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Oktober 1974 - Südafrikas Apartheidpolitik stieß weltweit auf Ablehnung

Kalender Oktober 1974
Die UNO-Vollversammlung hatte die Akkreditierung der südafrikanischen Delegation wegen der Apartheidpolitik abgelehnt. Im Tennis-Davis-Cup zog sich Indien als Gegner des Endspiels zurück. Der Titel ging kampflos an Südafrika. Zudem hatte die Niederländisch-Reformierte Kirche in Südafrika sich auf das Neue Testament berufen, als sie ihre Unterstützung der Apartheidpolitik bekannte. Und außerdem gehörte die Ehe zwischen Schwarz und Weiß verboten. Vor Gott sind alle Menschen gleich – aber nicht in Südafrika. Eine Gesetzesänderung in Nordirland hatte immerhin ergeben, dass ein „Seitensprung“ keine Straftat mehr ist, lediglich ein Grund für eine Ehescheidung. Das Highlight des Monats: In der Nähe von München wurde die erste IKEA-Filiale in der Bundesrepublik. Nun konnte es gemütlich werden…
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Wichtige Ereignisse im Oktober 1974

1. Oktober
Im kommunistischen Ausland riefen die Feiern zum 25-jährigen Bestehen der Volksrepublik China heftige Reaktionen hervor. Besonders heftige Kritik kam von den Ostblockstaaten. Sie warfen der Pekinger Führung vor, sozialistische Prinzipien verlassen zu haben und sich mit „reaktionären Kräften“ in der Welt verbündet zu haben.
1. Oktober
Wegen der Apartheidpolitik Südafrikas lehnte die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York die Akkreditierung der südafrikanischen Delegation ab.
1. Oktober
Auf dem Bundesparteitag der FDP in Hamburg wurde Hans-Dietrich Genscher (*1927) zum Vorsitzenden der Partei gewählt. Er trat die Nachfolge von Walter Scheel (*1919) an. Genschers Stellvertreter wurde Hans Friderichs (*1931).
1. Oktober
In Itzehoe (Schleswig-Holstein) wurden zwei Frauen von einem Gericht wegen Mittäterschaft beim Mord am Ehemann einer der beiden Frauen zu lebenslanger Haft verurteilt.
2. Oktober
Beim Oberlandesgericht Stuttgart erhob Generalbundesanwalt Siegfried Buback (1920-1977) Anklage gegen Mitglieder der „Rote-Armee-Fraktion“. Sie wurden beschuldigt, die „Baader-Meinhof-Gruppe“ gegründet zu haben und Sprengstoffattentate ausgeführt zu haben.
2. Oktober
In Höhe von einer Milliarde DM wurde ein Liefervertrag für Schwerlastkraftwagen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion unterzeichnet. Den Auftrag bekam die Klöckner-Humboldt-Deutz AGH. Sie würde 9.500 Magirus-Deutz-LKW liefern, die in Sibirien zum Bau der Baikal-Amur-Magistrale eingesetzt werden sollten.
2. Oktober
Die Bundesrepublik zog ihr Veto gegen die Agrarpreiserhöhung von fünf Prozent zurück.
3. Oktober
Die Koalitionsregierung aus Christdemokraten, Sozialisten und Sozialdemokraten in Italien unter Ministerpräsident Mariano Rumor (1915-1990) brach auseinander. Der Grund war u. a. der Streit über die Wirtschaftspolitik und die hohe Arbeitslosigkeit. Der Ministerpräsident erklärte seinen Rücktritt.
3. Oktober
Wegen ihrer möglichen krebserregenden Wirkung beim Menschen verbot der Leiter der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde, Russel Train (1920-2012), die Herstellung und den Vertrieb der Pflanzenschutzmittel „Aldrin“ und „Dieldrin“.
3. Oktober
Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,6 in Peru forderte 83 Todesopfer. Mindestens 60.000 Menschen wurden obdachlos. Die Regierung in Lima rief für einige Regionen den Notstand aus.
