Was war wann >> 20. Jahrhundert >> 70er Jahre >> 1974 >> Der November

 
1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
| Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

November 1974 - Biete Nachrichten – suche Nachrichten

Kalender November 1974
So einfach war der Austausch von Informationen sicherlich nicht gewesen, als sich die Nachrichtenagentur der BRD und die der DDR darauf einigten, untereinander Nachrichten zu tauschen. Ob damit die Bevölkerung in dem ostdeutschen Land mehr vom Geschehen bei den Bundesbürgern mitbekam, blieb fraglich. Und ob die Bevölkerung in der BRD an den Ergebnissen diverser Parteitage der SED interessiert war, blieb ebenfalls fraglich. Aber das Abkommen über den Austausch war jedenfalls eine Geste der Annäherung und als solche wurde sie in beiden Ländern positiv bewertet. Eine weitere Annäherung in Richtung Osten hatte die BRD mit dem Zehnjahres-Abkommen mit der Volksrepublik Polen geschafft. Auch Portugal und die Sowjetunion hatten Gespräche über ein Handelsabkommen geführt. Vielleicht war der Kalte Krieg nicht mehr ganz so kalt? Kalt genug für die Deutschen auf beiden Seiten allemal.
<< Oktober 1974

Dezember 1974 >>

Wichtige Ereignisse im November 1974

1. November
Die US-amerikanische Export-Import-Bank gewährte Chile einen Kredit in Höhe von 21,15 Millionen Dollar (54,78 Millionen DM). Mit dem Geld sollte die Einfuhr amerikanischer Lieferungen finanziert werden für den Bau eines thermoelektrischen Kraftwerks.
1. November
In München erschien bei Bertelsmann die Erstveröffentlichung des Romans des DDR-Schrifttellers Stefan Heym (1913-2001) „5 Tage im Juni“. Das Werk befasst sich mit dem Arbeiteraufstand in der DDR vom 17. Juni 1956.
1. November
Der Film von Werner Herzog (*1942) „Jeder für sich und Gott gegen alle“ wurde in Dinkelsbühl uraufgeführt. Unter Beteiligung des ZDF war die Geschichte des Findelkindes Kaspar Hauser (1812-1833) entstanden.
1. November
In der bundesdeutschen Hauptstadt wurde ein Zehnjahres-Abkommen zwischen Polen und der BRD über wirtschaftliche, industrielle und technische Zusammenarbeit unterschrieben.
1. November
Neues Mitglied in der UNESCO wurde Guinea-Bissau.
1. November
Hamburgs Innensenator Hans-Ulrich Klose (*1937) übernahm als Nachfolger das Bürgermeister-Amt des zurückgetretenen Peter Schulz (1930-2013).
1. November
Das Homeland Qwa Qwa erhielt von Südafrika die Selbstverwaltung übertragen.
2. November
Der Präsident des Tschad, N’Garta Tombalbaye (1918-1975), hatte die amerikanische Lebensmittelhilfe für sein von einer Dürrekatastrophe heimgesuchtes Land untersagt. Das teile die US-amerikanische Regierung mit. Die Ursache sein ein Artikel in einer New Yorker Zeitung gewesen, in dem das Lastwagenmonopol im Tschad der Sabotage der Lebensmittelverteilung beschuldigt wurde.
3. November
In Tunesien erreichte Präsident Habib Burgiba (1903-2000) nach offiziellen Angaben bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 99,8 Prozent der Stimmen für eine fünfte Amtsperiode.
3. November
Der Ministerpräsident der Türkei, Bülent Ecevit (1925-2006), gab das Mandat zur Regierungsbildung zurück. Die Ursache war die Weigerung der Gerechtigkeitspartei, sich an einer Regierung mit Ecevits Republikanischer Volkspartei zu beteiligen. Die Gerechtigkeitspartei war die zweistärkste Partei im Land.
3. November
In der sowjetischen Hauptstadt Moskau endete der erste Besuch einer Regierungsdelegation aus Portugal in der UdSSR. Die Gespräche während des fünftägigen Besuchs hatten vor allem der Vorbereitung eines Handelsabkommens gedient.
