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Dezember 1974 - Schöne Bescherungen in aller Welt

Kalender Dezember 1974
Das war für die anglikanische Kirche in Großbritannien ganz sicher ein schönes Geschenk, dass sie von nun an das Recht hatte, selbst über Glaubensfragen und die Gottesdienstordnung zu entscheiden. Die britische Regierung hatte es so gebilligt. Auch dass die Sowjetunion mit Frankreich einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hatte und nun Erdöl lieferte, war ein schöner Abschluss des Jahres. Die Griechen freuten sich, per Volksentscheid in einer Republik leben zu können. Der König war wohl enttäuscht, hatte er doch als Herrscher zurückkehren wollen und sein Volk noch kurz vorher in einer Fernsehansprache gebeten, für eine Monarchie zu stimmen. Und dass die DDR-Regierung offiziell mitteilte, dass bundesdeutsche Rentner nun keinem Zwangsaustausch unterlagen, wenn sie nach Berlin (Ost) oder in die DDR reisen wollten, war wohl das beste Geschenk im Weihnachtsmonat. Zudem hatten die USA ihre erste Botschaft in der DDR-Hauptstadt eröffnet. Das klang nach einem guten Jahresabschluss.
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Januar 1975 >>

Wichtige Ereignisse im Dezember 1974

1. Dezember
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918) sprach sich bei einem Besuch in der britischen Hauptstadt London für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Gemeinschaft aus. Nach den Wahlen am 10. Oktober hatte die britische Regierung unter Premier Harold Wilson (1916-1995) mit dem EG-Austritt gedroht, es sei denn, es würde über die Verteilung der finanziellen Belastungen neu verhandelt werden.
1. Dezember
In Hagen (Nordrhein-Westfalen) wurde die Fernuniversität Hagen gegründet.
1. Dezember
Etwa 40 Kilometer nordwestlich des Washingtoner Dulles International Airport stürzte eine Boeing 727 der Northwest Orient Airlines ab. Dabei kamen alle 92 Insassen der Maschine ums Leben.
2. Dezember
Von der österreichischen Regierung wurden in einer Deklaration die Anschuldigungen Jugoslawiens zurückgewiesen, dass sie die Rechte der kroatischen und slowenischen Minderheiten im Land missachten würde.
2. Dezember
In der italienischen Hauptstadt Rom wurde von der Regierung unter Aldo Moro (1916-1978) ein Gesetz über die Reform der halbstaatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt RAI verabschiedet.
2. Dezember
Zum dritten Mal innerhalb des Jahrs 1974 startete die UdSSR mit „Sojus 16“ ein bemanntes Raumschiff. Die Kosmonauten erprobten bei diesem Flug die Manöver des für Juli 1975 geplanten Gemeinschaftsprojektes mit den Vereinigten Staaten „Sojus-Apollo“.
2. Dezember
Am Bochum Theater feierte die Inszenierung des Stückes von Heinrich Mann (1871-1950), „Professor Unrat“ unter der Regie von Peter Zadek (1926-2009) einen großen Bühnenerfolg.
2. Dezember
Die Raumsonde „Pioneer 11“ flog am Jupiter vorbei.
3. Dezember
Die Verteidigungsausgaben wurden von der britischen Regierung von 5,5 auf 4,5 Prozent des Bruttosozialproduktes reduziert. In London gab der Verteidigungsminister Roy Mason (*1924) bekannt, dass dadurch 4,7 Millionen Pfund (28,5 Milliarden DM) eingespart werden würden. Die NATO erhalte volle Priorität bei der Verteilung der Mittel.
3. Dezember
Der dänische Ministerpräsident Poul Hartling (1914-2000) legte in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ein Krisenpaket zur Verbesserung der Wirtschaftslage vor, das unter anderem einen gesetzlichen Lohn- und Gewinnstopp für 1975 vorsah. Weil das Parlament der Minderheitsregierung seine Zustimmung verweigerte, hatte Hartling am 5. Dezember Neuwahlen für den 9. Januar 1975 ausgerufen.