3. Oktober
Der Nobelpreis für Literatur wurden den beiden schwedischen Schriftstellern Eyvind Johnson (1900-1976) und Harry Martinson (1904-1978) verliehen.
3. Oktober
Mit einem Abschiedsspiel für den FC Santos beendete der brasilianische Fußballstar Pelé (*1940) seine Karriere.
4. Oktober
Der Präsident Zyperns, Glafkos Klerides (*1919), der mit seinem Rücktritt gedroht hatte, weil ihm die Unterstützung von Erzbischof Makarios (1913-1977) fehlte, blieb nun doch im Amt. Kleridis erklärte, dass ihn eine entsprechende Bitte von UN-Generalsekretär Kurt Waldheim (1918-2007) zur Fortführung seiner Aufgaben bewogen habe.
5. Oktober
Die tansanische Hauptstadt wurde im Zuge der 1973 beschlossenen politischen Dezentralisierung des Landes von Daressalam in die 20.000 Einwohner zählende Stadt Dodoma verlegt.
5. Oktober
Die Lieferung von 3,4 Millionen Tonnen Getreide an die Sowjetunion wurde von US-Präsident Gerald R. Ford (1913-2006) gestoppt. Der Präsident begründete die Maßnahme mit der angespannten Versorgungslage in den USA. Durch widrige Wetterumstände seien die Ernteaussichten sehr schlecht.
5. Oktober
Die Verleihung der bekanntesten Auszeichnung für Schlager im deutschsprachigen Raum, des „Goldenen Löwen“ vom Rundfunksender RTL fand in der Essener Grugahalle statt.
5. Oktober
In der bayerischen Landeshauptstadt München schloss das Oktoberfest seine Pforten. Die Wirte beklagten wetterbedingte Umsatzeinbußen.
6. Oktober
Die französische Nationalversammlung verabschiedete in Paris ihr Energiekrisenprogramm. Das Land sollte sich durch Neuerschließung und Entwicklung von Energiequellen aus der Abhängigkeit von den Ölproduzenten befreien.
6. Oktober
Der brasilianische Autorennfahrer Emerson Fittipaldi (*1946) belegte auf McLaren Platz vier beim letzten Lauf um die Formel-1-Automobilweltmeisterschaft in Watkins Glen (US-Bundesstaat New York) und erkämpfte sich somit den WM-Titel.
7. Oktober
In der DDR wurde der 25. Jahrestag der Gründung des Landes gefeiert. Die Festreden hielten unter anderem der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, Erich Honecker (1912-1994) und der sowjetische Generalsekretär Leonid I. Breschnew (1906-1982). In der geänderten Verfassung der DDR war auf Beschluss der Volkskammer das Ziel der Vereinigung beider deutscher Staaten aufgegeben worden. Die Begriffe „Deutschland“ und „deutsche Nation“ waren daraus entfernt worden.
7. Oktober
In Düsseldorf gab der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Heinrich Stakemeier (1921-1982), seinen Austritt aus der FDP bekannt. Der Grund war die „programmatische Parteihaltung gegenüber den Kirchen“.
8. Oktober
In Washington kündigte US-Präsident Gerald R. Ford (1913-2006) ein Anti-Inflationspaket an. Das sah u. a. einen Konjunkturzuschlag von 5 Prozent für Unternehmen vor und freiwillige Sparmaßnahmen der Bevölkerung. Ford hatte dies in seiner Rede vor dem Kongress unter dem Slogan „Whip inflation now“ auseinandergesetzt.
8. Oktober
Die Regierung Griechenlands, die seit dem 23. Juli an der Macht war, trat zurück. Ein Übergangskabinett, das ebenfalls unter der Führung von Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis (1907-1998) stand, wurde mit der Vorbereitung von Neuwahlen beauftragt. Diese sollten am 17. November stattfinden.
8. Oktober
Der frühere Außenminister Nordirlands, Séan MacBride (1904-1988) und der ehemalige japanische Ministerpräsident Eisaku Sato (1901-1975) wurden mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
8. Oktober
Seit mehr als 70 Jahren gelang nach der von einem Sylter Fischer Methode entwickelten Methode erstmals wieder die Austernzucht im Sylter Wattenmeer.