3. November
Bei einem Brand in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, der in einem mehrstöckigen Hotel ausgebrochen war, kamen 88 Menschen ums Leben. Weitere 50 Menschen wurden verletzt. Die Katastrophe war durch eine weggeworfene brennende Zigarette verursacht worden.
3. November
Die seit dem 14. September andauernde Ausstellung, die in Hamburg dem Gedenken an den deutschen Maler Caspar David Friedrich (1774-1840) gewidmet war und mehr als die Hälfte seines künstlerischen Gesamtwerks präsentiert hatte, ging zu Ende.
4. November
Zehntausende von Demonstranten forderten im indischen Bundesstaat Bihar den Rücktritt der Landesregierung, die sie der Korruption beschuldigten. Dabei kam es zu massiven Zusammenstößen mit der Polizei.
4. November
Der US-amerikanische Verteidigungsminister James R. Schlesinger (*1929) und sei bundesdeutscher Amtskollege Georg Leber (1920-2012) von der SPD vereinbarten die Aufstellung zweier neuer US-Kampfbrigaden in der Bundesrepublik Deutschland mit insgesamt 18.000 Soldaten. Die Einheiten sollten Versorgungsverbände ersetzen, die bis 1976 abgezogen werden würden.
4. November
Die deutschen Bäcker produzierten die meisten Brotsorten der Welt. Das besagte eine Mitteilung des Zentralverbands der Bäcker. In der Bundesrepublik wurden bis dato täglich mehr als 200 Brotsorten und 1.200 Sorten Feingebäck angeboten. Die Franzosen konnten dagegen „nur“ zwischen 50 Brotsorten wählen.
5. November
In der italienischen Hauptstadt Rom begann die Welternährungskonferenz der Vereinten Nationen. Es nahmen 130 Regierungen daran teil. Die Veranstaltung dauerte bis zum 16. November. Sie beschäftigte sich vor allem mit Möglichkeiten der Selbsthilfe für die Länder der Dritten Welt.
5. November
Die Demokraten erreichten bei den US-amerikanische Kongresswahlen eine deutliche Mehrheit im Parlament. Sie verfügten im Repräsentantenhaus über 285 von 435 Sitzen. Bisher waren es 248 Sitze gewesen. Im Senat verfügten sie über 61 von 100 Mandaten. Vordem waren es 58 Mandate gewesen.
5. November
Gegen den früheren Präsidenten Griechenlands, Georgios Papadopoulos (1919-1999) und 65 Militärs wurde vor dem Athener Appellationsgericht ein Verfahren eröffnet. Die Anklage lautete auf Hochverrat im Zusammenhang mit dem Militärputsch vom 21. April 1967, durch den Papadopoulos an die Macht gekommen war.
6. November
Die argentinische Präsidentin Isabel Perón (*1931) verhängt den Ausnahmezustand über das Land. Grund waren die anhaltenden Gewalttätigkeiten im Land.
6. November
Mit der Landung einer Boeing 707 der staatlichen chinesischen Luftfahrtgesellschaft „CAAC“ auf dem Pariser Flughafen in Orly eröffnete die Volksrepublik China die erste direkte Fluglinie Peking-Paris. Es war zudem die erste Verbindung des „CAAC“-Streckennetzes nach Westen.
7. November
Die Regierung Jugoslawiens lockerte die Devisenbestimmungen. Ab sofort durften Einheimische und Ausländer bei der Ausreise 1.000 Dinar (120 DM) mitführen. Bei der Einreise durften sie 1.500 Dinar (180 DM) bei sich haben. Bisher war jeweils ein Betrag von 500 Dinar (60 DM) erlaubt gewesen.
7. November
Der Vizepräsident des DFB, Hermann Neuberger (1919-1992) wurde auf dem Kongress des Internationalen Fußballverbandes FIFA in Rom zum Präsidenten des Komitees für die Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gewählt.
8. November
Im EG-Ministerrat verabschiedeten die Umweltminister eine Richtlinie, die die Ableitung von Altölen in natürliche Gewässer oder Kanalisationen verbot. Die Mitgliedsstaaten mussten ihre Gesetzgebung bis 1976 entsprechend dieser Regelung anpassen.