4. Dezember
Die britische Regierung sprach der anglikanischen Kirche das Recht zu, über Fragen der Glaubenslehre und der Gottesdienstordnung selbst entscheiden zu können.
4. Dezember
Der amtierende schweizerische Vizepräsident Pierre Graber (1908-2003) wurde von der Vereinigten Bundesversammlung der Schweiz in Bern zum Staatsoberhaupt für das kommende Jahr gewählt.
4. Dezember
Beim Absturz einer niederländischen Douglas DC-8 über Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, kamen 191 Menschen ums Leben. An Bord der Unglücksmaschine waren indonesische Moslems auf Pilgerfahrt nach Mekka.
4. Dezember
Der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre (1905-1980) besuchte im Stuttgarter Gefängnis Stammheim den dort inhaftierten mutmaßlichen RAF-Terroristen Andreas Baader (1943-1977). Sartre kritisierte die dortigen Haftbedingungen.
5. Dezember
Gegen 150 politische Gefangene begann in Äthiopien ein Mammutprozess. Ein Militärtribunal beschuldigte sie der Bestechung und des Missbrauchs ihrer öffentlichen Ämter.
5. Dezember
Der Deutsche Bundestag stellte der Bonner Regierung einstimmig eine fünfjährige „Blankovollmacht“ für Gegenmaßnahmen im Fall einer neuen Energiekrise aus.
5. Dezember
Auf dem Flughafen der iranischen Hauptstadt Teheran kamen 60 Personen ums Leben. Unter der Last einer Schneedecke war das Dach des Flughafens einstürzt und hatte die Menschen unter sich begraben.
6. Dezember
In Paris unterzeichneten der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing (*1926) und der sowjetische Parteichef Leonid I. Breschnew (1906-1982) ein fünfjähriges Wirtschaftsabkommen. Demzufolge bezog Frankreich ab 1976 rund 2,6 Milliarden Meter Erdgas pro Jahr von der Sowjetunion.
6. Dezember
In Bangkok hob die thailändische Nationalversammlung das vor 15 Jahren ausgesprochene Verbot für Handelsbeziehungen mit China auf. Eventuelle Transaktionen unterstanden einer staatlichen Behörde, die den Handel mit kommunistischen Ländern überwacht.
6. Dezember
In West-Berlin unterzeichneten Regierungsvertreter der DDR und der Bundesrepublik Deutschland einen Vertrag über die Verlängerung und Erhöhung des zinslosen Überziehungskredits „Swing“ im bilateralen Handel.
7. Dezember
Erzbischof Makarios III. (1913-1977) kehrte aus dem Londoner Exil nach Zypern zurück. In der Hauptstadt Nikosia rief der Präsident die griechisch-zyprische Gemeinschaft zur Einheit auf. Er sagte der Teilung der Republik den Kampf an.
7. Dezember
Die Bundesärztekammer und das Präsidium des Deutschen Ärztetages lehnten eine „Verpflichtung zur zwangsweisen Behandlung“ angesichts des Hungerstreiks der „RAF“-Häftlinge ab. Die Grenze zur Lebensrettung sei erreicht, wenn ein Mensch die Behandlung verweigere bzw. sich ihr aktiv widersetze.
7. Dezember
Der österreichische Dirigent Herbert von Karajan (1908-1989) einigte sich mit dem künftigen Direktor der Wiener Staatsoper Egon Seefehlner (1912-1997) auf einen neuen Arbeitsvertrag für Karajan. Der Vertrag trat 1977 in Kraft.
8. Dezember
In Griechenland stimmten 69,2 Prozent der Wähler bei einem Volksentscheid für die Staatsform der Republik und gegen eine „gekrönte Demokratie“ unter König Konstantin II. (*1940).
