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Das Musikjahr 1943 Musikchronik

Menschenmassen und Friedensgedanken
 Das Musikjahr 1943 beginnt direkt am 1. Januar in New York City. Frank Sinatra erscheint im Paramount und verursacht damit einen Massenandrang von hysterischen Fans am Time Square. Diese verstopften die Straßen so sehr, dass der gesamte Verkehr ringsherum lahmgelegt wurde. Polizei- und Sicherheitskräfte schritten ein und entwirrten die Situation. Sinatra war zu dieser Zeit stark vom „Your Hit Parade“-Radioprogramm unterstützt worden und feierte seinen Höhepunkt als Teenie-Schwarm. Im Herbst verließ er sein Ensemble „Broadway Bandbox“, um mit einer Solokarriere durchzustarten. Am 23. Januar trat „Duke Ellington's Orchester“ erstmals in der New Yorker Carnegie Hall auf. Mit dem Konzert sammelte er Einnahmen für Anti-Kriegs-Organisationen. Während des Auftritts gaben Ellington und sein Orchester ihren neuesten Hit „Black, Brown, and Beige“ zum Besten.


Alte Bekannte im neuen Outfit
Erfreulich war das Jahr für die treuen Fans der „Carter Family“. Diese hatte sich vor einiger Zeit aufgelöst, feierte im Frühjahr 1943 aber erfolgreich ihre Wiedervereinigung. Ex-Band-Mitglied und Mutter Maybelle Carter erfand die „Carter Family“ zusammen mit ihren Töchtern June, Helen und Anita neu. Jo Stafford, der sich im Vorjahr von seiner alten Gruppe „Tommy Dorsey Band“ gelöst hatte, unterschrieb nun mit seiner neuen Band „The Pied Pipers“ einen Plattenvertrag beim neu gegründeten Label Capitol Records. Die bisher nicht nkommerzielle Sängerin Fredda gibson begann zu dieser Zeit verstärkt in der „Camel Caravan“ Radioshow zu erklingen und nahm kurz darauf ihren neuen Künstlername „Georgia Gibbs“ an. Im Radio erhielt sie erstmals ihre Insider-Ankündigung: „Her Nibs, Miss Georgia Gibbs“. Dieser Spruch wurde später auch auf einer Statue - die ihr zu Ehren aufgestellt wurde - abgedruckt.

Sonstige Ereignisse Ein kleiner Skandal war die Inhaftierung der Band „Trio Lescano“. Diese wurden der Spionage beschuldigt und von staatlichen Behörden festgesetzt worden. Die oft in Zigeunerkleidung auftretende Band wurde im rassistischen Italien von der Bühne verbannt und geächtet. Perry Como hingegen unterschreibt derweil einen lukrativen Plattenvertrag beim Label RCA. Auch der spätere Superstar Miles Davis' begann 1943 seine professionelle Karriere und begeisterte schnell besonders das junge Publikum. William Schuman begeisterte auf der anderen Seite des Kontinents die internationalen Kritiker der Presse und erhielt kurzerhand den Pulitzer Preis für seine Musik. Aufgefallen war Schuman mit seiner Kantate „A Free Song“. Im November musste der Newcomer Leonard Bernstein kurzfristig für Bruno Walter einspringen. Walter dirigierte Sonntags eigentlich das CBS-Konzert mit der New Yorker Philharmonie. Für seine hervorragende Leistung wurde er am nächsten Tag mit der Frontseite der New York Times ausgezeichnet.

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