8. November
Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Egon Bahr (*1922) von der SPD gab bekannt, dass die Militärdiktatur in Chile keine Entwicklungshilfe mehr erhalten würde. Auch die Kapitalhilfe wurde nicht mehr ausgezahlt. Sie war der Regierung des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende Gossens (1908-1973) für 1975 verbindlich zugesagt worden.
9. November
Das mutmaßliche „RAF“-Mitglied Holger Meins (1941-1974) starb in der Justizvollzugsanstalt an den Folgen eines Hungerstreiks. Mit dem Hungerstreik hatte Meins im September begonnen. Anlässlich seines Todes kam es in mehreren bundesdeutschen Städten zu Protestdemonstrationen und Anschlägen.
9. November
Die „Deutsche Soziale Union“ wurde in Mülheim an der Ruhr als Bundespartei gegründet. Die Partei wollte, Erklärungen des stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Kasper zufolge, „für eine neue nationale Zuverlässigkeit unzerbrechlich hinter dem bewunderten…und anerkannten Dr. Franz Josef Strauß stehen“.
9. November
In Israel wertete die Regierung in Jerusalem das israelische Pfund um rund 43 Prozent ab. Gleichzeitig wurde der Import bestimmter Güter, wie beispielsweise PKW und Textilien, für sechs Monate gesperrt. Es war der massivste Eingriff in die israelische Wirtschaft seit 1949. Er wurde mit einer drohenden Wirtschaftskatastrophe begründet.
10. November
In Jordanien wurde vom Parlament des Landes eine Verfassungsänderung verabschiedet. Der Änderung zufolge verzichtete Jordanien auf die israelisch besetzten Gebiete westlich des Jordan.
10. November
Der Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann (1910-1974) wurde in West-Berlin ermordet. Nach einem Handgemenge mit den in sein eingedrungenen Tätern wurde Drenkmann durch Schüsse schwer verletzt. Er starb am selben Tag im Krankenhaus. Die Polizei verdächtigte die Untergrundorganisation „Bewegung 2. Juni“ der Tat.
10. November
Der berühmte Obst- und Gemüsemarkt aus dem 17. Jahrhundert im Londoner Covent Garden, der als „Bauch von London“ bekannt geworden war, schloss seine Tore. Der Markt wurde durch einen Neubau im Londoner Stadtteil Vauxhall ersetzt.
Der irakische Präsident Ahmad Hasan al-Bakr (1914-1982) ernannte den bisherigen Chef des Erdölministeriums, Saudoun Hamadi (1930-2007), zum neuen Außenminister des Landes. Hamadi wurde damit Nachfolger des am 20. Oktober verstorbenen Hadel Taka.
11. November
Der Leiter der Verbindungsstelle des DGB und dessen Frau wurden in Bonn verhaftet. Sie waren verdächtig, Spionage für die DDR betrieben zu haben. Zwei Tage später wurde das Ehepaar wegen Mangel an Beweisen wieder freigelassen.
11. November
Die n um den US-amerikanischen Physiker Burton Richter (*1931) und seinen Landsmann Samuel Chao Chung Ting (*1936) stellten gemeinsam ihren unabhängig voneinander gelungenen Nachweis des subatomaren Teilchens, des Mesons J/ψ vor.
12. November
Für die 29. Session schloss das Plenum der Vereinten Nationen Südafrika von der aktiven Teilnahme aus. Gegen die Suspendierung hatten unter anderem alle EG-Staaten sowie die USA gestimmt.
12. November
Die älteste bestehende Republik der Welt, San Marino, wurde als neues Mitglied in die UNESCO aufgenommen.
12. November
In einem an die Bundesregierung gerichteten „Manifest“ forderte die bundesdeutsche Publizistin Ester Vilar (*1935) die Wehrpflicht für Frauen. Es bestünden ihrer Auffassung nach keine „rationalen Vorbehalte gegen eine wirklich allgemeine Wehrpflicht“.