8. Dezember
In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington gingen dreitägige Gespräche zu Ende, die der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918) mit dem US-Präsidenten Gerald R. Ford (1913-2006) geführt hatte. Die beiden Politiker betonten in einer gemeinsamen Abschlusserklärung eine Annäherung ihrer Positionen bezüglich der Weltwirtschaftslage.
8. Dezember
Ihren Boykott der diesjährigen Nobelpreisfeiern in Stockholm gaben die Sowjetunion und sechs andere kommunistische Staaten bekannt. Der Grund war die nachträgliche Verleihung des Nobelpreises für Literatur an den sowjetischen Exil-Schriftsteller Alexandr I. Solschenizyn (1918-2008), der ihm bereits 1970 zuerkannt worden war.
9. Dezember
In der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) teilte die Regierung des Landes der Bonner Regierung mit, dass bundesdeutsche Rentner in der DDR keinem Zwangsumtausch mehr unterliegen würden. Damit entsprach die DDR einer Forderung aus Bonn, die seit mehr als einem Jahr bestand und die die Forderung beinhaltete, den einseitigen Beschluss zurückzunehmen.
9. Dezember
Die Vereinigten Staaten eröffneten in der DDR-Hauptstadt Berlin (Ost) eine diplomatische Vertretung. Der erste Botschafter der USA in der DDR wurde John Sherman Cooper (1901-1991).
9. Dezember
In Japan wurde Miki Takeo (1907-1988) zum Premierminister gewählt.
9. Dezember
Die DDR gab offiziell ihre Entscheidung bekannt, dass Rentner vom verbindlichen Mindestumtausch bei der Einreise in die DDR und nach Berlin (Ost) befreit waren. Die Regelung trat am 20. Dezember 1974 in Kraft.
9. Dezember
Auf dem zweitägigen Gipfeltreffen in der französischen Hauptstadt Paris kam es zur Gründung des Europäischen Rates durch die Staats- und Regierungschef der Europäischen Gemeinschaft (EG). Außerdem war der Beschluss zur Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion gefasst worden. Dreimal im Jahr sollte der Rat der Gemeinschaft zusammenkommen im Rahmen der politischen Zusammenarbeit.
10. Dezember
Dem ehemaligen US-Präsidenten Richard M. Nixon (1913-1994) wurde vom Senat und vom Repräsentantenhaus untersagt, die „Watergate“-Akten zu vernichten. Damit war vom Kongress in Washington eine entsprechende Vereinbarung abgelehnt worden, die zwischen Nixon und dem amtierenden US-Präsidenten Gerald R. Ford (1913-2006) getroffen worden war.
10. Dezember
Die in der Bundesrepublik entwickelte Sonnensonde „Helios 1“ wurde vom US-amerikanischen Stützpunkt Kap Canaveral zu einem Forschungsflug gestartet. Nach dem Erreichen ihrer Umlaufbahn um die Sonne sollte die Sonde Daten zur Sonnenerforschung zur Erde liefern.
10. Dezember
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm und in der norwegischen Hauptstadt Oslo fanden die traditionellen Feiern zur Nobelpreis-Verleihung statt.
11. Dezember
Im Konflikt mit der weißen Minderheitsregierung stellten die schwarzafrikanischen Widerstandskämpfer Rhodesiens alle Kampfhandlungen ein. Sie akzeptierten ohne Vorbedingungen die Einberufung einer Verfassungskonferenz.
11. Dezember
Das britische Unterhaus stimmte mit großer Mehrheit gegen die Todesstrafe bei terroristischen Mordanschlägen. Die Debatte hatte ein Abgeordneter aus Birmingham nach dem dortigen Terroranschlag vom 21. November ausgelöst.
11. Dezember
Das Abkommen über den Transport von West-Berliner Hausmüll in die DDR war abgeschlossen worden.
