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Das Kinojahr 1955 war für den
jungen Schauspieler
Marlon Brando ein besonders
erfolgreiches – er stellte sich dem deutschen
Publikum in „Der Wilde“ vor - einem der ersten
Motorradfilme überhaupt. Darin spielt Brando den
Anführer (Johnny) einer fiesen Motorradgang, die
eine kalifornische Kleinstadt „aufmischt“. Und
während sich die Jungs auf die Suche nach Streit
machen, verliebt sich Johnny in die hübsche Kathie.
Allerdings ist der Vater der jungen Frau auch der
Sheriff der Stadt. Und das passt irgendwie nicht
zusammen, oder!? Übrigens: der Film verspricht
Unterhaltung pur und lässt es gerade gegen Ende noch
einmal so richtig „knallen“.
Der Regie-Meister
Alfred Hitchcock präsentierte im
Filmjahr 1955 sein neuestes Werk: „Das Fenster zum
Hof“. Darin geht es um den Pressefotografen L.B.
Jefferies – der hatte einen Unfall und ist –
aufgrund eines komplizierten Beinbruchs – auf den
Rollstuhl angewiesen. Die Hauptzeit des Tages sitzt
er am Fenster seiner Wohnung und schaut in den
Hinterhof auf eine Wohnanlage. Und so nach und nach
lernt Jefferies die Lebensgewohnheiten der dort
lebenden Menschen kennen. Da sind z.B. die
Ballettänzerin „Miss Torso“ oder das Ehepaar mit dem
kleinen Terrier. Und Jeffs Neugier wird immer größer
– zwischendurch greift er sogar zum Feldstecher! In
dem direkt gegenüberliegenden Appartement wohnt ein
Mieter, der sich um seine kranke Frau kümmert. Nur,
nach einem Streit zwischen dem Paar scheint sie auf
einmal verschwunden zu sein!? Und dann ist der
Mieter auch noch mitten in der Nacht mit einem
Koffer unterwegs – gleich mehrmals. Jeff beginnt zu
recherchieren. Kann er den Nachbarn wirklich des
Mordes überführen!? Übrigens: in den Hauptrollen
sind die Schauspieler
James Stewart und
Grace Kelly
zu bewundern.
Übrigens: Bei den Filmfestspielen in Cannes 1955
lernte Grace Kelly ihren späteren Ehemann Fürst
Rainer de Grimaldi von Monaco kennen.
Ein weiteres Film-Highlight im Kinojahr 1955 war der
Klassiker „Jenseits von Eden“ – von Regisseur Elia
Kazan. Die Geschichte basiert auf den gleichnamigen
Roman von Nobelpreisträger John Steinbeck – sie
spielt in Kalifornien im Jahre 1917. Hier leben Cal
und Aaron, beides Söhne von Adam Trask, einem Farmer
aus der Kleinstadt. Der eigenbrötlerische Cal fühlt
sich nicht verstanden und muss ständig um die
Aufmerksamkeit seines Vaters buhlen. Doch der
kümmert sich mehr um Sohn Aaron. Der einzige Mensch,
von dem sich Cal verstanden fühlt: die Verlobte des
anderen Bruders, Abra. Dass dieser Zustand die
ungleichen Brüder wieder einmal aneinander geraten
lässt, versteht sich fast von selbst. Jo Van Fleet
bekam den Oscar als „Beste Nebendarstellerin“ – zu
dem gab es drei weitere Nominierungen: „Beste Regie“
– „Bester Hauptdarsteller“ und „Bestes Drehbuch“.
Als „Bestes Film-Drama“ gewann „Jenseits von Eden“
zusätzlich einen Golden-Globe-Award. Übrigens:
„Jenseits von Eden“ war einer der drei berühmten
Filme, die
James Dean zur absoluten Legende machte.
Im darauffolgenden September 1955 verunglückte der
damals 24-jährige mit seinem
Porsche 550 Spyder
tödlich.
Sie waren zehn Jahre lang eines der erfolgreichsten
Schauspieler-Duos im Kino:
Dean Martin und Jerry
Lewis. In dieser Zeit entstanden 16 Kinostreifen mit
den beiden – einer davon wurde im Filmjahr 1955
gezeigt: „Der Tolpatsch“. In der Story geht es um
den talentierten Golfer Joe Anthony (Dean Martin) –
sein Caddy ist Harvey Miller Jr. (Jerry Lewis). Und
der besitzt ein genauso großes Talent wie Anthony –
nur, sobald beim Spiel Zuschauer dazukommen, wird
aus Miller ein echter Tolpatsch. Übrigens: Dean
Martin singt in dem Film seinen Hit „That´s Amore“ –
und der war sogar für einen Oscar nominiert!
Mit „Wenn der Vater mit dem Sohne“ lief auch eine
deutsche Filmproduktion im Kinojahr 1955 – mit
Heinz
Rühmann in der Hauptrolle. Er mimt den Ex-Musikclown
und Zauberladenunternehmer Teddy Lemke, der seinen
Sohn leider schon sehr früh verloren hatte. Und das
war auch der Grund dafür, warum er seine Karriere
als Clown „an den Nagel“ hing. Da gibt es allerdings
den kleinen Ulli, der bei seiner Vermieterin in
Pflege ist. Und Teddy schenkt ihm sein (Vater)Herz.
Doch dann meldet sich auf einmal die Mutter des
Kleinen – sie will ihn nach Amerika mitnehmen. Die
spontane Reaktion von Teddy und Ulli: sie flüchten!
Und zwar mit einem Artistenwagen – ihre „Brötchen“
wollen sie sich als Clowns verdienen. Rührend ist,
dass das beliebte Gute-Nacht-Lied „La-Le-Lu – nur
der Mann im Mond schaut zu“ aus dem Kinofilm
stammte. Übrigens: Rühmann hatte sich immer wieder
gewünscht, einmal als Clown auftreten zu können.
Durch den Film packte er die Gelegenheit beim
Schopfe! Und das machte er so gut, dass er von der
Internationalen Artistenloge mit der Goldenen
Artistennadel ausgezeichnet wurde! Ein voller Erfolg
für den Schauspieler.
Filmdebüts und Neuerscheinungen
Christiane Hörbiger gab 1955 Ihr
schauspielerisches Debüt in "Der Major und die
Stiere".
Shirley MacLaine gab mit "Immer Ärger mit
Harry" Ihren Filmeinstand.
Fritz Wepper gab sein schauspielerisches
Debüt in dem Film "Der dunkle Stern ". |