9. Oktober
Der chinesische Außenminister Chiao Kuan-hua (1912-1983) traf zu einem dreitägigen Besuch in der Bundesrepublik ein. Dies war seit 25 Jahren der erste Besuch eines hochrangigen und prominenten Politikers aus China.
9. Oktober
Um den Flüchtlingsstrom von Bengalen nach Indien zu stoppen, entsandte die indische Regierung Grenzschutztruppen. Seit Wochen suchten tausende Bengalen in dem Nachbarland Indien Zuflucht vor der Hungersnot.
9. Oktober
Für ihre Arbeit im Bereich der Geld- und Konjunkturpolitik bekamen der Österreicher Friedrich August von Hayek (1899-1992) und der Schwede Gunnar Myrdal (1898-1987) den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen.
9. Oktober
Weil die Tiere von den für die Jahreszeit viel zu kalten Temperaturen überrascht worden waren, hatte die schweizerische Fluggesellschaft „Swissair“ eine Flugbrücke für Schwalben nach Südeuropa eingerichtet.
10. Oktober
Bei den Unterhauswahlen in Großbritannien gewann die Labour Party unter Premierminister Harold Wilson (1916-1995) 319 Sitze und damit die absolute Regierungsmehrheit. Die konservative Oppositionspartei erhielt 275 Sitze, die Liberalen bekamen 11 Sitze, die irischen Unionisten erzielten fünf Sitze und die schottischen Nationalisten erreichten neun Parlamentssitze.
10. Oktober
In Rom beteiligten sich rund 80 Prozent der 70.000 Beschäftigten beim italienischen Autokonzern Fiat mit Beginn der Kurzarbeit an einem Streik. Die Gewerkschaften warfen der Konzernleitung fehlerhafte Geschäftsführung vor.
10. Oktober
Für ihre Arbeiten über die Zellforschung, die Anwendung von Elektronenmikroskopen und die Ultra-Zentrifuge erhielten die Professoren Albert Claude (1899-1983) aus Luxemburg, Christian René de Duve (1917-2013) aus Belgien und der Rumäne George Emil Palade (1912-2008) den Nobelpreis für Medizin.
10. Oktober
In Athen fand nach dem Sturz der griechischen Militärjunta das erste Volkskonzert von Mikis Theodorakis (*1925) statt. Mehrere zehntausend begeisterte Menschen hatten sich deshalb im Karaiskakis-Stadion eingefunden.
11. Oktober
In Neu-Delhi (Indien) gab die Ministerpräsidentin des Landes, Indira Gandhi (1917-1984), eine Regierungsumbildung bekannt. Ein Jahr vor den Wahlen sollte mit der Umbesetzung der Ministerposten den neuen politischen und wirtschaftlichen Prioritäten in Indien Rechnung getragen werden.
11. Oktober
Nach einem Besuch des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg gab Bundesforschungsminister Hans Matthöfer (1925-2009) von der SPD bekannt, dass die Institution vom Bund als „Großforschungseinrichtung“ anerkannt und mit Wirkung vom 1. Januar 1975 an zu 90% aus Mitteln seines Ministeriums finanziert wird.
12. Oktober
Für die Eilbriefzustellung trat bei der Deutschen Bundespost eine neue Regelung in Kraft. Danach würden Absender, deren Telegramme und Eilbriefe den Adressaten nicht innerhalb bestimmter Fristen erreichten, ihre Gebühren zurückerstattet bekommen.
13. Oktober
In Hagen (Nordrhein-Westfalen) wurde von Bundesforschungsminister Hans Matthöfer (1925-2009) von der SPD eine 1,3 Kilometer lange Demonstrationsstrecke für Kabinentaxis eröffnet.