12. Dezember
Das Auslandshilfegesetz in Höhe von 2,64 Milliarden US-Dollar (6,8 Milliarden DM) wurde in Washington vom US-amerikanischen Repräsentantenhaus angenommen worden. Die Hilfen an die Türkei sollten allerdings nur dann gezahlt werden, wenn das seit dem 10. Dezember wirksame Verbot der Militärhilfe an das Land so lange bestehen bleiben würde, bis die Zypernkonferenz Fortschritte zeigen würde.
12. Dezember
In Bonn wurde das Hochschulrahmengesetz vom Deutschen Bundestag verabschiedet, das Richtlinien für die Organisation und die rechtliche Stellung der Universitäten enthielt. Die Bundesländer mussten ihre Universitätsgesetze entsprechend angleichen. Das Gesetz zielte vor allem auf eine Studienreform mit Regelstudienzeiten und auf die Neuordnung des Hochschulzugangs ab. Einer der zentralen Punkte war die Mitbestimmung in den entscheidungsbefugten Selbstverwaltungsgremien der Hochschulen.
13. Dezember
Der autonome Staat Malta im britischen Commonwealth wurde eine unabhängige Republik. Der erste Präsident wurde der bisherige Generalgouverneur Anthony Joseph Marino.
13. Dezember
Die Außenminister der NATO-Staaten äußerten sich zum Ende ihrer zweitägigen Gespräche in Brüssel (Belgien) zufrieden über deren Verlauf. Sie sprachen sich für gemeinsame Verteidigungsanstrengungen trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten aus.
13. Dezember
Der demokratische Gouverneur im US-Bundesstaat Georgia, James E. Carter (*1924), gab seine Bewerbung um die Nominierung für die 1976 stattfindenden Präsidentschaftswahlen bekannt.
14. Dezember
Die Nationalversammlung Griechenlands sprach der Regierung unter Ministerpräsident Konstantin Karamanlis (1907-1998) mit 217 gegen 78 Stimmen das Vertrauen aus.
14. Dezember
Einen Sturm der Empörung verursachte ein antizionistisches Inserat in der britischen Zeitung „The Times“. Das Blatt rechtfertigte daraufhin zwar die Veröffentlichung, bedauerte aber den Konflikt mit den jüdischen Gemeinden, für die sie „große Bewunderung hege“. Ein zweites Inserat würde es nicht geben.
15. Dezember
Die Bremer Jungsozialisten erklärten, dass einige CDU-Politiker gefährlichere geistige Terroristen seien als „RAF“-Mitglieder. Einer Aufforderung der CDU entsprechend verurteilte die Bundes-SPD diese Äußerung, die geeignet sei, CDU-Politiker zu diffamieren.
15. Dezember
Im Masters-Finale von Melbourne (Australien) besiegte der argentinische Tennisspieler Guillermo Vilas (*1952) in fünf Sätzen 7:6, 6:2, 3:6, 3:6 und 6:4 den rumänischen Titelverteidiger Ilie Nastase (*1946).
16. Dezember
Der US-Senat ratifizierte in Washington das Genfer Protokoll von 1925. Danach war der Einsatz von Giftgasen im Kriegsfall verboten. Die Kammer bestätigte außerdem die Konvention über das Verbot von biologischen Waffen.
16. Dezember
In Fort-de-France (Martinique) legten US-Präsident Gerald R. Ford und sein französischer Amtskollege Valéry Giscard d’Estaing einen Stufenplan zur Bewältigung der Energiekrise fest. Ziel war die Förderung einer gemeinsamen Energiepolitik der westlichen Industrieländer.
16. Dezember
Die Mineralölkrise 1974 hatte laut einer Umfrage des IFO-Institus für Wirtschaftsforschung in München kaum Auswirkungen auf die Investitionen der bundesdeutschen Industrie gehabt. Nur 2,6 Prozent der Befragten begründeten die Rückstellung von Investitionen allein mit der Erdölversorgungslage.