13. November
Vor der UNO-Vollversammlung in New York hielt Führer der Palästinensischen Befreiungsfront (PLO) Jassir Arafat (1929-2004) seine erste Rede. Erstmals sprach damit ein Nichtmitglied der UNO vor der Generalversammlung.
13. November
Der französische Luftwaffengeneral Paul Stehlin (1907-1975) wurde von der Regierung Frankreichs pensioniert. Der Grund dafür war ein Memorandum vom 2. November, in dem Stehlin die Überlegenheit US-amerikanischer Kampfflugzeuge gegenüber der französischen „Mirage“ hervorhob. Der General hatte deshalb bereits als Vizepräsident der Nationalversammlung zurücktreten müssen.
13. November
In Neuilly-sur-Seine bei Paris (Frankreich) starb der italienische Schauspieler und Filmregisseur des Neorealismus Vittorio De Sica. Der Künstler war am 7. Juni 1901 in Sora (Italien) geboren worden.
14. November
Das im südvietnamesischen Dorf My-Lai verursachte Massaker am 16. März 1968, bei dem US-Soldaten 347 Bewohner des Ortes ermordeten, war durch „grob missverständliche Befehle“ verursacht worden. So lautete das Ergebnis des Untersuchungsberichts „Peer Report“ der US-Armee.
14. November
Ein neues Bundeswaldgesetz wurde vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Danach blieb unter anderem das Recht zum Betreten des Waldes für jedermann grundsätzlich bestehen. Allerdings wurden die Besucher dazu verpflichtet, Rücksicht auf wildlebende Tiere sowie die Wald- und Wildwirtschaft zu nehmen.
14. November
In der italienischen Hauptstadt Rom begann die Welternährungskonferenz, die bis zum 16. November dauerte.
15. November
Für die nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA kündigte der amtierende US-Präsident Gerald R. Ford (1913-2006) seine Kandidatur an.
15. November
Neuer Außenminister in der Volksrepublik China wurde Chiao Kuan-hua (1912-1983). Der bisherige Vize-Außenminister wurde Nachfolger des erkrankten Ch’i Peng-fei.
15. November
In der DDR trat ein Regierungsbeschluss vom 26. Oktober in Kraft, in dem der Zwangsumtausch für Besucher aus der Bundesrepublik und West-Berlin herabgesetzt war.
15. November
Für weitere acht Fächer wurde vom Verwaltungsausschuss der Dortmunder Zentrale für die Vergabe von Studienplätzen ein Numerus clausus eingeführt. Betroffen waren ab dem Wintersemester 1975/76 Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Anglistik, Mathematik, Physik, Informatik, Geographie und Pädagogik.
15. November
Der Rat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, Organisation für Economic Co-operatoin and Development) beschloss nach den Erfahrungen der Ölkrise die Errichtung der internationalen Energieagentur, die von 16 Gründungsmitgliedern gestützt wurde.
16. November
Einmalig wurde die Arecibo-Botschaft ins All gesendet. Hierbei handelte es sich um eine Botschaft von der Erde an mögliche Außerirdische in Form eines Radiowellen-Signals. Sie war vom Arecibo-Observatorium aus gesendet worden, dem weltweit zweitgrößten Radioteleskop in der Nähe von Arecibo (Puerto Rico).
16. November
Da sich in Paris seit vier Tagen die Beschäftigten der Müllabfuhr im Streik befanden, begannen nun die Soldaten in der französischen Hauptstadt mit der Beseitigung des Unrats in den Straßen.
17. November
Die Regierungskrise in der Türkei, die seit zwei Monaten andauerte, war vorerst beendet. In Ankara billigte Staatspräsident Fahri Korutürk (1903-1987) die Parlamentsliste des unabhängigen Senators und neuen Ministerpräsidenten Sadi Irmak (1904-1990).
17. November
In Griechenland erreichte die „Neue-Demokratie“-Partei (Nea Dimokratia) unter Ministerpräsident Konstantin Karamanlis (1907-1998) bei den ersten freien Parlamentswahlen seit Beendigung der Diktatur insgesamt 55,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.
17. November
In Irland starb mitten in einer Rede der Präsident Erskine Hamilton Childers (1905-1974) an einem Herzinfarkt.