13. Oktober
Der Sonderstaatsanwalt in der „Watergate“-Affäre, Leon Jaworski (1905-1982), legte in Washington sein Amt nieder. Er begründete diesen Schritt damit, dass seine Behörde die Hauptarbeit geleistet hätte. Er wolle aber dennoch am Schlussbericht der Staatsanwaltschaft mitarbeiten.
13. Oktober
In Italien gewannen die bundesdeutschen Rallye-Fahrer Jochen Berger (1946-2010) und Walter Röhrl (*1947) das Rennen von Lugano. Sie sicherten damit vorzeitig die Rallye-Europameisterschaft.
14. Oktober
Der Vorsitzende der CDU, Helmut Kohl (*1930), warnte die Unionsparteien vor personalpolitischen Diskussionen vor der Bundestagswahl 1976. Damit reagierte Kohl auf die vom CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß (1915-1988) verteilten „Zensuren“ für mögliche Kanzlerkandidaten.
14. Oktober
In Eching bei München eröffnete der schwedische Möbelkonzern Ikea seine erste Geschäftsniederlassung in der Bundesrepublik Deutschland.
15. Oktober
In der algerischen Hauptstadt Algier beendete der US-amerikanische Außenminister Henry A. Kissinger (*1923) seine siebentägige Nahostreise. Kissinger erklärte, er habe in Ägypten, Syrien, Israel, Jordanien und Saudi-Arabien „ermutigende Anzeichen“ für eine dauerhafte Lösung des Nahostkonflikts gefunden.
15. Oktober
Die britischen Forscher Martin Ryle (1918-1984) und Antony Hewish (*1924) wurden vom schwedischen Nobelpreiskomitee für die Entdeckung der Pulsare mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Der US-amerikanische Universitätsprofessor Paul J. Flory (1910-1985) erhielt den Nobelpreis für Chemie für die Erforschung der Chemie der Makromoleküle.
15. Oktober
Die Wanderausstellung „Kunst im Nationalsozialismus“, die im Kunstverein Frankfurt am Main startete, durchbrach die „Berührungsangst“ im Umgang mit der Kunst der NS-Zeit.
15. Oktober
Der Gouverneur des US-amerikanischen Bundesstaates Massachusetts, Francis Sargent (1915-1998), alarmierte wegen die Nationalgarde wegen andauernder Rassenunruhen in der Hauptstadt Boston.
15. Oktober
Der Gründer und Leiter der Mönchsgemeinschaft im französischen Taizé, Roger Schultz (1915-5), erhielt im Rahmen der Frankfurter Buchmesse (Frankfurt am Main) den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er wurde damit wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit und Menschlichkeit geehrt.
16. Oktober
In mehreren Gefängnissen von Nordirland begannen Häftlingsrevolten. Die Proteste riefen in Belfast und Londonderry Sympathiekundgebungen hervor. Sie richteten sich gegen unmenschliche Haftbedingungen und gegen die 1971 eingeführte Möglichkeit der Internierung ohne Gerichtsurteil.
16. Oktober
Der US-Kongress schaffte nach Protesten aus der Bevölkerung die Pflicht zum Anlegen eines Sicherheitsgurts beim Autofahren ab. Sie hatte in den USA, als dem ersten Land der Welt bestanden. Seit 1973 waren nur noch Autos zugelassen worden, bei denen der Start erst nach dem Anlegen der Gurte möglich war.
17. Oktober
In Luxemburg wurde vom Parlament des Landes der Strafgesetzparagraph zum Ehebruch abgeschafft. Danach war ein „Seitensprung“ zwar immer noch ein Grund für eine Scheidung, aber er war kein strafrechtliches Vergehen mehr. Bisher hatten Frauen bei Ehebruch bis zu drei Jahren Gefängnis, Männer bis zu einem Jahr bekommen.
17. Oktober
Vom Deutschen Bundestag wurde das zweite Kündigungsschutzgesetz verabschiedet. Danach waren vor allem der Eigenbedarf des Vermieters oder schuldhafte Vertragsverletzung von Seiten des Mieters Gründe für eine Kündigung.
