Was war wann >> 20. Jahrhundert >> 70er Jahre >> 1974 >> Der Februar

 
1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
| Januar | Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | September | Oktober | November | Dezember

Februar 1974 - Erfolg für die Grüne Woche – kein Erfolg für die Energiekonferenz

Kalender Februar 1974
Die Grüne Woche, die seit 1926 stattfindet und inzwischen zu einer internationalen Landwirtschaftsausstellung geworden ist, konnte sich rühmen, einen Besucherrekord erreicht zu haben. Mehr als eine halbe Millionen Menschen interessierten sich für die Messe und kamen nach West-Berlin. Ein stattliches Ergebnis. Weniger stattlich war das Ergebnis der Energiekonferenz, die in Washington stattfand: Es gab keins. Und Frankreich beschloss zudem, dem neu gebildeten Energierat nicht beizutreten, der vielleicht das einzige Ergebnis der Konferenz gewesen war. Na, wenigstens hatte sich Spanien als moralisch einwandfrei präsentiert, als es den „Playboy“ als öffentliche Lektüre verbot. Man hatte laut gesetzlicher Anordnung, diese Zeitschrift nur in den vier Wänden zu lesen. Öffentlich und zugleich sehr erfolgreich war Udo Lindenberg, der riesige Konzerterfolge mit seinem „Panik-Orchester“ feiern konnte.
<< Januar 1974