17. Dezember
Das neue Parteiengesetz wurde vom spanischen „Nationalrat der Bewegung“ gebilligt. Mit Wirkung vom 23. Dezember konnten nun erstmals seit dem Beginn des Franco-Regimes im Jahr 1939 politische Vereinigungen gegründet werden.
17. Dezember
In West-Berlin gründeten Lehrer, die bisher in der Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) organisiert waren, die „Unabhängige Gewerkschaftsgruppe“. Sie begründeten den Schritt mit dem ihrer Ansicht wachsenden Einfluss linksradikaler Gruppen in der West-Berliner GEW.
17. Dezember
Der schwedische Eigentümer der Insel Mainau im Bodensee, Graf Lennart Bernadotte (1909-2004), brachte die Insel in eine gemeinnützige Stiftung – die Lennart-Bernadotte-Stiftung – ein. Der Zweck war die Förderung der Wissenschaften und der Landespflege sowie die Förderung des Umwelt- und Denkmalschutzes.
17. Dezember
Die Schweiz und Nordkorea nahmen diplomatische Beziehungen auf.
18. Dezember
Von Portugal wurde mit den Vertretern der Afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und den Kapverdischen Inseln ein Vertrag abgeschlossen, der die Eigenständigkeit der Kapverdischen Inseln für den 5. Juli 1975 vorsah.
18. Dezember
In Griechenland wählte die Nationalversammlung den Juristen Michael Stasinopoulos (1903-2002) zum neuen Staatspräsidenten des Landes. Er trat die Nachfolge von Phädon Gizikis (1913-1999) an und ist Mitglied der regierenden „Partei der Neuen Demokratie“. Er blieb bis zu Verabschiedung der neuen Verfassung im Amt.
18. Dezember
Vom Deutschen Bundestag wurde eine Verschärfung des Strafprozessrechts verabschiedet. Danach bestand in Zukunft u. a. die Möglichkeit, Verteidiger von Strafverfahren auszuschließen.
18. Dezember
Der österreichische Außenminister Erich Bielka (1908-1992) und sein tschechischer Amtskollege Bohuslav Chňoupek (1925-2004) unterzeichneten in Wien einen Vermögensvertrag. Darin war festgelegt worden, dass die ÇSSR eine Entschädigung für nach 1945 beschlagnahmtes Vermögen von österreichischen Bürgern zahlt.
19. Dezember
Die Landesregierung von Baden-Württemberg lehnte den Asylantrag von fünf chilenischen Ministern der ehemaligen Allende-Regierung aus Sicherheitsgründen ab. Chile hatte die Freilassung mehrerer hundert politischer Gefangener angeboten, wenn diese die Antragsteller in einem anderen Staat Zuflucht fänden.
19. Dezember
Der erste europäische Nachrichtensatellit „Symphonie 1“ des deutsch-französischen Gemeinschaftsprojektes wurde von Kap Canaveral (USA) gestartet und in eine geosynchrone Umlaufbahn gebracht. Ab Januar 1975 sollten Versuche beginnen, Fernsehsendungen über den 600 Millionen DM teuren Satelliten auszustrahlen.
19. Dezember
Als fünfter Präsident Irlands wurde Cearbhall Ó Dálaigh (1911-1978) vereidigt.
20. Dezember
In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington wurde Nelson A. Rockefeller (1908-1979) als Vizepräsident der USA vereidigt. Durch die Bedenken, ein bedeutendes Privatvermögen mit „der größten politischen Macht“ zu verbinden, verzögerte sich die Bestätigung durch das Repräsentantenhaus.
21. Dezember
Das argentinische Massenblatt „Cronica“ wurde von der Staatspräsidentin Argentiniens, Isabel Perón (*1931) verboten, ebenso die linksgerichtete Morgenzeitung „La Calle“. Die beiden Tageszeitungen von Buenos Aires sollten einen „verfassungswidrigen Aufruf“ enthalten bzw. Verbrechen verherrlicht haben.
