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Chronik 1857 - Erste Weltwirtschaftskrise, OTIS-Personenaufzug, Sklaven in den USA

Die Währungsverhältnisse, nicht nur in Österreich, waren nach der Revolution von 1848/1849 ziemlich desolat. Silber- und Goldmünzen waren für den Außenhandel kaum noch im Umlauf. Kupfermünzen im täglichen Zahlungsverkehr konnten den Bedarf nicht mehr decken. Man bediente sich ausländischer Währungen, obwohl keine Klarheit über deren genauen Wert herrschte. Dadurch war auch der Handel zwischen Österreich und Deutschland beeinträchtigt. Der österreichische Finanzminister drängte zu einer Währungsreform. Dabei erhoffte er sich die Unterstützung der deutschen Staaten. Da mittlerweile in den USA und in Australien reichliche Goldvorkommen entdeckt worden waren, durch die Gold zu niedrigen Preisen erworben werden konnte, wollten Österreich und einige deutsche Staaten eine Goldwährung. Preußen beharrte auf seinem Silberstandard. Zu Beginn des Jahres 1857 wurde der „Wiener Münzvertrag“ geschlossen. Der Vereinstaler wurde als Zahlungsmittel in Österreich und in den meisten Staaten des Deutschen Zollvereins eingeführt, in denen die Dukaten abgeschafft wurden. Die österreichische Währung war nun der Gulden, der in 100 Kreuzer eingeteilt wurde. All diese Bemühungen konnten eine drohende Wirtschaftskrise nicht aufhalten. Im August begann mit dem Zusammenbruch der New Yorker Bank „Ohio Life Insurance Company“ die erste Weltwirtschaftskrise. Die Bank hatte ihre Zahlungen einstellen müssen. Die Krise breitete sich in rasanter Geschwindigkeit weltweit aus und dauerte bis 1859. Dadurch verschärften sich zwischen den amerikanischen Nord- und Südstaaten etliche Gegensätze derart weiter, dass es schließlich 1861 nach der Sezession zum Amerikanischen Bürgerkrieg kam. Ungeachtet der wirtschaftlichen Krise stellte der US-amerikanische Mechanikermeister Elisha Graves Otis (1811-1861) in einem Kaufhausgebäude der New Yorker Innenstadt in jenem Jahr 1857 den weltweit ersten Personenaufzug fertig, der mit einer Absturzsicherung versehen war. Nachdem er schon 1853 das Unternehmen Otis Elevator Company gegründet hatte und die sichernde Fangvorrichtung für seine Aufzüge erfunden hatte, konnte er sich zahlreiche Aufträge sichern. Bereits 1854 hatte Otis auf der Weltausstellung in New York einen Lastenaufzug vorgestellt, der mit seiner revolutionären Sicherheitsbremse funktionierte und einen Absturz der Plattform verhinderte. Von da nahm die weltweite Entwicklung der OTIS-Aufzüge ihren Lauf. Es war aber nicht nur die Wirtschaftskrise des Jahres 1857, die den Amerikanischen Bürgerkrieg auslöste, es war vor allem das Urteil in einem Gerichtsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Verkündet wurde es von Vorsitzenden des Gerichtshofes, Roger Brooke Taney (1777-1864). Darin wurden die Rechte der Sklavenhalter gestärkt. In dieser Grundsatzentscheidung war verfügt worden, dass Schwarze unabhängig davon, ob sie als Sklaven gehalten wurden oder nicht, keine Möglichkeit haben sollten, die amerikanische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Letztendlich war das der Hauptanlass für den Ausbruch des Bürgerkrieges und die nachfolgende Abschaffung der Sklaverei.
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