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Politjahr 1938 Politik in Deutschland

Der Anschluss Österreichs (Januar / Februar / März)
Am 12. Januar treten neue Zulassungsordnungen im Deutschen Reich in Kraft, welche jüdische Zahnärzte aus den Krankenkassen ausschließen. Dieser Zulassungsentzug kann auch für andere Denisten gültig werden, wenn diese nicht gewährleisten können für den nationalsozialistischen Staat rückhaltlos einzutreten. Eine neue Schutzhaftbestimmung vom 25. Januar erlaubt der Gestapo willkürliche Verhaftungen durchzuführen und die Festgenommenen umgehend in Konzentrationslagern zu
inhaftieren. Adolf Hitler nimmt am 4. Februar eine Umstrukturierung der militärischen Führung und der Regierung vor. Neuer Außenminister wird in Folge dessen Joachim von Ribbentrop. Zum neuen Wirtschaftsminister wird Walther Funk ernannt. Des Weiteren findet die Abberufung verschiedener Botschafter statt, unter denen sich auch Franz von Papen (ehem. Reichskanzler) befindet. Oberbefehlshaber der Wehrmacht und gleichzeitiger Kriegsminister, Werner von Blomberg, so wie Werner Freiherr von Fritsch (Oberbefehlshaber des Heeres) müssen in dieser Umstrukturierung zurücktreten. Aus dem Kriegsministerium wird das OKW (Oberkommando der Wehrmacht), dessen Leitung dem General Wilhelm Keitel übetragen wird und Adolf Hitler selbst zum Oberbefehlshaber der Wehrmacht ernannt wird. Am 12. März findet der Einmarsch der Wehrmacht in Österreich statt. Die österreichischen Truppen sind von ihrer Regierung dazu angewiesen worden, keinen Widerstand zu leisten. Am selben Tag begibt sich Hitler in seine Geburtsstadt Braunau (am Inn) und hält am Abend eine Rede auf der Linzer Großkundgebung. In ganz Österreich bricht eine Welle von Verhaftungen los, die sich gegen die politischen Gegner der Nationalsozialisten richtet. Am 13. März wird von Hitler das Gesetz verkündet, welches den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich beinhaltet. Die deutschen Behörden übernehmen in Folge dessen die österreichischen Staatseinrichtungen. Nach dem sich der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas geweigert hatte seine Unterschrift unter diesen Anschluss zu setzen, verlässt er sein Amt und überträgt sämtliche Vollmachten an Seyß-Inquart. Daraufhin werden am 15. März sämtliche Beamte Österreichs auf Adolf Hitler vereidigt und Seyß-Inquart zum Reichsstatthalter für Österreich erklärt. Am 28. März schürt Hitler nun den Konflikt zwischen der tschoslowakischen Regierung und den Sudetendeutschen. Konrad Henlein (Sudetendeutsche Partei) wird von ihm dazu angewiesen, Forderungen zu unterbreiten, welche die tschechische Führung unmöglich annehmen könnte.

Deutsche Truppenbewegungen vor der tschechoslowakischen Grenze (April / Mai / Juni)
Am 26. April ordnet Hermann Göring an, dass sämtliches Vermögen welches sich im jüdischen Besitz (ob im In- oder Ausland) befindet, einer Anmeldepflicht unterliegt. Am 3. Mai unternimmt Hitler einen Staatsbesuch in Rom, wo er sich mit Mussolini und dem König Viktor Emanuel III. trifft. Mussolini besteht darauf dass die Alpen die natürliche Grenze zwischen Italien und Deutschland darstellen, woraufhin Hitler akzeptiert, dass Südtirol weiterhin in italienischer Hand bleibt. Während dieses Staatsbesuches hatte Papst Pius XI. aus Protest die Stadt verlassen. Am 21. Mai mobilisiert die Regierung der Tschechoslowakei Teile ihrer Armee, nach dem deutsche Truppenbewegungen an der Grenze zu verzeichnen waren. Nach dem sich Polen, Großbritannien und Frankreich in diese Aktionen eingeschaltet haben, wurde ein Truppenaufmarsch durch den Außenminister Ribbentrop jedoch dementiert. Adolf Hitler ernennt am 3. Juni Martin Bormann zu seinem Adjutanten und übeträgt ihm die Leitung seiner Privatkanzlei.