März 1974 >>

Wichtige Ereignisse im Februar 1974

1. Februar
Erstmals seit sechs Jahren besuchte mit Liam Thomas Cosgrave (*1956) wieder ein irischer Premierminister Nordirland. In den Gesprächen mit dem nordirischen Regierungschef Brian Faulkner (1921-1977) wurden u. a. die Fragen der Grenzsicherung und der Auslieferungsmodalitäten zwischen den beiden Teilen der Insel erläutert.
1. Februar
In São Paulo (Brasilien) kamen bei einem Brand in einem Büro- und Bankgebäude mehr als 200 Menschen ums Leben. Angaben der Polizei zufolge war die Katastrophe durch eine defekte Klimaanlage ausgelöst worden.
2. Februar
Die Regierungen von Süd-Vietnam und dem revolutionären Vietcong nahmen in Saigon nach einer halbjährigen Unterbrechung den gegenseitigen Austausch der Kriegsgefangenen wieder auf.
2. Februar
Vertreter der bundesdeutschen DEMINEX-Mineralölgesellschaft und der ägyptische Erdölminister Ahmad Hassan Hilal unterzeichneten in Kairo (Ägypten) einen Vertrag über Prospektarbeiten an der Westküste des Golfs von Suez.
3. Februar
Der Kandidat der regierenden Nationalen Befreiungspartei von Costa Rica, Daniel Oduber Quirós (1921-1991), wurde mit 42,3 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten des Landes gewählt.
3. Februar
In Rio de Janeiro (Brasilien) nahm die Polizei Großbritanniens meist gesuchten Mann, den 44-jährigen Ronald Biggs (*1929) fest. Er war 1963 am „größten Raub in der britischen Kriminalgeschichte“ beteiligt gewesen. Gemeint war der legendäre Postraub.
3. Februar
Ein neues Rekordergebnis von mehr als 500.000 Besuchern wurde zum Abschluss der „Internationalen Grünen Woche“ gemeldet, die in West-Berlin stattgefunden hatte.
3. Februar
Am ersten Tag der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz (Schweiz) gewann die bundesdeutsche Skiläuferin Traudl Treichl (*1950) die Silbermedaille im Riesenslalom.
3. Februar
In Christchurch (Neuseeland) unterbot der Läufer aus Tansania, Filbert Bayi (*1953), den sieben Jahre alten Weltrekord über 1500 m in 3:32,2 min um fast 1 Sekunde.
4. Februar
Wegen des seit Beginn des Jahres ungelösten Bergarbeiterkonfliktes löste der britische Premierminister Edward Heath (1916-2005) das Parlament auf. Er setzt Neuwahlen für das Unterhaus auf den 28. Februar fest.
4. Februar
Im Fürstentum Liechtenstein gewann die Fortschrittliche Bürgerpartei die Landtagswahlen. Sie löste damit nach vierjähriger Opposition die Vaterländische Union als Mehrheitspartei ab. Zum neuen Regierungschef wurde der als liberal-konservativ angesehene Walter Kieber (*1931) gewählt.
4. Februar
In Rhodesien (heute: Simbabwe) traten zwei neue politische Gruppierungen auf. Die „Afrikanische Fortschrittspartei“ und das „Forum für nationale Eintracht“ sahen sich als Vertretung der schwarzen Bevölkerung und setzten sich für eine Kooperation mit der weißen Minderheit ein.
4. Februar
Die 19-jährige Verlegertochter Patricia Hearst wurde in Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien) von der Terrorgruppe „SLA“ entführt.
5. Februar
Nach 28 Dienstjahren enthob Papst Paul VI. (1897-1978) den 81-jährigen ungarischen Exil-Kardinal József Mindszenty (1892-1975) seiner Kirchenämter.
5. Februar
In Lausanne (Schweiz) und im Tessin (Schweiz) fand die schweizerische Polizei gefälschte Dollarnoten im Wert von umgerechnet mehr als 5,2 Millionen DM nach einem Hinweis „aus dem Milieu“. Acht Personen wurden bei dieser Aktion festgenommen.
6. Februar
Auf dem Londoner Markt stieg der Preis für verfügbaren Zucker auf den Rekordpreis von 206 britischen Pfund je Tonne (mehr als 1.200 DM). Als Grund führten Wirtschaftsexperten die schwache Wertung des Pfundes an der Börse und Gerüchte über Zuckerverkauf in großem Umfang an den Iran an.
6. Februar
Die Beine des niederländischen Stürmerstars Johan Cruyff (*1947) wurden von seinem spanischen Fußballclub FC Barcelona für insgesamt 7 Millionen Schweizer Franken (6,1 Millionen DM) versichert.
6. Februar
Der Bund und die Länder der Bundesrepublik beschlossen ein Sofortprogramm für Gebiete mit besonderen Strukturproblemen.
7. Februar
Der US-amerikanische Außenminister Henry A. Kissinger (*1923) legte in Panama der Regierung die geplanten Vertragsänderungen für den Panamakanal vor. Washington wollte unter anderem auf seine Souveränität über das Kanalgebiet verzichten, so dass Panama die Rechtshoheit über die Zone übernehmen konnte.
