|
Das Radio
Das Musikjahr 1941 war zunächst ein ruhiges
Jahr. Es begann damit, dass die Stimme Ernesto
Boninos erstmals im italienischen Radio erklang und
das nationale Publikum begeisterte. In Deutschland
war das Radio zu dieser Zeit bereits in großen
Teilen von den Nationalsozialisten übernommen worden
und spielte überwiegend Propaganda und die Musik der
Deutschen. Die Schallplatte war zu dieser Zeit noch
nicht sehr weit verbreitet und blieb damit der Elite
vorenthalten. Das Radio in den USA wurde derweil von
einer Streikwelle gebeutelt. Die Sender waren in
Konflikt mit der amerikanischen GEZ geraten und
spielten deshalb nur noch lizenzfreie Songs. Dies
erklärt auch die sogenannte „Hilly-Billy“-Welle in
den USA, denn viele der freien Inhalte kamen aus
dieser Szene.
Bands und Formationen
Im Februar schaffte es Glenn Miller mit „Chattanooga
Choo Choo“ zu ihrer ersten Goldenen Schallplatte und
bot damit eifrig der klassischen Musik die Stirn.
Die Musiknachrichten der Who-is-Who waren 1941
vornehmlich durch Neuigkeiten aus der Szene der
klassischen Musik überzogen. So war es für viele ein
großes Event, als „Béla Bartóks sechstes
Streicherquartett“ in New York City Premiere
feierte. Enrico Gentile verließ derweil seine Gruppe
„Quartetto Centra“. In den USA war der
Gitarren-Designer Les Paul gelangweilt von der
klassischen Musik und der nicht vorhandenen Auswahl
an neuen Klängen. Er entschloss sich dazu E-Gitarren
mit Hartschalen zu versehen und in Serie zu
produzieren. Damit begründete er das renommierte
Unternehmen Les Paul, das fortan Meilensteine in der
Gitarren-Produktion legen sollte.
Weitere Vorkommnisse Die
Musikwelt wurde traurig erschüttert, als die
deutsche Wehrmacht während eines laufenden Konzerts
die Londoner Queens Halle bombardierte. Die
Vorführung war bereits in vollen Gange, sodass sich
die Besucher sich in die benachbarte Royal Albert
Halle flüchteten. Auch in Deutschland wütete die
Willkür der Nazis weiter und so wurden am 18. April
über 300 Anhänger der sogenannten „Swing-Bewegung“
brutal niedergeschlagen und verhaftet. Damit drückte
das Regime seine negative Haltung zur Swing-Musik
aus. Um solchen Zeichen entgegen zu wirken,
veranstaltete die WSM Grand Ole Opry die „Camel
Country“-tournee, eine Tour zur Aufheiterung
amerikanischer Soldaten. |