21. Dezember
Die vollständige Verstaatlichung der „Kuwait Oil Company“ wurde von der Regierung in Kuwait bekanntgegeben. Die beiden anderen Erdölgesellschaften im Land, Tochterunternehmen internationaler Konzerne, erhielten künftig nur noch den „Status begünstigter Abnehmer“.
22. Dezember
Die Bewohner des französischen Überseeterritoriums der Komoren stimmten bei einem Volksentscheid mit 95,56 Prozent für die Unabhängigkeit. Die Komoren, die seit 1886 französische Kolonie waren, hatten 1961 begrenzte innere Autonomie erhalten.
22. Dezember
Die Kreditvergabe an die UdSSR wurde vom US-Kongress beschränkt. Hintergrund der Maßnahme ist die starre Haltung der Sowjetunion hinsichtlich der Ausreiseerlaubnis für sowjetische Juden.
22. Dezember
Das bundesdeutsche Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung trat in Kraft. Ein Schwerpunkt war die Sicherung betrieblicher Versorgungszusagen. Künftig würden auch bei Unternehmenswechseln die Ansprüche des Arbeitnehmers erhalten bleiben, sofern dieser mindestens zwölf Jahre in einem Betrieb tätig war.
22. Dezember
Ein elektronisch gesteuertes Wählsystem wurde im Fernmeldetechnischen Zentralamt in Darmstadt versuchsweise installiert. Dabei ersetzte eine Tastatur die herkömmliche Wahlscheibe.
23. Dezember
In Düsseldorf gab der Jüdische Pressedienst bekannt, dass seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland 77.820 Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche NS-Verbrecher durchgeführt worden waren. Bei 6.375 Fällen war es zu einer Verurteilung gekommen. Noch rund 3.000 Verfahren seien noch anhängig, hieß es in der Mitteilung.
23. Dezember
Der Goldpreis erreichte einen neuen Höchststand. Die Feinunze Gold kostete am Londoner Markt 192,25 US-Dollar (497,93 DM). Als Grund für die erhöhte Nachfrage wurde unter anderem die beim Internationalen Währungsfonds anstehende Entscheidung über den Goldhandel der Zentralbanken untereinander genannt.
23.Dezember
Angaben der bundesdeutschen Verbraucherzentrale zufolge kostete der Weihnachtskarpfen in diesem Jahr nicht mehr als 1973. Während Seefische deutlich teurer geworden waren, gehörte der Karpfen mit einem Pfundpreis von 3 bis 4,50 DM inzwischen zu den billigsten Speisefischen.
24. Dezember
HEILIGABEND
24. Dezember
Süd-Korea entließ im Rahmen einer „Weihnachtsamnestie“ rund 3.000 Häftlinge wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis. Von der Begnadigung waren etwa 200 Oppositionelle ausgenommen, die nach dem am 23. August aufgehobenen Ausnahmerecht verurteilt worden waren.
25. Dezember
ERSTER WEIHNACHTSFEIERTAG
25. Dezember
In der Sowjetunion traten neue Ausweisbestimmungen in Kraft. Danach erhielten nun alle sowjetischen Bürger einen Einheitspass. Die Bewohner der ländlichen Gebiete wurden den Städtern gleichgestellt. Sie konnten dadurch mit dem neuen Ausweis innerhalb des Landes frei reisen.
25. Dezember
Von Papst Paul VI. (1897-1978) wurde das 26. Heilige Jahr der katholischen Kirche eröffnet. Seit dem Jahr 1300 wird das Pilgerjahr begangen. Seit 1425 wird es im Abstand von jeweils 25 Jahren begangen. Die Gläubigen konnten während des Heiligen Jahres in Rom umfassenden Ablass erhalten.