17. Oktober
Zwei vergoldete Zeiger des Hamburger „Michel“ wechselten für 13.500 DM den Besitzer. Der neue Eigentümer war eine Ladenkette für Heimwerker. Die 130 kg schweren sowie 3,65 m und 4,91 m langen Zeiger wollte der neue Besitzer an der Fassade eines seiner Geschäfte anbringen.
18. Oktober
Der Finanzminister von Chile, Jorge Cauas (*1934), gab die Reprivatisierung der 18 Handelsbanken des Landes bekannt. Sie waren unter dem ehemaligen Präsidenten Chiles. Salvador Allende Gossens (1908-1973) verstaatlicht worden. In Zukunft würden auch Investitionen von ausländischem Kapital in die Banken gestattet.
18. Oktober
Als neues Mitglied wurde die Demokratische Volksrepublik Korea in die UNESCO aufgenommen.
18.Oktober
Die Stadtautobahn von Bremerhaven wurde vom bundesdeutschen Verkehrsminister Kurt Gscheidle (1924-2003) von der SPD für den Verkehr freigegeben. Die 20 Kilometer lange Strecke war ein Teil der im Bau befindlichen Nordseelinie zwischen Bremen und Cuxhaven.
19. Oktober
Die isolierte Insel im Südpazifik erhielt in freier Assoziation mit Neuseeland ihre Unabhängigkeit.
19. Oktober
Der Ministerrat der DDR beschloss eine Verlängerung der Urlaubszeiten. Ab dem 1. Januar 1975 bekamen Arbeiter und Angestellte mindestens 18 freie Tage im Jahr statt wie bisher 15 Tage. Schichtarbeiter erhielten 21 Urlaubstage.
20. Oktober
Per Volksentscheid wurde in der Schweiz eine Ausländer-Initiative der „Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat“ abgelehnt. Die Ausweisung von 540.000 Ausländern innerhalb von drei Jahren war gefordert.
20. Oktober
Der US-amerikanische Finanzminister William E. Simon (1927-2000) sicherte der Sowjetunion die Lieferung von 2,2 Millionen Tonnen Futtergetreide bis zum nächsten Sommer zu. Damit der sowjetische Importbedarf in Zukunft rechtzeitig bekannt wurde, wollten die USA und die UdSSR zudem ein Ernteberichtssystem erstellen.
21. Oktober
Der französische Politiker Jean Victor Sauvagnargues (1915-2002) sprach als erster westlicher Außenminister mit dem PLO-Führer Jassir Arafat (1929-2004) während eines offiziellen Besuchs im Libanon. Im Anschluss erklärte der französische Minister, jede Regelung im Nahen Osten müsste das Palästinenser-Problem berücksichtigen.
21. Oktober
Vom französischen Parlament wurde eine Verfassungsänderung beschlossen. In Zukunft konnte ein Gesetz dem Verfassungsrat vorgelegt werden, wenn jeweils 60 Angehörige beider Kammer dies für erforderlich hielten. Bisher war die Anrufung des Verfassungsrates dem Staats- und Regierungschef sowie dem Kammerpräsidenten vorbehalten gewesen.
21. Oktober
In Bonn riet die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung Abiturienten, die sich für den Lehrerberuf entschieden, die Arbeitsmarktsituation genau zu prüfen. Wegen des Geburtenrückgangs und der wachsenden Zahl der Lehramtsstudenten sei mit Stellenmangel zu rechnen.
22. Oktober
Die Niederländisch-Reformierte Kirche in Südafrika veröffentlichte einen Bericht, in dem sie die Apartheidpolitik im Wesentlichen unterstützte. Das Recht des Staates wurde u. a. betont unter Berufung auf das Neue Testament, dass unter gewissen Umständen die Ehe zwischen Schwarzen und Weißen zu verbieten sei.
23. Oktober
Kanada verschärfte seine Einwanderungsgesetze wegen der Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Künftig müsse für eine Immigration ein Arbeitsplatz nachgewiesen werden, für den kein kanadischer Bürger verfügbar war. Eine Ausnahme waren Verwandte von Einwanderern, die bereits zugelassen worden waren.
