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Das Autojahr 1975 begann mit großen
und vor allem sehr heftigen Diskussionen – Grund dafür
war u.a. die Anschnallpflicht, die ein Jahr darauf
(1976) in Kraft treten sollte. Und obwohl von
unterschiedlichen renommierten Institutionen mehrfach
bewiesen wurde, dass ein Gurt vor schwierigsten
Verletzungen und sogar dem Tod schützen kann, fühlte
sich Auto-Deutschland scheinbar bevormundet. Viele
Autofahrer äußerten die Angst, im Notfall „gefesselt“ zu
sein und somit nicht schnell genug aus dem Fahrzeug
kommen zu können (bei Brand u.ä.). Dazu kamen dann vor
allem auch die Autofahrer, die schon seit Jahren und
Jahrzehnten unfallfrei gefahren waren. Das
Verkehrsministerium startete daraufhin verschiedene
Aufklärungskampagnen, um die Autofahrer von den zum Teil
lebensrettenden Vorteilen der Sicherheitsgurte weiterhin
zu überzeugen. Im Gegensatz zu heute mussten die
Anschnallmuffel von damals noch kein Bußgeld bezahlen,
wenn sie erwischt wurden. Die PKW-Versicherungen
allerdings drohten mit einem möglichen
Versicherungsverlust und weiteren Sanktionen. Großes
Aufatmen gab es innerhalb der verschiedenen
Automobilkonzerne – nach dem extremen Umsatzrückgang aus
dem Vorjahr schien es jetzt so, als wäre diese Flaute
endlich überwunden! Die Autohersteller hatten reichlich
Kunden in ihren Salons und Werkstätten – und die wollten
nicht „nur mal gucken“, sondern orderten endlich wieder
Neuwagen. Der Umsatz ging insgesamt zwischen 20 – 30
Prozent in die Höhe – und das trotz weiter steigender
Benzinpreise! Die Autohäuser haben – wie im Jahr zuvor –
ihre Kunden mit ganz besonderen „Leckerchen“ geködert.
Beim Kauf eines Neuwagens gab es Super-Sonderpreise,
Preisnachlässe und auch Extras, die nichts kosteten.
Kurz: den Kunden wurde es im Autojahr 1975 mehr als
leicht gemacht, sich endlich wieder einen „Neuen“
zuzulegen (viele hatten im Autojahr 1974 auf einen
Wagen-Neukauf extra verzichtet – aufgrund der
schwierigen Wirtschaftslage).
Mit neuen Wagen zu neuen Umsätzen: das Autojahr 1975
Auf dem Genfer Automobilsalon stellte der
Volkswagen-Konzern die erste Generation des VW Polo vor
– genauso wie der Golf, der im Autojahr zuvor erschienen
war, sollte auch der Polo Nachfolger des beliebten
Käfers sein. Und da kam der Polo genau richtig –
schließlich waren die Krisenzeiten (fast) vorbei, aber
Einsparungen waren gerade in den privaten Haushalten
sehr gerne gesehen: die 40 PS machten den Polo zum
sparsamen Fahrzeug, das zu dem auch noch ganz flott
aussah. Übrigens: der Name „Polo“ sollte die Nähe zum VW
Golf aufzeigen. Das Basismodell hatte zwar
Trommelbremsen, war sonst aber sehr karg ausgestattet.
Der Polo hatte z.B. noch nicht einmal einen
Aschenbecher. Wer mehr (nützliche) Funktionen wollte,
der hatte die Möglichkeit, sich für den Polo „L“ zu
entscheiden. Immerhin konnten hier gleich fünf Personen
einen Sitzplatz (mehr oder weniger) finden. Der
Kleinwagen VW Polo I war mit drei Türen und einem
Schrägheck zu haben – der Preis startete bei runden
7.500 D-Mark. Für große Kulleraugen sorgte das aktuelle
Modell des Porschewerkes: der 924. Der wurde auf dem
Genfer Automobilsalon 1975 der Öffentlichkeit
vorgestellt, sollte aber erst im nächsten Jahr zu
erwerben sein. Interessant: der 924 war das erste Auto
von Porsche, das mit einem wassergekühlten Frontmotor
ausgestattet war. Mit seinen 125 PS erreichte dieser
rund 200 km/h – neben der aktuellen Technik bot der 924
auch eine luxuriöse Inneneinrichtung. Sein Preis lag bei
23.000 D-Mark. Ein „Ganzkörper-Lifting“ hatte der Ford
Escort im Autojahr 1975 bekommen – das aktuelle Modell
hatte äußerlich einige neue Kurven zu bieten und sich
zum Vormodell echt verändert. Technisch ist (fast) alles
so geblieben, wie es war – an einigen Details wurde
allerdings von den Ford-Technikern „gefeilt“. Die
Grundversion war mit 54 PS und einem Preis von knapp
8.200 D-Mark zu haben. Trotzdem lief der Verkauf des
Ford Escort nur mäßig bis schlecht! |