7. Februar
Die westindischen Inseln „Über dem Winde“, Grenada, Carricou, Rhonde und Petit Martinique erhielten nach 182 Jahren der kolonialen Abhängigkeit von Großbritannien ihre vollständige Souveränität.
8. Februar
Staatschef General Aboubakar S. Lamizana (1916-2005) stürzte durch einen Militärputsch in der westafrikanischen Repbulik Obervolta (heute: Burkina Faso) die Zivilregierung unter Premierminister Gérard Kango Ouédraogo (*1925).
8. Februar
In Bonn gab das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit seinen Plan bekannt, 50 staatliche Familienplanungs- und Sexualberatungsstellen einzurichten.
8. Februar
Die Besatzung des US-amerikanischen Weltraumlaboratoriums „Skylab“ kehrte nach 84 im All zur Erde zurück. Damit stellten die Astronauten einen Rekord für den längsten Aufenthalt im Weltall auf.
9. Februar
In Bonn beschloss der SPD-Bundesvorstand eine theoretische Auseinandersetzung mit den Jungsozialisten. Die unterschiedlichen Positionen sollten dadurch eindeutig festgelegt werden.
9. Februar
Der französische Finanzminister Valéry Giscard d’Estaing (*1926) und sein Amtskollege aus dem Iran, Hushang Ansari (*1926) unterzeichneten in Paris nach dem ersten Treffen der gemeinsamen Regierungskommission einen Vertrag über die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit beider Länder.
9. Februar
In Hamburg verabschiedeten tausende Schaulustige das Luxusschiff „Maxim Gorki“. Die ehemalige „Hanseatic“ lief künftig unter sowjetischer Flagge und wurde als Kreuzfahrtschiff im Schwarzen Meer eingesetzt.
10. Februar
An der iranisch-irakischen Grenze kam es trotz der 1973 vereinbarten „provisorischen Versöhnung“ zu erneuten schweren Kämpfen zwischen den verfeindeten Truppen. Die irakische Regierung bezeichnete die Kämpfe als einen Gegenangriff nach Grenzüberschritten des Iran am 4. Februar.
10. Februar
Im indischen Gliedstaat Gujarat stürzten Studenten und Arbeiter aus Protest gegen die blutigen Unruhen der letzten Wochen die dortige Landesregierung.
10. Februar
Etwa 270.000 Bergarbeiter traten in Großbritannien in einen Generalstreik. Ein Appell von Premierminister Edward Heath (1916-2005) blieb ohne Wirkung. Er hatte angeregt, den Streik bis zu den Neuwahlen am 28. Februar auszusetzen.
10. Februar
In St. Moritz (Schweiz) gewann bei den Ski-Weltmeisterschaften der Italiener Gustav Thöni (*1951) nach seinem Sieg im Riesenslalom nun auch die Goldmedaille im Slalom.
11. Februar
Mehr als 140 Zivilisten kamen bei dem bisher schwersten Artillerieangriff der kommunistischen Roten Khmer auf die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh ums Leben.
11. Februar
Mehr als 400.000 Arbeitnehmer der öffentlichen Dienste in der Bundesrepublik Deutschland traten zur Durchsetzung ihrer Lohnforderungen in einen unbefristeten Streik.
11. Februar
In den US-Bundesstaaten Washington, Virginia und Maryland wurde als Folge des Erdölboykotts seitens der arabischen Länder gegen die USA das Benzin rationiert.
11. Februar
In Washington begann die Internationale Energie-Konferenz, die sich aus den EG-Mitgliedsstaaten, der USA und Kanada zusammensetzte. Es wurde über ein gemeinsames Vorgehen zur Bewältigung der Energiekrise beraten und die Gründung einer internationalen Energie-Agentur beschlossen.
12. Februar
In der sowjetischen Hauptstadt Moskau nahm die Polizei den 55-jährigen Schriftsteller und Regimekritiker Alexandr I. Solschenizyn (1918-2008) fest. Ihm wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt und er wurde des Landes verwiesen. Solschenizyn reiste zunächst in die Bundesrepublik und verbrachte die ersten Tage nach der Ausweisung bei dem Schriftsteller Heinrich Böll (1917-1985) in Köln.
12. Februar
In Großbritannien veröffentlichte die Labour Party ihr Wahlmanifest. Die Partei versprach darin den Wählern u. a. die Verstaatlichung volkswirtschaftlicher Bereiche und eine erneute Prüfung der Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft (EG).
12. Februar
Die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) hob ihre parteiinterne Altersklausel auf. Durch diese Neuregelung konnte der amtierende Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911-1990) als SPÖ-Spitzenkandidat bei den Parlamentswahlen 1977 antreten.
13. Februar