17. November
In der DDR wandten sich die katholischen Bischöfe in einem Hirtenbrief gegen das staatliche Erziehungsmonopol.
18. November
Bei seinem Besuch in Japan, der bis zum 22. November dauerte, wurde US-Präsident Gerald R. Ford (1913-2006) von Kaiser Hirohito (1901-1989) empfangen. Insgesamt 25.000 Polizisten kümmerten sich während des Aufenthalts des US-Präsidenten um dessen Schutz. Dieser Sicherheitseinsatz war der bisher größte, der jemals in Japan organisiert worden war.
18. November
Der Plan der Nationalen Kohlebehörde Großbritanniens, durch ein Prämiensystem die Kohleproduktion von 120 auf 150 Millionen Tonnen jährlich zu steigern, wurde von der Gewerkschaft britischer Bergarbeiter abgelehnt, da damit eine unterschiedliche Lohnentwicklung verbunden sei. Im Winter führte ein Streik der Bergarbeiter zum Sturz der britischen Regierung.
19. November
In der nordisraelischen Stadt Bet Shean verübten arabische Terroristen einen Anschlag auf ein Wohnhaus. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. Mehr als 20 Personen wurden verletzt. Die Attentäter gehörten der „Demokratischen Volksfront für die Befreiung Palästinas“ an und hatten die Freilassung arabischer Häftlinge erzwingen wollen. Sie wurden von israelischen Soldaten erschossen.
19. November
In den USA ging aus einem statistischen Jahresbericht zur Bevölkerungsentwicklung hervor, dass die Geburtenrate im Land rückläufig und somit die Erhaltung der Bevölkerungszahl in der Zukunft nicht gesichert sei. Die Statistiker führten als Ursache für „Kindermüdigkeit“ der US-amerikanischen Frauen den Trend zur Kleinfamilie und die Wirtschaftsrezession an.
20. November
Beim Start verunglückte eine „Boeing 747“ der Deutschen Lufthansa in Nairobi (Kenia) Es kamen 59 Passagiere ums Leben. Unter den Opfern waren 30 Deutsche. Aus den Trümmern hatten sich 97 Menschen retten können.
20. November
Das US-Justizministerium eröffnete das Kartellverfahren gegen den nordamerikanischen Telekommunikationskonzern AT&T.
20. November
In der griechischen Hauptstadt Athen gelang der bundesdeutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihrem ersten Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 1976 ein 2:2-Unentschieden gegen Griechenland.
21. November
In der britischen Stadt Birmingham kamen bei insgesamt sieben Bombenattentaten 19 Menschen ums Leben. Am darauf folgenden Tag distanzierte sich die „Irisch-Republikanische Armee“ von den Anschlägen. Es gab mehr als 180 Verletzte.
21. November
In der syrischen Hauptstadt Damaskus vereinbarten der US-Landwirtschaftsminister und sein syrischer Amtskollege die Lieferung von 75.000 Tonnen Weizen und 25.000 Tonnen Reis aus den USA an Syrien. Das Geschäft in Höhe von 22,5 Millionen US-Dollar (58,28 Millionen DM) lief auf Kreditbasis. Das Darlehen würde Syrien innerhalb von 20 Jahren zurückzahlen.
22. November
In New York erteilte die UN-Generalversammlung der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Außerdem erkannten die Delegierten das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung, nationale Unabhängigkeit und Souveränität an.
22. November
Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918) von der SPD bekam vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in Bonn den Jahresbericht überreicht.
22. November
Die DDR-Nachrichtenagentur „Allgemeiner deutscher Nachrichtendienst“ (ADN) und die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) der BRD unterschrieben einen Vertrag über den Austausch von Nachrichten.
22. November
In der österreichischen Hauptstadt Wien waren die Redakteure des größten österreichischen Tageblattes „Neue Kronen-Zeitung“ in einen Streik getreten. Sie kämpften damit für ein Redaktionsstatut, das sie vor Willkürentscheidungen seitens der Eigentümer schützen solle.