23. Oktober
In der griechischen Hauptstadt Athen wurde der ehemalige Staatspräsident Georgios Papadopoulos (1919-1999) zusammen mit führenden Militärs festgenommen und auf die Insel Kea gebracht. Die Maßnahme wurde von der griechischen Regierung begründet mit „konspirativen Umtrieben“ der Betroffenen.
23. Oktober
Um den ehemaligen französischen Militärflugplatz Berlin-Tempelhof zu entlasten, wurde in West-Berlin nun der Flughafen Berlin-Tegel eingeweiht.
23. Oktober
Die Commerzbank wurde Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft zufolge von einem ehemaligen Hauptbuchhalter um rund 20 Millionen DM geschädigt.
23. Oktober
Erstmals vergab das Internationale Olympische Komitee die Olympischen Sommerspiele 1980 nach Moskau (Sowjetunion) und damit an eine Stadt in einem sozialistischen Land. Als Austragungsort für die Winterspiele 1980 wurde Lake Placid (US-Bundesstaat New York) festgelegt.
24. Oktober
Das Mandat der Friedenstruppe im Nahen Osten wurde vom UN-Sicherheitsrat bis zum 24. April 1975 verlängert. Seit der Unterzeichnung des Truppenentflechtungsabkommens am 18. Januar 1974 bildeten UN-Soldaten auf der Sinai-Halbinsel eine Pufferzone zwischen den Truppen Ägyptens und denen Israels.
24. Oktober
Vor dem Sicherheitsrat in New York erklärte der südafrikanische UN-Botschafter Roelof F. Botha (*1932), dass seine Regierung die Diskriminierung der farbigen Bevölkerung beenden werde. Botha betonte aber, dass die bestehende Gesetze nicht mit Rassismus zu tun hätten. Sie sollten helfen, Konflikte zu vermeiden.
24. Oktober
Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland schlossen einen Vertrag über Rechtshilfe in Strafsachen. Zwischen den Behörden in Deutschland und denen in Frankreich wurde ein direkter Amtsverkehr eingeführt. Vordem mussten Rechtshilfeersuchen auf diplomatischem Wege erfolgen.
24. Oktober
Die Deutsche Bundesbank senkte den Diskontsatz auf 6,5 Prozent und den Lombardsatz auf 8,5 Prozent.
24. Oktober
Der sowjetischer Geiger Dawid Oistrach starb in Amsterdam. Der Künstler jüdischer Abstammung hatte eine bedeutende Rolle in der Musikwelt des 20. Jahrhunderts gespielt. Oistrach war am 30. September 1908 in Odessa geboren worden.
25. Oktober
Der Führer der italienischen Christdemokraten Amintore Fanfani (1908-1999) gab das Mandat zur Bildung eines Mitte-Links-Kabinetts zurück. Die Sozialisten lehnten seine Vorstellung von einem reduzierten Einfluss der Gewerkschaften auf die Politik der Regierung ab.
26. Oktober
Der Mindestumtausch für Besucher der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) wurde auf 6,50 DM gesenkt, für Besucher, die in die DDR reisen wollten, war er auf 13 DM gesenkt worden. Im Vorjahr hatte die DDR den Mindestumtausch verdoppelt.
26. Oktober
Im niederländischen Scheveningen brachten vier bewaffnete Häftlinge während eines Gottesdienstes 22 Personen in ihre Gewalt. Die Häftlinge forderten die Freilassung des inhaftierten palästinensischen Flugzeugentführers Sami Hussein Taminah. Erst am 31. Oktober gelang es Soldaten und der Polizei, die Geiseln unversehrt zu befreien.
27. Oktober
In der polnischen Hauptstadt Warschau traf mit Bundestagspräsidentin Annemarie Renger (1919-2008) von der SPD und sieben Abgeordneten aller Fraktionen zum ersten Mal eine offizielle Delegation des Deutschen Bundestages in Polen ein. Der Besuch diente der Verbesserung der Beziehungen zwischen den Regierungen Polens und der Bundesrepublik.