In des US-amerikanischen Hauptstadt Washington ging die dreitägige Erdölkonferenz der wichtigsten Verbraucherstaaten ohne konkretes Ergebnis zu Ende.
13. Februar
Spanische Bürger, die das US-amerikanische Männermagazin „Playboy“ öffentlich verbreiteten oder herumzeigten, sollten künftig wegen Erregung öffentlichen Skandals angezeigt werden. Die Zeitschrift durfte nur in der eigenen Wohnung gelesen werden. Das entschied das oberste spanische Gericht in der Hauptstadt Madrid.
13. Februar
Die Streitkräfte in Jordanien meuterten gegen die Regierung. Sie forderten u. a. Änderungen in der Armeeführung. Nach der Zusicherung einer höheren Besoldung durch König Hussein I. (1935-1999) beendeten die Soldaten ihren Aufstand.
13. Februar
Die Löhne und Gehälter in der Bundesrepublik im öffentlichen Dienst wurden um 11 Prozent erhöht.
14. Februar
Der Präsident Ägyptens, Muhammad Anwar as-Sadat (1918-1981) und der saudi-arabische König Ibn Abd al Asis ibn Saud Faisal (1906-1975) befürworteten die Lockerung des Ölembargos gegen die USA während der kleinen arabischen Gipfelkonferenz in Algier.
14. Februar
Im Deutschen Bundestag warf die CDU-Opposition der SPD/FDP-Koalitionsregierung in der Verfassungsdebatte mangelnde Verurteilung und Abgrenzung von radikalen Strömungen in der Bundesrepublik vor.
14. Februar
In Wiesbaden gab das Statistische Bundesamt in seiner jährlichen Übersicht bekannt, dass alle deutschen Bundesländer, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, ein Geburtendefizit zu verzeichnen hatten.
14. Februar
Während seiner ersten Tournee mit dem „Panik-Orchester“ konnte der bundesdeutsche Rock-Musiker Udo Lindenberg (*1946) große Erfolge feiern.
15. Februar
Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ), Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911-1990), wurde auf dem 22. Parteikongress in der Hauptstadt Wien erneut gewählt.
15. Februar
An der Börse in London und in Frankfurt am Main erreichte der Goldpreis einen Höchststand. In Frankfurt am Mai wurden 13.090 DM für einen Ein-Kilo-Barren Gold notiert. Am 12. Februar waren es 13.000 DM gewesen. Der Preisanstieg wurde auf die Unsicherheit über die Währungsentwicklung zurückgeführt.
15. Februar
Das neue satirische Theaterstück des tschechischen Autors Václav Havel (1936-2011) wurde in Baden-Baden uraufgeführt. Der Regimekritiker durfte seit 1968 im gesamten Ostblock nicht mehr publizieren.
16. Februar
In Südvietnam gab Präsident Nguyen Van Thieu (1923-2001) in Saigon dem Rücktrittsersuchen des gesamten Kabinetts mit Ausnahme des Ministerpräsidenten Tran Thien Khiem (*1925) statt. Mit der Regierungsneubildung sollten die wirtschaftlichen Probleme gelöst werden.
16. Februar
In Bulgarien wurde vom Ministerrat die Fünftagewoche abgeschafft. Bulgarische Arbeitnehmer mussten von nun an wieder sechs Tage pro Woche arbeiten. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass die erst vor drei Monaten eingeführte Fünftagewoche insgesamt negative Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt hatte.
16. Februar
In der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) wurde an der Staatsoper „Unter den Linden“ die Oper „Einstein“ von Paul Dessau (1894-1979) uraufgeführt. Das Werk orientiert sich am Leben von Albert Einstein (1879-1955) in freier Form.
17. Februar
Der autofreie Wochentag in Österreich wurde vom Handelsministerium des Landes aufgehoben. Diese Maßnahme sollte jedoch im Fall einer Abnahme der Treibstoffbestände erneut eingeführt werden.
17. Februar
Für 1974/1975 billigte das israelische Kabinett einen Rekordetat von umgerechnet rund 22 Milliarden DM. Der Etat für 1973/1974 betrug 14,8 Milliarden DM. Finanzminister Pinhas Sapir (1906-1975) zufolge war die Hälfte des Budgets für militärische Zwecke vorgesehen.
17. Februar
Wissenschaftler informierten die Bevölkerung im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in München (Bayern) erstmals direkt über den Stand der Krebsforschung. Unter anderem wiesen die Mediziner auf die enorme Bedeutung der Früherkennungsuntersuchungen hin.
18. Februar
Gegenüber Israel verzichteten die Vereinigten Staaten auf Schuldenrückzahlung. Dabei handelte es sich um Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar (8,3 Milliarden DM), die Washington in den letzten 20 Jahren als Wirtschaftshilfe zur Verfügung gestellt hatte.