22. November
Ein britisches Flugzeug wurde von Palästinensern nach Dubai entführt. Dort verlangten die Entführer die Freilassung von Häftlingen aus Ägypten.
23. November
Der regierende Militärrat in Äthiopien setzte seinen Vorsitzenden Aman Mikael Andom (1924-1974) ab. Er wurde zum Tod durch Erschießen verurteilt. Unter der Beschuldigung, Verbrechen gegen das äthiopische Volk begangen zu haben, wurden mit ihm 60 ehemalige Minister und Regierungsbeamte hingerichtet.
23. November
Zwischen dem Generalsekretär der KPdSU, Leonid I. Breschnew (1906-1982) und dem US-Präsident Gerald R. Ford (1913-2006) begannen zweitägige Abrüstungsgespräche in der sowjetischen Stadt Wladiwostok. Die Staatoberhäupter vereinbarten u. a. ein Interimsabkommen über die Begrenzung strategischer Waffen.
23. November
In Italien war die Regierungskrise beendet. Der bisherige Außenminister Aldo Moro (1916-1978) bildete ein Koalitionskabinett aus Christdemokraten und Republikanern. Sozialisten waren an der Regierung nicht beteiligt.
23. November
In Moskau (UdSSR) gewann der 23-jährige Anatoli Karpow (*1951) aus der Sowjetunion nach 24 Partien das Kandidatenduell um die Schach-Weltmeisterschaft gegen seinen 20 Jahre älteren Landsmann und Gegenspieler Wiktor Kortschnoi (*1931). Damit konnte Karpow den amtierenden Weltmeister Bobby Fischer (1943-2008) aus den USA herausfordern.
24. November
Drei Tage nach der Entführung eines britischen Verkehrsflugzeugs ließen die palästinensischen Terroristen auf dem Flughafen der tunesischen Hauptstadt Tunis ihre Geiseln wieder frei. Um ihren Forderungen dennoch Nachdruck zu verleihen, erschossen sie einen Passagier aus der Bundesrepublik. Einen Tag später gaben die Palästinenser die britische Maschine auf.
24. November
Ein isländisches Boot stoppte durch Scharfschüsse das bundesdeutsche Fischereischiff „Arcturus“, das sich innerhalb der von Island zu Unrecht (laut einem Urteil des Internationalen Gerichtshofes) einseitig ausgedehnten 50-Meilen-Grenze für Fischereirechte befunden hatte. Der Vorfall wurde vom Auswärtigen Amt in Bonn als einer der schwersten im sogenannten Fischereikrieg bezeichnet.
25. November
In Algier (Algerien) unterzeichneten Vertreter der portugiesischen Regierung und der „Befreiungsbewegung für São Tomé und Principe“ ein Abkommen, demzufolge die beiden vor der Westküste Afrikas liegenden Inseln 1975 unabhängig werden würden.
25. November
In London erklärte der britische Innenminister Roy Harris Jenkins (1920-2003) als Reaktion auf die blutigen Terroranschläge in der britischen Stadt Birmingham die Irisch-Republikanische Armee IRA in Großbritannien für illegal. Die IRA bestritt allerdings ihre Täterschaft.
25. November
An der Grenze zwischen Mali und Burkina Faso kam es zu Schusswechseln.
25. November
Erstmalig in der Geschichte der Medizin pflanzte der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard im Krankenhaus von Kapstadt einem Menschen ein zusätzliches Herz ein. Die zwei Herzen wurden „parallel geschaltet“ und gemeinsam in den Blutkreislauf eingefügt.
26. November
Der japanische Premierminister Kakuei Tanaka (1918-1993) gab in Tokio seinen Rücktritt bekannt sowohl für das Amt des Regierungschefs als auch als Präsident der Liberal-Demokratischen Partei. Diesen Schritt begründete er mit den Korruptionsvorwürfen, die gegen ihn erhoben worden waren und zu einem Immobilienskandal geführt hatten.
26. November
Von den Delegierten des Parteitages der Kommunisten wurde der rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceauşescu (1918-1989) erneut zum Generalsekretär gewählt.
