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Chronik 1800 - Das neue Jahrhundert begann mit Napoleon

Das erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begann im Jahr 1800 mit einem Wechsel auf dem Heiligen Stuhl. Papst Pius VI. (1717-1799) war bereits am 29. August des Vorjahres gestorben, nachdem er im Zuge der napoleonischen Besetzung und der Ausrufung der italienischen Republik in Rom 1798 für abgesetzt erklärt worden war und zunächst nach Siena, dann nach Florenz verbannt wurde. Als er dann weiter nach Frankreich verschleppt wurde, war Papst Pius VI. schon schwerkrank. Im französischen Valence, im Norden der Provence, starb er schließlich. Pius VI. hatte das Pontifikat seit 1758 inne gehabt. Es gehört bis heute mit 24 Jahren zu den längsten in der Kirchengeschichte. Die katholische Kirche schien am Ende zu sein, nachdem der Papst in Gefangenschaft gestorben war. Die Kardinäle konnten erst unter österreichischem Schutz in Venedig, nicht im Vatikan, zu einem Konklave zusammenkommen. Am 14. März 1800 war dann endlich ein neuer Papst gewählt – Graf Luigi Barnaba Niccolò Maria Chiaramonti (1742-1823), der sich Pius VII. nannte und sein Kirchenamt ähnlich lange wie sein Vorgänger ausübte, nämlich 23 Jahre. Im Jahr 1800 konnte Napoleon Bonaparte (1769-1821) auf einen ersten erfolgreichen Anfang zurückblicken. Er hatte am 9. November 1799 – nach dem französischen Revolutionskalender am 18. Brumaire VIII – mit einem Staatsstreich die Macht in Frankreich als Konsul übernommen. Seine außerordentlichen Fähigkeiten hatte er bereits als General in Norditalien und in Ägypten unter Beweis gestellt. Als Staatsmann war er noch nicht vorstellbar. Jedenfalls nicht im Jahr 1800. Doch das Direktorium von 1795-1799 und damit die Französische Revolution von 1789/1799 waren zu Ende. Die französische Republik hatte nun einen Ersten Konsul, einen 30-jährigen Alleinherrscher, der für zehn Jahre gewählt worden war – Napoleon Bonaparte. Eigentlich war es eine Konsulatsregierung, die aus drei Konsuln bestand, von denen aber Napoleon in der vordersten Linie stand und mit weit reichenden Vollmachten ausgestattet war. Am 14. Juni 1800 war Napoleon mit seiner Armee über die Alpen vorgerückt und hatte einen Sieg in der „Schlacht bei Marengo“ ausgefochten, wobei dieser Sieg hauptsächlich dem Geschick des Generals Desaix (1768-1800) zu verdanken war, der in der Schlacht den Tod fand. Im Dezember brachte der Sieg der Truppen, die General Jean-Victor Moreau (1763-1813) anführte, die Entscheidung, die im Folgejahr den Frieden mit Österreich brachte. Aber zum Ende des Jahres 1800 hatte der Erste Konsul Napoleon erst einmal Glück, dass er das Attentat überlebt hatte, dass Royalisten am 24. Dezember im Zentrum von Paris auf ihn verüben wollten, das aber missglückte. Statt seiner kamen zahlreiche Unbeteiligte dabei ums Leben, als der Sprengsatz explodierte. In Amerika fanden 1800 in der Zeit von April bis Oktober Präsidentschaftswahlen statt. Der Amtsinhaber John Adams (1735-1826) wurde von Thomas Jefferson (1743-1826) besiegt, zog aber noch in den letzten Wochen seiner Amtszeit seinen neuen Amtssitz, das Kapitol in Washington. Es war noch nicht vollständig fertig, aber auch der US-Kongress hielt bereits im November 1800 seine erste Tagung darin ab. Das Kapitol wurde später das „Weiße Haus“. In Österreich hatte der aus Bonn gebürtige Komponist Ludwig van Beethoven (1770-1828) Schlagzeilen gemacht. Seine Sinfonie Nr. 1 erlebte eine umjubelte Uraufführung am Wiener Hofburgtheater. Im thüringischen Weimar wurde das Trauerspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller (1759-1805) am Hoftheater uraufgeführt. Der britische Musiker, der aus Deutschland stammte und sich auch als Wissenschaftler und Astronom betätigte – Wilhelm Herschel (1738-1822) – entdeckte im Jahr 1800 die Infrarotstrahlung. Herschel war ein sehr begabter und unermüdlicher Beobachter, dessen Lösungsansätze trotz ihrer Gewagtheit stets wegweisend waren.