18. Februar
Der australische Premierminister Gough Whitlam (*1916) erklärte aus Anlass eines Besuchs in der philippinischen Hauptstadt Manila das Ende der „White-Australia“-Politik. Diese hatte bisher die Einwanderung von Asiaten nach Australien unmöglich gemacht.
18. Februar
Mehr als 30.000 Bauern demonstrierten in verschiedenen Teilen Frankreichs für die Durchsetzung höherer Erzeugerpreise innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (EG).
19. Februar
In Arezzo (Italien) ging nach 88 Sitzungen der Prozess gegen das „Nationale Institut für die Einziehung der Konsumsteuer“ mit 103 Schuldsprüchen wegen Korruption zu Ende. Gegenstand der Anklage war die „Verpachtung“ der Steuereintreibung an Privatunternehmer in den Jahren 1949 bis 1954 gewesen.
20. Februar
Die Koalition zwischen dem Arbeiterblock und der national-religiösen Partei in Israel scheiterte an religionspolitischen Differenzen. Damit bestand erstmals seit der Konstitution des Parlaments ein Minderheitskabinett. Die Regierung unter der Führung des Arbeiterblocks verfügte nur noch über 58 von 120 Mandaten. Vordem waren es 68 von 120 Mandaten gewesen.
20. Februar
Gegenüber den USA verpflichtete sich Peru zur Zahlung von 76 Millionen US-Dollar (197 Millionen DM). Damit wurden die US-Firmen entschädigt, die seit der Machtübernahme der Revolutionsregierung 1968 in Peru enteignet worden waren.
20. Februar
Vor Bergarbeitern in Santiago, der chilenischen Hauptstadt, erklärte der Staatschef Augusto Pinochet Ugarte (1915-2006), dass es in Chile in den nächsten fünf Jahren keine Wahlen geben werde. In Chile regierte seit dem Militärputsch im September 1973 eine Junta mit Notverordnungen.
20. Februar
Der Atomwaffensperrvertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen wurde vom Deutschen Bundestag ratifiziert. Die Bundesrepublik verzichtete damit darauf, in nationaler Verfügungsgewalt Atomwaffen herzustellen oder zu erwerben.
21. Februar
In der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad proklamierte das Parlament die vierte Verfassung Jugoslawien seit dem Zweiten Weltkrieg. Das wichtigste Element der neuen Verfassung war ein neues Wahlsystem, das die Selbstverwaltung erweiterte. Präsident Josip Broz Tito (1892-1980) wurde zum Präsidenten auf Lebenszeit bestimmt.
21. Februar
Der im Oktober 1973 eroberten Brückenkopf auf dem Westufer des Suezkanals wurde von Israel geräumt. Der Rückzug war das Ergebnis der am 18. Januar zwischen Ägypten und Israel vereinbarten Truppenentflechtung. Das geräumte Gebiet wurde bis zur Übernahme durch die Ägypter von UN-Friedenstruppen besetzt.
21. Februar
In der französischen Hauptstadt Paris teilte der Außenminister des Landes, Michel Jobert (1921-2002) mit, dass sich Frankreich nicht an dem Energierat der Erdölverbraucherländer beteiligen werde. Der Energierat war in Washington (USA) am 13. Februar auf der Energiekonferenz gebildet worden.
21. Februar
In der Bundesrepublik nahm der Verein der ausländischen Presse die seit Abschluss des innerdeutschen Grundvertrags 1972 in Bonn tätigen DDR-Journalisten als Mitglieder auf. Damit konnten diese künftig an den Bonner Pressekonferenzen teilnehmen.
22. Februar
In Lahore (Pakistan) gab der pakistanische Ministerpräsident Zulfikar Ali-Khan Bhutto (1928-1979) die Anerkennung der Volksrepublik Bangladesch bekannt. Das ehemalige Ost-Pakistan war 1972 zu einem unabhängigen Staat geworden.
22. Februar
Die Hansestadt Hamburg präsentierte der Öffentlichkeit in Anwesenheit von Bundeskanzler Willy Brandt (1913-1992) den neuen Elbtunnel nach sechsjähriger Bauzeit. Die Unterwasserstraße wurde jedoch erst am 26. Dezember offiziell eingeweiht.
22. Februar
Am Volkstheater in Wien (Österreich) und am Essener Theater wurde die Komödie von Rolf Hochhuth (*1931) „Lysistrate und die NATO“ uraufgeführt. In dieser Neufassung der Komödie „Lysistrata“ von Aristophanes (448-388 v. Chr.) verweigern sich die Frauen ihren Männern, um den Bau eines NATO-Stützpunktes zu verhindern.
23. Februar
Die Regierung von Chile vereinbarte mit der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten einen Teil-Erlass ihrer Auslandsschulden. Von den 1973/1974 fälligen Rückständen musste Chile zwischen 5% und 10% begleichen.
24. Februar