26. November
In New York gab das US-amerikanische „Modern Jazz Quartet“ sein Abschiedskonzert. Die Jazzformation gehörte zu den bekanntesten der Welt.
27. November
Bei einer Fernsehansprache rief König Konstantin II. (*1940) alle Griechen auf, sich bei einer Volksabstimmung am 8. Dezember für die Monarchie und damit für seine Rückkehr aus dem Londoner Exil auszusprechen.
27. November
Die 22-jährige Britin Helen Morgan wurde in der britischen Hauptstadt London zur „Miss World“ gekürt. Nach bereits vier Tagen trat die schönste Frau der Welt zurück.
28. November
In Paris beschloss der Europarat nach den freien Wahlen in Griechenland die am 28. August von der griechischen Regierung beantragte Wiederaufnahme des Landes in die Organisation. Die Athener Militärjunta war 1969 ausgetreten, um einem drohenden Ausschluss zuvorzukommen.
28. November
Die bundesdeutsche Quandt-Firmengruppe verkaufte 15 Prozent ihres Daimler-Benz-Aktienpaketes an den Emir von Kuwait.
29. November
Die griechische Regierung empfing Erzbischof Makarios III. (1913-1977) als den legalen Staatschef von Zypern bei seinem Zwischenstopp in Athen auf dem Weg von seinem Londoner Exil. Makarios hatte seine Entschlossenheit bekräftigt, das Präsidentenamt auf der Insel wieder zu übernehmen.
29. November
Der Ministerpräsident der Türkei, Sadi Irmak (1904-1990), gab in Ankara seinen Rücktritt bekannt, nachdem das Parlament der Interimsregierung bereits bei der ersten Abstimmung das Vertrauen verweigert hatte.
29. November
In Paris nahm die französische Nationalversammlung ein liberalisiertes Abtreibungsgesetz an. Danach durften Frauen in den ersten zehn Schwangerschaftswochen nach einer Pflichtberatung selbst über die Fortsetzung der Schwangerschaft entscheiden.
29. November
Die mutmaßlichen Mitglieder der „Rote-Armee-Fraktion“ (RAF), Ulrike Meinhof (1934-1976) und Horst Mahler (*1936) wurden von einem West-Berliner Schwurgericht wegen versuchten Mordes und Gefangenenbefreiung zu acht bzw. 14 Jahren Haft verurteil. Sie hatten das RAF-Mitglied Andreas Baader (1943-1977) 1970 mit Waffengewalt befreit und dabei einen Justizangestellten verletzt.
29. November
Die britische Rock-Band „Yes“ veröffentlichte das Album „Relayer“.
30. November
In seinem Heimatort Kronberg im Taunus entging der Bundesschatzmeister der CDU Walther Leisler Kiep (*1926) einem Mordanschlag. Ein unbekannter Täter hatte mehrere Schüsse auf den Politiker abgefeuert. Kiep konnte sich hinter seiner Haustür in Sicherheit bringen, so dass die Schüsse nur die Tür trafen.
30. November
Der zweitgrößte französische Autohersteller Citroën entließ knapp 3.000 Mitarbeiter wegen Umsatzverlusten in Höhe von insgesamt mehr als 800 Millionen Franc (432 Millionen DM) in diesem Jahr. Seit Januar 1974 hatte das Unternehmen damit insgesamt 9.000 Kündigungen ausgesprochen.
30. November
Manfred Rommel (*1928), der Sohn des Feldmarschalls Erwin Rommel (1891-1944), wurde in Stuttgart zum Oberbürgermeister gewählt.
 
November 1974 in den Nachrichten
Michel Comte
Wiener Zeitung
Der 1954 geborene Schweizer Fotograf Michel Comte ist ein Meister des Spontanen und der Wandlung. In den fast 35 Jahren seiner Karriere hat er Filmstars, Supermodels, Größen des Jazz und der Kunst ebenso fotografiert wie Menschen auf den ..... >>>  
 ... >>>
Werbung 1974 Reklame

<< Das geschah 1973

Das geschah 1975 >>

Was passierte 1974
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Geburtstage
November 1974
Jahrgang 1974
 
DDR 1974
 
Chronik 1974