Deutsch-Tschechoslowakische Krise (Juli / August / September)
Am 25. Juli wird allen jüdischen Ärzten die Approbation entzogen und damit die Möglichkeit weiterhin als zugelassener Arzt zu arbeiten. Nur Wenigen wird lediglich noch das Praktizieren als "Krankenbehandler" bei jüdischen Patienten gestattet. Am 17. August wird die Stellung der SS gegenüber der Polizei und der Wehrmacht geregelt. Die SS wird als bewaffnete Truppe, welche Adolf Hitler direkt unterstellt ist, definiert. Am 25. September lehnt es die Regierung der Tschechoslowakei ab, das Sudetengebiet abzutreten und das dafür gestellte Ulitmatum zu erfüllen. Die antitschechoslowakische Hetze in der deutschen Presse und der Schusswechsel an der Grenze nehmen daraufhin erheblich zu. Währenddessen beginnen Großbritannien und Frankreich damit, Vorbereitungen für einen möglichen Kriegszustand zu treffen. Vom 28. bis 30. September findet die Münchner Konferenz statt. Auf diesem Krisentreffen befinden sich Mussolini, Deladier, Chamberlain und Hitler um einen gegen die Tschechoslowakei drohenden Krieg durch das Deutsche Reich abzuwenden. Auf strikte Ablehnung Hitlers, findet keine Beteiligung der tschechoslowakischen Delegation an den Beratungen statt. Im Zuge der Beratungen geben die Westmächte nach und stimmen Hitlers Forderungen zu. Das Sudetengebiet soll demnach zum 1. Oktober an das Deutsche Reich abgetreten werden.

Einmarsch ins Sudetengebiet und die Reichskristallnacht (Oktober/November/Dezember)
Am 1. Oktober findet der Einmarsch der Wehrmacht im Sudetengebiet statt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Auflösung der Tschechoslowakei. Einen Tag nach dem Einmarsch der deutschen Truppen, gibt die Tschechoslowakei auch dem polnischen Ultimatum nach und tritt das Olsagebiet an Polen ab. Daraufhin

tritt der tschechoslowakische Präsident Benes zurück und die Slowaken ernennen eine eigenständige Teilregierung. Deutsche Juden müssen ab dem 5. Oktober ihre Pässe mit einem großen "J" versehen lassen. Erstmals werden die Deutschen am 25. Oktober über den Bau des Westwalls im Rundfunk informiert. Am 28. Oktober werden 15.000 Juden durch die deutsche Regierung gewaltsam nach Polen abgeschoben. Die Begründung lautet, dass es sich dabei um polnischsstämmige Juden handelt, während es tatsächlich aber nur um staatenlose Juden und Juden mit deutscher Staatsbürgerschaft geht. Im Zuge dieser Abschiebungen, wird am 7. November ein Attentat auf den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath in Paris verübt. Der Attentäter ist der 17-jährige Herschel Grynszpan, welcher die Abschiebung seiner Eltern nach Polen rächen wollte. Am 9. November stirbt Ernst vom Rath an den verübten Verletzungen. Woraufhin ein Pogrom auf die gesamte jüdische Bevölkerung in Deutschland durch die SS und SA veranstaltet wird. Es kommt zu systematischen Morden und Misshandlungen, Terrorisierungen von Juden und die Inhaftierung von 25.000 in die Konzentrationslager. Zahlreiche Friedhöfe, Synagogen und jüdische Geschäfte werden dabei zerstört. Der Tag geht als "Reichskristallnacht" in die Geschichte ein. Sämtlichen Juden wird am 3. Dezember durch den Polizeichef Himmler, der Führerschein entzogen. Zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich wird durch Ribbentrop am 6. Dezember ein Nichtangriffspakt unterzeichnet. 
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