Die USA sicherten im Abschlusskommuniqué der viertägigen Außenministerkonferenz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Mexiko-Stadt zu, die Hilfe für Lateinamerika im bisherigen Umfang weiterzuführen.
25. Februar
Der Regierungschef Italiens, Mariano Rumor (1915-1990) und sein Amtskollege aus Libyen, Ministerpräsident Abdul Salam Dschallud (*1944), unterschrieben in Rom einen langfristigen Handelsvertrag. Libyen verpflichtete sich in dem Vertrag, im Austausch gegen wirtschaftlich-technologische Hilfe jährlich mindestens 30 Millionen Tonnen Rohöl an Italien zu liefern. Im Jahr 1973 waren es 23 Millionen Tonnen Rohöl gewesen.
25. Februar
Der Frankfurter (am Main) Studentenausschuss erhielt einem Beschluss der hessischen Landesregierung in Wiesbaden zufolge keine Demonstrationsgenehmigungen mehr. Am vorangegangenen Wochenende waren Protestaktionen zu blutigen Straßenschlachten eskaliert.
26. Februar
Die zweitgrößte Stadt Äthiopiens, Asmara, wurde von äthiopischen Militäreinheiten unter Führung junger Offiziere besetzt. Die Meuterer forderten die wirtschaftliche und soziale Besserstellung der Streitkräfte.
26. Februar
In der Hauptstadt Kenias, Nairobi, wurde die Universität auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die in den letzten Tagen ausgebrochenen Studentenunruhen waren der Grund für die Schließung. Die Studenten hatten die Ablösung des Dekans gefordert, dem sie die Benachteiligung schwarzer Kommilitonen vorwarfen.
26. Februar
US-Außenminister Henry A. Kissinger (*1923) übergab im Auftrag Syriens als Vermittler im Nahost-Konflikt in Jerusalem eine Liste mit Namen von 65 israelischen Kriegsgefangenen. Er teilte mit, dass Gefangenenbesuche durch das Rote Kreuz künftig zugelassen werden würden. Damit erfüllte Syrien die Auflagen Israels für Verhandlungen über die Golanfront.
27. Februar
In der französischen Hauptstadt trat die Regierung von Premierminister Auguste Joseph Messmer (1916-2007) geschlossen zurück. Damit zog das Kabinett die Konsequenz aus internen Uneinigkeiten. Staatspräsident Georges Pompidou (1911-1974) beauftragte Messmer mit der Bildung eines neuen Kabinetts.
27. Februar
Der Diplomat Bernard Marie Guillier de Chalvron wurde von der französischen Regierung zu ihrem ersten Botschafter in der DDR ernannt. Die Leitung der DDR-Vertretung in Paris übernahm der bisherige stellvertretende DDR-Außenminister Ernst Scholz (1913-1986).
27. Februar
Die bereits Mitte 1973 in Schweden beschlossene neue Verfassung wurde vom schwedischen Reichstag angenommen. Damit war endgültig die parlamentarische Regierungsform festgelegt. Die Rechte des Königs wurden darin stark eingeschränkt.
28. Februar
Vom US-amerikanischen Repräsentantenhaus wurde ein Energienotstandsgesetz verabschiedet. Der Preissenkungszwang für amerikanisches Erdöl war darin der wichtigste Bestandteil. US-Präsident Richard M. Nixon (1913-1974) bezeichnete das umstrittene Gesetz als Hindernis bei der erforderlichen Energieeinsparung.
28. Februar
In der ägyptischen Hauptstadt Kairo gab der Präsident des Landes, Muhammad Anwar as Sadat (1918-1981) die bereits 1973 vereinbarte Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit den USA bekannt. Die Botschafter waren während des Sechstagekrieges 1967 abberufen worden.
28. Februar
In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba trat unter dem Druck der sich ausweitenden Militärrebellion das Kabinett zurück. Die Meuterer forderten die grundlegende politische Reformierung der Monarchie in Äthiopien.
28. Februar
Bei den britischen Parlaments-Neuwahlen verlor die regierende Konservative Partei die Mehrheit im Unterhaus. Es wurden Neuwahlen für den 10. Oktober angesetzt. Die Konservative erreichten nur noch 296 von insgesamt 635 Sitzen, die Labour Party errang 301 Sitze.
Februar 1974 in den Nachrichten
Olympische Sommerspiele 1974 in Tokio
Wall Street Journal Deutschland
Eine neue Schnellstraße vor dem Hintergrund moderner Gebäude in Tokio im Februar 1974. Die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr waren die ersten, die in Asien stattfanden. Für Japan bedeutete die Veranstaltung, dass das Land von der ... >>>  
 ... >>>
Werbung 1974 Reklame

<< Das geschah 1973

Das geschah 1975 >>

Was passierte 1974
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Geburtstage
Februar 1964
Jahrgang 1974
 
DDR 1974
 
Chronik 1974