25. Dezember
Die Hafenstadt Port Darwin im Norden Australiens wurde vom Wirbelsturm „Tracy“ fast vollständig zerstört. Mehr als 70 Prozent der Bau- und Infrastruktur waren betroffen. Der Tornado, der etwa vier Stunden andauerte, fielen mehr als 44 Menschen zum Opfer. Mehrere hundert Personen wurden verletzt. Etwa 25.000 der insgesamt 40.000 Einwohner verloren ihr Obdach. Der Schaden betrug etwa 837 Millionen AUD (Australische Dollar).
26. Dezember
ZWEITER WEIHNACHTSFEIERTAG
26. Dezember
Der neue Hamburger Elbtunnel wurde eingeweiht. Bis zum 30. Dezember war die 3,325 km lange Unterwasserstraße den Fußgängern vorbehalten.
27. Dezember
In Managua (Nicaragua) brachten acht Angehörige der „Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront“ 33 Personen in ihre Gewalt. Unter den Geiseln befand sich der Außenminister. Die Geiselnehmer erpressten die Freilassung von 14 politischen Häftlingen und wurden am 31. Dezember nach Kuba ausgeflogen.
27. Dezember
Die israelische Fluggesellschaft „EL Al“ stellte wegen eines Bummelstreiks von etwa 600 Angehörigen des Bodenpersonals alle Flüge ein. Verspätungen von bis zu zehn Stunden waren in den letzten Tagen die Folge des Ausstands gewesen.
27. Dezember
Die Zeitungen in aller Welt kämpften nach Angaben des Jahresberichtes des Internationalen Presse-Instituts in Zürich (Schweiz) um ihr Überleben. Vor allem sei die Krise durch gestiegene Kosten und verschärften Wettbewerb zu erklären.
28. Dezember
In Bangladesch verhängte die Regierung den Ausnahmezustand über das Land. In einer Erklärung hieß es, dass „feindliche Elemente“ die Sicherheit und das Wirtschaftsleben gefährden würden. Der Sondererlass gewährte Ministerpräsident Mujibur Rahmann (1920-1975) nahezu unbegrenzte politische Macht.
28. Dezember
In der bayerischen Landeshauptstadt München teilte das Amtliche Bayerische Reisebüro mit, dass Albanien ab 1975 bundesdeutschen Pauschaltouristen als Reiseland offensteht. Ein- bis zweiwöchige Badeferien oder eine achttägige Rundreise durch Albanien konnten von Urlaubern gebucht werden.
28. Dezember
Im Norden von Pakistan kamen mehr als 5.500 Menschen ums Leben durch ein schweres Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Richter-Skala. Mindestens 1.600 Menschen wurden verletzt und rund 60.000 wurden obdachlos.
29. Dezember
Über Norddeutschland zog ein Orkan mit Windstärke 12 hinweg. In Hamburg wurden ganze Straßenzüge verwüstet. Im Süden Niedersachsens hatte die Leine weite Teile des Landes überflutet.
30. Dezember
Nach dem Rücktritt des Chefs der US-Spionageabwehr, James Angleton (1917-1987), traten drei weitere Angehörige des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA zurück. Der Grund war der Verdacht, der Geheimdienst habe US-Bürger überwachen lassen, die der Regierung kritisch gegenüber gestanden hatten.
31. Dezember
SILVESTER
31. Dezember
Der „Gold Reserve Act“, der von US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882-1945) im Jahr 1934 eingeführt worden war, trat außer Kraft. Ab sofort konnten US-Bürger wieder Gold in beliebiger Menge erwerben.
31. Dezember
Im österreichischen Vorarlberg hatte ein Lawinenunglück zwölf Skifahrern aus der Bundesrepublik das Leben gekostet.
Dezember 1974 in den Nachrichten
Große Weilstraße: Von Karstadt zu Kaufland
Derwesten.de
Dezember 1974 rückten die ersten Arbeiter an, die sich an die Umsetzung der damals gängigen Architektur machten. „Es war üblich, dass viel Beton verbaut wurde und dieser auch sichtbar war“, sagte Architekt Wolfgang Hacke vor gut vier Jahren im .... >>>  
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