Was war wann? 1800 >> Das Jahr 1815
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Das geschah 1815

Am 01. März 1815 wird der Wiener Kongreß aufgescheucht: Der unverbesserliche Napoleon ist mit Hilfe der Armeen, die ihn normalerweise bekämpfen sollten und seiner Gefolgsleute wieder in die Tuilerien von Paris eingezogen. Der Bourbonenkönig Ludwig XVIII. hatte diese kurz zuvor fluchtartig verlassen. Daraufhin wird ein preußisches Heer unter General Gebhard Leberecht von Blücher sowie ein englisch-deutsches Heer unter dem Herzog von Wellington gebildet. Während Blücher die Schlacht bei Ligny verliert, gewinnt Wellington bei Quatre-Bras gegen Bonaparte. Am 18. Juni findet die legendäre Schlacht bei Waterloo statt. Napoleons Heer verliert diese Schlacht gegen die Armeen von Blücher und Wellington. Im Anschluss daran wird der Korse auf die abgelegene Insel St. Helena verbannt. Napoleons Herrschaft ist endgültig vorbei.
Der nun fortgesetzte Wiener Kongreß beschließt unter anderem die Bildung des Vereinigten Königreichs der Niederlande und erkennt die „ewige Neutralität“ der Schweiz an.
Auf Initiative des russischen Zaren Alexander I. bilden Russland, Preußen und Österreich im September des Jahres die „Heilige Allianz“. Nach und nach treten alle europäischen Mächte (außer der Türkei und dem Papst) diesem Bündnis bei. Ziel ist die Rücknahme der bürgerlich-revolutionären Veränderungen.
Kurz danach wird im 2. Pariser Frieden vereinbart, dass Frankreich kleinere Gebiete an Preußen und die Niederlande abgeben und 700 Millionen Francs Kriegskosten entrichten muss.

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Ereignisse & Schlagzeilen 1815

8. Januar

US-Milizionäre unter Andrew Jackson bezwingen in der Schlacht von New Orleans ein britisches Invasionsheer unter Sir Edward Michael Pakenham. Damit endet der so genannte „Krieg von 1812“.
3. Februar
In der Schweiz beginnt die kommerzielle Käseverwertung durch die neu gegründete genossenschaftliche Dorfkäserei in Kiesen.
1. März
Der Verbannung auf Elba entflohen landet Napoléon Bonaparte mit rund 1.000 Mann bei Cannes, um sich auf den Weg nach Paris zu machen.
2. März
Uraufführung der komischen Oper Die Prinzessin von Cacambo von Peter Joseph von Lindpaintner in München
1. April
Otto von Bismarck wird geboren
5. April
Preußen nimmt die besetzten Rheinlande per Erlass in Besitz.
Der Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien beginnt mit einer ersten Eruption. Weitere, insbesondere am 10. April, führen zu insgesamt etwa 100.000 Todesopfern. Das Geschehen auf der Insel Sumbawa setzt große Mengen Asche frei und verursacht im Folgejahr auf der Nordhalbkugel einen vulkanischen Winter, der in Europa Hungersnöte heraufbeschwört.
10. April
Auf der Insel Sumbawa im heutigen Indonesien bricht weitere Male der Vulkan Tambora aus. Die gewaltige Eruption führt 1816 zum Jahr ohne Sommer.
30. April
Friedrich Wilhelm III. verfügt auf dem Wiener Kongress die Einteilung Preußens in zehn Provinzen.
3. Mai
Österreich, Preußen und Russland errichten vertraglich die Republik Krakau.
22. Mai
Der sächsische König Friedrich August I. verzichtet auf das Herzogtum Warschau und entbindet die polnischen Untertanen von ihrem Treueeid. Der König steht als Verbündeter Napoléon Bonapartes nach den Befreiungskriegen auf der Verliererseite.
8. Juni
Unterzeichnung der Deutschen Bundesakte Gründung des Deutschen Bundes.
9. Juni
In Norditalien wird durch die Wiener Kongressakte das Königreich Lombardo-Venetien geschaffen, dessen König in Personalunion der jeweilige Kaiser von Österreich wird. Es folgt auf das napoleonische Königreich Italien, dessen Gesetze fortgelten.
Der Wiener Kongress, auf dem Europa politisch neu geordnet worden war, endet mit der Unterzeichnung der Kongressakte. Der Papst als Oberhaupt des Kirchenstaates und Spanien lehnen darin getroffene inhaltliche Festlegungen ab. Brasilien wird unabhängiges, mit Portugal nur noch durch Personalunion verbundenes Königreich.
12. Juni
In Jena wird die Urburschenschaft, die erste deutsche Burschenschaft gegründet.
16. Juni
In Belgien gelingt Napoleon in der Schlacht bei Ligny sein letzter Sieg.
18. Juni
Schlacht bei Waterloo. Napoleon wird endgültig geschlagen.
19. Juni
Einen Tag nach der Schlacht bei Waterloo endet mit der Schlacht bei Wavre der letzte Kampf der Napoleonischen Kriege. Zwar tragen die Franzosen einen taktischen Sieg davon, doch haben die unterlegenen preußischen Einheiten strategisch ein mögliches Eingreifen der Franzosen in Waterloo verhindert.
7. August
In der Schweiz tritt der Bundesvertrag endgültig in Kraft.
Im September
Napoléon dankt endgültig ab und wird auf die Insel St. Helena verbannt.
26. September
Gründung der Heiligen Allianz.
13. Oktober
Der Bourbonenherrscher Ferdinand IV. lässt Joachim Murat, seinen Vorgänger als König von Neapel, Napoléon Bonapartes Schwager, standrechtlich erschießen.
Im November
Luxemburg wird zum Großherzogtum erhoben.
Beginn des zweiten serbischen Aufstandes mit Milos Obrenovic gegen die Türken.
6. November
In Österreichs Hauptstadt wird das k. k. polytechnische Institut, die heutige Technische Universität Wien, eröffnet.
20. November
Zweiter Pariser Frieden mit Preußen, Österreich, Russland und Großbritannien.
30. November
Uraufführung der Oper Der Herr und sein Diener von Conradin Kreutzer in Stuttgart
Im Dezember
Anerkennung der immer währenden Neutralität der Schweiz und Eintritt der Kantone Genf, Neuenburg und Wallis in die Schweizerische Eidgenossenschaft.
Der Statthalter von Algier erklärt den USA den Krieg.
Dänemark wird das Herzogtum Lauenburg zugesprochen.
Abschaffung der Leibeigenschaft in Estland
7. Dezember
Der wegen Hochverrats zum Tode verurteilte französische Marschall Michel Ney erteilt seinem Erschießungskommando den Feuerbefehl.
16. Dezember
Die bisherige Kolonie Brasilien wird zum Königreich erklärt und damit dem Mutterland Portugal gleichgestellt. Die brasilianische Unabhängigkeitsbewegung erreicht damit einen wichtigen Meilenstein.