27. Oktober
Die CDU und die CSU konnten bei den Landtagswahlen in Hessen und in Bayern Gewinne erzielen. In Hessen wurde die CDU stärkste Kraft, Die SPD bildete mit der FDP eine Koalition. In Bayern erreichte die CSU mit 62,1 Prozent die absolute Mehrheit. Die SPD erhielt 30,2 Prozent und die FDP 5,2 Prozent.
27. Oktober
Bei den Turn-Weltmeisterschaften in Varna (Bulgarien) gewann der bundesdeutsche Sportler Eberhard Gienger (*1951) den Titel am Reck. Er durchbrach damit die mehrjährige „Alleinherrschaft“ der Ostblock-Sportler in diesem Bereich.
28. Oktober
In Botswana gewann die regierende Demokratische Partei unter Seretse Khama (1921-1980) bei den Allgemeinen Wahlen die absolute Mehrheit.
28. Oktober
Agenten des Secret Service stellten in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) gefälschte Hundert-Dollar-Noten im Wert von umgerechnet 20,7 Millionen DM sicher. Es war die größte Menge Falschgeld, die bis dato in den Vereinigten Staaten beschlagnahmt wurde.
29. Oktober
Alle Teilnehmerstaaten erkannten im marokkanischen Rabat im Rahmen der arabischen Gipfelkonferenz die PLO als „einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes“ an.
29. Oktober
Der im Mai gegründete rechtsgerichtete „Bund Freies Deutschland“ (BFD), der sich u. a. „gegen die Vernachlässigung der deutschen Interessen“ richtete. Konstituierte sich als Partei und kündigte ihre Teilnahme an den Wahlen zum West-Berliner Abgeordnetenhaus am 2. März 1975 an.
29. Oktober
Der Tennis-Davis-Pokal 1974 ging ohne Kampf an Südafrika, weil sich der Endspielgegner Indien wegen der südafrikanischen Apartheidpolitik von der Begegnung zurückzog.
30. Oktober
Die im marokkanischen Rabat tagende Gipfelkonferenz der arabischen Staaten vereinbarte Unterstützungszahlungen im arabischen Raum. Für ihre Militäraufwendungen erhielten z. B. Ägypten und Syrien umgerechnet je 2,6 Milliarden DM und die PLO erhielt 259 Millionen DM.
30. Oktober
Der US-amerikanische Schwergewichtsboxer Muhammad Ali (*1942) gewann in Kinshasa (Zaire) die Box-Weltmeisterschaft im Schwergewicht gegen den Titelverteidiger George Foreman (*1949) aus den USA.
30. Oktober
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918) traf sich einem Gespräch unter vier Augen mit Leonid I. Breschnew (1906-1982) in der sowjetischen Hauptstadt Moskau.
31. Oktober
In Portugal trat das neue Parteiengesetz in Kraft. Danach durften politische Parteien gegründet werden, sofern sie mindestens 5.000 Mitglieder vorweisen konnten.
31. Oktober
Der Hamburger SPD-Bürgermeister Peter Schulz (1930-2013) trat von seinem Amt zurück. Die Ursachen für diesen Schritt waren Differenzen mit der Führungsspitze der SPD unter anderem in Bezug auf die Finanzpolitik. Der bisherige Innensenator Hans-Ulrich Klose (*1937) von der SPD wurde am 12. November neuer Bürgermeister von Hamburg.
Oktober 1974 in den Nachrichten
Sport : Tokio 2020 zum zweiten Mal nach 1974 Olympia-Gastgeber
Radio 91.2
Das neue Olympiastadion soll auf der Anlage des Stadions von 1974 entstehen. Das IOC bescheinigt Tokio eine «kompakte Konzeption» mit guter Verkehrsinfrastruktur. Die anderen Kandidaten Madrid und Istanbul hatten die Bedenken an ihrer Bewerbung ..... >>>  
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