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Ereignisse & Schlagzeilen 1800

16. Januar
Uraufführung der Oper Les Deux Journées, ou Le Porteur d'eau (Der Wasserträger) von Luigi Cherubini am Théâtre Feydeau in Paris
18. Januar
Die Bank von Frankreich wird durch Napoléon Bonaparte geschaffen
14. März
Giorgio Barnaba Luigi Chiaramonti wird zum Papst gewählt ( Pius VII. )
17. März
Beim Untergang des britischen Linienschiffs HMS Queen Charlotte (100 Kanonen) nach einem Brand an Bord vor Livorno (Italien) sterben 673 Seeleute, nur 156 können gerettet werden
20. März
Nach der Schlacht von Heliopolis fällt Ägypten an Frankreich. Die französische Armee unter dem Befehl von Jean-Baptiste Kléber besiegt osmanische Truppen unter dem Großwesir Jussuf Pascha.
Alessandro Volta informiert die Royal Society in London über eine von ihm erdachte Stromquelle, deren Prinzip als Voltasche Säule bekannt wird.
24. April: In Washington (D.C.) wird die Library of Congress gegründet.
Wilhelm Herschel entdeckt die Infrarotstrahlung
Die Ludwig-Maximilians-Universität wird durch Kurfürst Max IV. Joseph von Ingolstadt nach Landshut verlegt.
21. März:
Russland und das Osmanische Reich verabreden im Vertrag von Konstantinopel die Bildung der Republik der Ionischen Inseln. Sie ist der Hohen Pforte tributpflichtig.
2. April
Die  1. Sinfonie von Beethoven wird in Wien uraufgeführt
5. Mai
Napoléon Bonaparte beginnt einen weiteren Italienfeldzug.
15. Mai
Im Londoner Theatre Royal Drury Lane verübt James Hadfield ein Attentat mit einer Pistole auf den britischen König Georg III. Der Herrscher bleibt unverletzt, der Attentäter wird festgenommen.
2. Juni
Uraufführung der Oper Cesare in Farmacusa von Antonio Salieri am Theater am Kärntnertor in Wien
9. Juni
Die Franzosen besiegen im Zweiten Koalitionskrieg in der Schlacht von Montebello della Battaglia österreichische Streitkräfte. General Jean Lannes gewinnt mit seinen Soldaten den Kampf nach einem feindlichen Angriff beim Ort Casteggio.
14. Juni
Uraufführung des Trauerspiels Maria Stuart von Friedrich Schiller am Weimarer Hoftheater
Napoleon greift Österreich an; die Schlacht bei Marengo am 14. Juni bringt Napoleon den entscheidenden Sieg
28. Juli
Bündnis zwischen Russland und Preußen.
5. September
Die Briten bringen nach einer Blockade Malta in ihren Besitz, das seit 1798 von napoleonischen Einheiten besetzt war
16. Oktober
Uraufführung der Oper Tamerlan von Johann Friedrich Reichardt an der Hofoper Berlin
In ganz Paris, der nach London zweitgrößten Stadt Europas, gab es um 1800 nur ca. 300 Badewannen
Friedrich Schiller veröffentlicht sein Gedicht Der Antritt des neuen Jahrhunderts („Edler Freund, wo öffnet sich dem Frieden, Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort? ...“)
1. November
US-Präsident John Adams bezieht seinen Amtssitz, das Weiße Haus
17. November
In Washington D.C. tagt erstmals der US-Kongress im Kapitol, das noch nicht ganz fertiggestellt ist.
3. Dezember
Zweiter Koalitionskrieg: In der Schlacht bei Hohenlinden besiegt das französische Heer unter General Jean-Victor Moreau die von Erzherzog Johann von Österreich kommandierten österreichisch-bayerischen Streitkräfte. Der Erfolg ermöglicht das Vorrücken in Richtung Wien. Das politische Gewicht Napoléon Bonapartes wird durch den Sieg gestärkt.
13. / 14. Dezember
In der Schlacht am Walserfeld bei Salzburg kann die k.k. Hauptarmee unter Erzherzog Johann einem Sieg über einen Teil der französischen Rheinarmee (verst. I. Korps Lecourbe) erringen. Aufgrund der erfolgreichen Überschreitung der Salzach weiter nördlich bei Laufen durch die Masse der französischen Truppen unter Jean-Victor Moreau droht der österreichische Armee die Einkesselung im Raum Salzburg. Dies erzwingt, um die inzwischen stark dezimierten österreichischen Truppen noch zu retten, einen weiteren Rückzug in Richtung Wien. Der Waffenstillstand von Steyr (25. Dezember) beendet den Vormarsch der Franzosen bei Melk.
24. Dezember
Missglückten Attentat auf Napoléon Bonaparte.
25. Dezember
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