|
||||||||||
Finanzjahr 1961 Finanzen in Deutschland |
||||||||||
|
1961. Der 1. FC Nürnberg war deutscher
Fußballmeister und Werder Bremen Gewinner des
DFB-Pokals geworden. Skandinavisches Design bestimmt
die
Wohntrends, Ingeborg Bachmann veröffentlichte
den Prosaband „Das dreißigste Jahr“, „Misfits –
Nicht gesellschaftsfähig“ war der letzte Film von
Marylin
Monroe und
Chris Howland moderierte zum
erstem Mal „Vorsicht Kamera“ im deutschen Fernsehen.
Im November 1961 wurden Konrad Adenauer zum deutschen Bundeskanzler und der parteilose Dr. Ludwig Erhard, der „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“, erneut zum Bundeswirtschaftsminister gewählt. Im März 1961 war die D-Mark um 4,75 Prozent aufgewertet worden. Durch diese von der deutschen Wirtschaft heftig umstrittene Maßnahme sollten der Exportüberschuss eingegrenzt, die Inflation begrenzt sowie das britische £ und der US-$ stabilisiert werden. Adenauer hatte dem bis zuletzt seine Zustimmung verweigert, dabei waren ein Machtkampf zwischen ihm und Erhard der eine und die harschen Proteste der Werftindustrie, des Ruhrbergbaus, der Schifffahrt und des BDI der andere Grund. Nachdem die wirtschaftlichen Parameter 1961 Ludwig Erhard und seine Volkswirte bestätigt hatten und die außenpolitischen Erfordernisse stärker wurden, konnte die DM-Aufwertung letztendlich realisiert und eine Harmonisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und seinen wichtigsten Handelspartnern generiert werden. Die Arbeitslosigkeit lag bei unter 1 Prozent. Die Beseitigung der Kriegsfolgen, die Unterstützung der USA und die Einführung der sozialen Marktwirtschaft erzeugten das „Wirtschaftswunder“. Währungs- und Wirtschaftsreformen hatten für diesen bisher unbekannten Wirtschaftsboom den Weg bereitet. Die deutschen Einkommen stiegen mit der höchsten europäischen Zuwachsrate um über 9 Prozent. Es gab viel mehr freie Stellen als verfügbare Arbeitskräfte und so wurden ausländische Mitarbeiter nach Deutschland geholt. Sie bezahlten kräftig Steuern und leisteten ihren Beitrag am deutschen Wirtschaftswunder. Die Schattenseiten der deutschen Wirtschaftsentwicklung waren ein übertriebenes Anspruchsdenken und die eingetretene Überindustrialisierung. Alle Erhard‘schen Maßhalteapelle, die Antikartell-gesetzgebung und die reine Lehre des „Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen“ konnten daran nichts ändern. Dennoch waren 1961 die genannten Maßhalteappelle als antizyklische Konjunkturpolitik mit ihren Beschränkungsforderungen bei Konsum, Löhnen und Preisen kurzfristig erfolgreich. In erster Linie aber war das Wirtschaftswunder ein Industriewunder: Der Anteil der deutschen Landwirtschaft sank im Beschäftigungsanteil von 24 auf 14 Prozent. Der Diese niedrigen Preise beförderten die ökonomische Entwicklung bei gleichzeitiger Renditesteigerung massiv. Mit dem Ende der 1960er Jahre, der ersten eindrucksvollen Nachkriegs-Rezession 1966/67 und der fortschreitenden Globalisierung bei gleichzeitig zunehmenden Krisenkonstellationen endete die Zeit des Wirtschaftswunders. |
||||||||||
|
