabwe) war Joshua Nkomo zum Präsidenten des Afrikanischen Nationalrats (ANC) gewählt worden, der sich dafür einsetzte, dass die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung auch die Regierung stellte. +28. September
BRD 1975 – In Bremen hatte die FDP die Bürgerschaftswahl gewonnen. Die FDP hatte ihre Anzahl an Mandaten nahezu verdoppeln können. Trotz ihrer starken Stimmenverluste hatte die SPD ihre absolute Mehrheit behauptet und mit Hans Koschnik wiederholt den Regierungschef stellen können.
29. September
BRD/DDR/West-Berlin 1975 – Die Verhandlungen über die Transitpauschale und den Ausbau der Verkehrswege nach West-Berlin waren nach einer Pause von drei Monaten zwischen der DDR und der BRD weitergeführt worden.
29. September
Ägypten/Israel 1975 – Ein griechischer Frachter war seit 1948 das erste Schiff, das direkt von Ägypten nach Israel gefahren war. Diese Möglichkeit zwischen den beiden Ländern war durch das Sinai-Abkommen geschaffen worden.
30. September
USA/UNO 1975 – Die Aufnahme der beiden vietnamesischen Staaten in die Vereinten Nationen war durch das Veto der Vereinigten Staaten im Weltsicherheitsrat verhindert worden.
30. September
Japan/USA 1975 – Zu einem zweiwöchigen Besuch in den USA war der japanische Kaiser Hirohito eingetroffen. Mit diesem Besuch war zum ersten Mal ein regierender Monarch aus Japan in den USA.
30. September
Libanon 1975 – In der Nähe der libanesischen Hauptstadt Beirut war eine ungarischen Verkehrsmaschine abgestürzt. Bei dem Unglück waren 60 Menschen ums Leben gekommen.
30. September
Frankreich 1975 – Vom französischen Parlament in Paris war die Einführung einer Spezialsteuer für pornografische Filme zum 1. Januar 1976 beschlossen worden. Die Mehreinnahmen für den Staatshaushalt, die erwartet wurden, waren auf eine Summe von 100 Millionen Francs (rund 58,5 Millionen DM) beziffert worden.
30. September
BRD 1975 – Die Zahl der Arbeitslosen in der BRD hatte im September einen Stand von 1,005 Millionen (Quote 4,4 Prozent).
30. September
Fußball 1975 – In Essen hatte vor dem Landgericht der Prozess um den Bestechungsskandal beim Fußballverein Schalke 04 begonnen.
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